Die Pflegemutter erstickte das Kind

Weil die leiblichen Eltern alkoholabhängig waren und sich nicht kümmern konnten, wurde ihnen ihre Tochter Talea weggenommen. In der neuen Familie starb das Mädchen. Die Beschuldigte schweigt beim Prozessauftakt.Den leiblichen Eltern von Talea fielen zuerst ihre plötzlich besseren Manieren auf, dann die blauen Flecken am Kind, dann erhielten sie die schreckliche Todesnachricht. Für den Tod der Fünfjährigen aus Wuppertal muss sich ihre Pflegemutter seit Montag vor dem Landgericht verantworten. Laut Anklage hat die 38-Jährige das Mädchen im März in eine Badewanne mit eiskaltem Wasser gesetzt und ihm Mund und Nase zugehalten.

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Auch der Spiegel widmet sich dem Thema ausführlich und zeigt neben der Tatsache der schlechten Auswahl und Betreuung von Pflegefamilien noch andere Misstände und Taten auf.
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Martina S., 36, wird ihre Tochter nur noch auf Fotos sehen. Die fünfjährige Talea starb am 18. März in der Obhut einer behördlich geprüften Pflegefamilie in Wuppertal. Das Jugendamt hatte sie dorthin gebracht, damit es ihr besser gehe als zu Hause. Ihre alleinerziehende Mutter sollte Zeit für einen Alkoholentzug bekommen. Es kam dramatisch anders. In dieser Woche beginnt vor dem Landgericht Wuppertal der Prozess gegen Taleas 38-jährige Pflegemutter. Sie soll das Kind, das mit teils faustgroßen Blutergüssen übersät war, laut Anklageschrift durch “Ersticken mit der Hand oder einem unbekannten Gegenstand” getötet haben. Taleas kleiner Körper sei zudem “massiv” unterkühlt gewesen, da die Pflegemutter sie in eine Badewanne mit kaltem Wasser gelegt habe. Die Beschuldigte habe die Tat in einer ersten Vernehmung bestritten, so ihr Verteidiger Michael Kaps. Angeklagt gehört aus Sicht der leiblichen Eltern nicht nur eine einzelne Frau, sondern ein ganzes System.

Psychisch gestörte Täterinnen…

artikel1.jpgEs ist bemerkenswert, wie die Presse über die letzten Fälle von Kindstötungen durch Frauen bzw. durch Männer reagiert.

Sind Frauen die Täterinnen, wird vorschnell von “vermutlichen psychischen Störungen” berichtet, sind hingegen Männer die Täter, werden derartige Vermutungen weder berichtet, noch zitiert.

Hier und hier kann man es nachlesen.

Der Vater der durch die Mutter getöteten Kinder war zur Tatzeit an seiner Arbeitsstelle. Dies hinderte die Polizei jedoch nicht daran, einen Anfangsverdacht gegen ihn zu hegen, obwohl die Mutter der Kinder bereits ein Geständnis abgelegt hat.

er 45 Jahre alte Vater hatte am frühen Dienstag die Wohnung verlassen, um in den benachbarten Landkreis Neumarkt an seine Arbeitsstelle zu fahren. Nach der Gewalttat wurde auch er vorübergehend von der Polizei festgenommen. Die Kripo geht allerdings inzwischen davon aus, dass er von dem Verbrechen nichts gewusst hat. Die Obduktion der zwei Leichen ergab, dass die Kinder an Gewaltanwendung gegen Hals und Gesicht gestorben sind. Nähere Angaben machten die Ermittler nicht.

Offenbar sind Männer eher Mörder und Frauen eher kranke Menschen, wenn sie Kinder töten.

Ich will hier keinerlei Mutmaßungen über eine wirkliche oder eben nicht vorhandene psychische Störung bei der Täterin anstellen, allein die Berichterstattung in diesem und anderen Fällen gibt zu denken.

Über getötete Kinder in Deutschland

Auch wenn sich in der letzte Woche die Meldungen über getötete Kinder und tötende Mütter gehäuft haben:

Die FAZ titelt: Weniger Kindstötungen in Deutschland

und weist u.A.  in ihrem Artikel darauf hin, dass blinder allein Aktionismus nicht hilft:

In diesen Fällen könnte eine „Kultur des Hinsehens“, wie sie Bundeskanzlerin Angela Merkel nach den Fällen von Plauen und Darry jetzt forderte, dem einen oder anderen Kind das Leben retten, und hier kann man auch fragen, ob es nicht sinnvoll wäre, die empfohlenen regelmäßigen Untersuchungen der Kinder gesetzlich vorzuschreiben. Dass damit aber eine Tat wie die in Darry verhindert werden kann, bleibt wohl ein frommer Wunsch.

Hilfreich wäre aber sicherlich, wenn Frauen als Täterinnen weder von der Justiz noch von der Politik derartig ausgeblendet würden, wie es bisher üblich ist.