Totschlag oder Mord mit 22 Messerstichen?

Der Standard

hat einen ausführlichen Artikel über einen Fall abgedruckt, in der eine Ehefrau erst ihren Mann mit 22 Messerstichen umbrachte, dann auf Notwehr wegen angeblicher sexueller Gewalt plädierte, und letztlich bei der Schilderung der Tat schluchzend zusammenbrach. Wir lesen:

Die 30-jährige Angeklagte, die ihrem Mann – ihrer Verantwortung nach in Notwehr – 22 Messerstiche zugefügt hatte, wurde zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Sie nahm das Urteil an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab – somit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Die Anklage hatte auf Mord gelautet. Das erste Urteil vom November 2007 (20 Jahre Freiheitsstrafe wegen Mordes) war vom OGH (Oberster Gerichtshof) aufgehoben worden, weil den Geschworenen damals nicht die Eventualfrage nach Totschlag gestellt worden war.

Ich bin keine Mörderin”, versicherte die 30-Jährige, die in heftiges Schluchzen ausbrach, als sie den blutigen Kampf schildern sollte. Details, wann wer von beiden aus dem Schlafzimmer gekommen war, wusste sie nicht – umfangreiche Blutspuren gab es auch im Vorraum, in der Toilette, wo sich der Verletzte seine Wunden mit WC-Papier abgedeckt haben dürfte, und in der Küche. Ihr Mann, einst ihre “große Liebe”, sei ihr wie ein Monster vorgekommen, sagte die Angeklagte.

Am Nachmittag wurden Zeugen befragt, denen aber zuvor nichts Negatives in der Beziehung des Paares aufgefallen war. Polizisten berichteten, wie sie beim Eintreffen im Haus bereits Blutspuren im Stiegenhaus feststellten und dann die Frau reglos am blutigen Vorzimmerboden liegend fanden. Auf der Suche nach dem vermeintlichen Täter kamen die Beamten ins Schlafzimmer und fanden den Toten. (APA)

Wir fragen uns: Wie hätte wohl die Verhandlung im umgekehrten Fall ausgesehen? Wenn ein Mann seine Frau mit 22 Messerstichen umgebracht hätte?

Auftragsmörder per Internet?

Allgemein gilt:

Im so genannten “Hellfeld”  morden eher Männer als Frauen.

Zu jedem Mord gehört jedoch ein Motiv. Ein immer wieder auftauchendes Motiv für Mord ist nun einmal die Eifersucht.

Unter der Rubrik: “Freie Mitarbeit” suchte eine 48-jährige Amerikanerin einen Killer.

Zitat SPIEGEL-ONLINE:

Dem E-Mail-Kontakt zwischen der Auftraggeberin und den mindestens zwei potenziellen Killern entnahmen die Behörden, dass die Frau “stille Mörder” suche und dafür bereit war, eine Summe von 5000 Dollar auszugeben. Sie nannte demnach Name, Alter, Adresse und Beruf ihrer in Kalifornien lebenden Nebenbuhlerin und erklärte, sie “ausschalten” zu wollen.

 Bleibt nur noch zu fragen, wie viele derartige Anzeigen unentdeckt bleiben.

Psychisch gestörte Täterinnen…

artikel1.jpgEs ist bemerkenswert, wie die Presse über die letzten Fälle von Kindstötungen durch Frauen bzw. durch Männer reagiert.

Sind Frauen die Täterinnen, wird vorschnell von “vermutlichen psychischen Störungen” berichtet, sind hingegen Männer die Täter, werden derartige Vermutungen weder berichtet, noch zitiert.

Hier und hier kann man es nachlesen.

Der Vater der durch die Mutter getöteten Kinder war zur Tatzeit an seiner Arbeitsstelle. Dies hinderte die Polizei jedoch nicht daran, einen Anfangsverdacht gegen ihn zu hegen, obwohl die Mutter der Kinder bereits ein Geständnis abgelegt hat.

er 45 Jahre alte Vater hatte am frühen Dienstag die Wohnung verlassen, um in den benachbarten Landkreis Neumarkt an seine Arbeitsstelle zu fahren. Nach der Gewalttat wurde auch er vorübergehend von der Polizei festgenommen. Die Kripo geht allerdings inzwischen davon aus, dass er von dem Verbrechen nichts gewusst hat. Die Obduktion der zwei Leichen ergab, dass die Kinder an Gewaltanwendung gegen Hals und Gesicht gestorben sind. Nähere Angaben machten die Ermittler nicht.

Offenbar sind Männer eher Mörder und Frauen eher kranke Menschen, wenn sie Kinder töten.

Ich will hier keinerlei Mutmaßungen über eine wirkliche oder eben nicht vorhandene psychische Störung bei der Täterin anstellen, allein die Berichterstattung in diesem und anderen Fällen gibt zu denken.