Die üble Geschichte:
Nach den damaligen Schilderungen der vermeintlich Geschädigten war sie an einem normalen Wochentag, gegen 12 Uhr, mit dem Fahrrad und in Begleitung ihres Hundes zur Ems im Bereich des Bentlager Waldes gefahren. In der Nähe des Einlaufs vom Hengemühlbach hätten sie dann mehrere Jugendliche angesprochen, nach einer Zigarette gefragt, bedrängt und schlussendlich in die Ems gestoßen. Mit einem Rasier- bzw. Haarschneidegerät wären ihr dann die Haare abgeschnitten worden.
Münstersche Zeitung | Opfer als Täterin: Frau erfand brutalen Überfall
Die Polizei in Rheine leitete sofort umfangreiche Ermittlungen ein. Der Bereich des Bentlager Waldes wurde intensiv mit zivilen und uniformierten Streifen beobachtet. Mit einem Phantomfoto wurden über die Zeitungen Zeugen gesucht. Alle Bemühungen blieben ohne Erfolg, es meldeten sich keine Augenzeugen der Tat oder Hinweisgeber, die Angaben zu der Person auf dem Phantomfoto machen konnten.,,,
Auch die Frau selbst wurde vom Ermittler des Kriminalkommissariates mehrfach zum Sachverhalt gefragt; sie blieb bei ihrer Version. Am vergangenen Dienstag räumte die 46-Jährige endlich dann ein, dass der ganze Vorgang erfunden war. Sie hatte am Emsufer mit ihrem Hund gespielt und war dabei ins Wasser gefallen. Als Erklärung hierfür hatte sie den Überfall vorgeschützt.
So werden Jugendliche verdächtigt, einem weiblichen Opfer Gewalt angetan zu haben.
Was glauben Sie? Hätte ein 46 jähriger Mann, weil er beim Spielen mit dem Hund ins Wasser gefallen war, auch eine solche Geschichte erfunden?
Und: wenn ja, hätte ihm die Polizei geglaubt?
Hier passen halt Täter und Opfer-Schema zusammen, und halten die Polizei in Atem.
