Opfer als Täterin: Frau erfand brutalen Überfall

Die üble Geschichte: 

Nach den damaligen Schilderungen der vermeintlich Geschädigten war sie an einem normalen Wochentag, gegen 12 Uhr, mit dem Fahrrad und in Begleitung ihres Hundes zur Ems im Bereich des Bentlager Waldes gefahren. In der Nähe des Einlaufs vom Hengemühlbach hätten sie dann mehrere Jugendliche angesprochen, nach einer Zigarette gefragt, bedrängt und schlussendlich in die Ems gestoßen. Mit einem Rasier- bzw. Haarschneidegerät wären ihr dann die Haare abgeschnitten worden.

Münstersche Zeitung | Opfer als Täterin: Frau erfand brutalen Überfall

 

Mit Phantomfoto ein Phantom gesucht

Die Polizei in Rheine leitete sofort umfangreiche Ermittlungen ein. Der Bereich des Bentlager Waldes wurde intensiv mit zivilen und uniformierten Streifen beobachtet. Mit einem Phantomfoto wurden über die Zeitungen Zeugen gesucht. Alle Bemühungen blieben ohne Erfolg, es meldeten sich keine Augenzeugen der Tat oder Hinweisgeber, die Angaben zu der Person auf dem Phantomfoto machen konnten.,,,  

Auch die Frau selbst  wurde vom Ermittler des Kriminalkommissariates mehrfach zum Sachverhalt gefragt; sie blieb bei ihrer Version. Am vergangenen Dienstag räumte die 46-Jährige endlich dann ein, dass der ganze Vorgang erfunden war. Sie hatte am Emsufer mit ihrem Hund gespielt und war dabei ins Wasser gefallen. Als Erklärung hierfür hatte sie den Überfall vorgeschützt.

So werden Jugendliche verdächtigt, einem weiblichen Opfer Gewalt angetan zu haben.

Was glauben Sie? Hätte ein 46 jähriger Mann, weil er beim Spielen mit dem Hund ins Wasser gefallen war, auch eine solche Geschichte erfunden?
Und: wenn ja, hätte ihm die Polizei geglaubt?

Hier passen halt Täter und Opfer-Schema zusammen, und halten die Polizei in Atem.

Boys don´t cry: Der bizarre Fall der Klara Mauerova, die ihre Söhne quälte

Vor einigen Wochen war die Welt über den Fall des Josef Fritzl in Österreich erschüttert und empört. Tagelang wurde über seine Greueltaten in den Nachrchtensendungen in aller Welt bis ins Detail berichtet. Josef Fritzl, der eine ganze Familie über Jahrzehnte gefangen hielt, ist in der Tat ein furchtbarer Täter. Und: er ist ein Mann.

Haben Sie schon einmal etwas von Klara Mauerova gehört? Oder von Barbora Skrlova?

Barbora Skrlova und Klara Mauerova sind Frauen. Beide sind in einen Fall von brutaler Kindesmisshandlung verstrickt.

zu den bisher bekannten Fakten: Klara Mauerova (31) ist Mutter von zwei Söhnen: Ondrej und Jakub. Zwei Jungen, die sie in einem Käfig hielt und grausam folterte.

Die NZZ schreibt:

Schon die Vorgeschichte hat etwas Verstörendes. In der mährischen Ortschaft Kurim sieht ein Vater abends auf einem Überwachungsmonitor statt seines schlafenden Kindes plötzlich einen ihm unbekannten, offensichtlich schwer misshandelten Knaben. Er eilt ins Schlafzimmer, wo er aber alles in Ordnung findet. Des Rätsels Lösung: Eine Überlagerung einer Frequenz hatte ihm Bilder ins Haus gebracht, die zu derselben Zeit in der Nähe aufgenommen wurden. Der Mann eilt zur Polizei, die kurz darauf im Haus einer gewissen Klara Mauerova zwei Knaben, Ondrej und Jakub, findet, die offenbar von ihrer Mutter und weiteren Komplizen aufs Fürchterlichste gequält worden sind. Die Folterszenen waren aufgenommen und die Filme und Videos höchstwahrscheinlich verkauft worden. Die Polizei brachte die Kinder sofort in ein Heim; Klara Mauerova wurde unter Anklage gestellt.

Und der Blick schreibt:

Damit sie ihre Kinder auch aus der Küche leiden sehen konnte, installierte sie eine Videokamera. Nun steht Klara Mauerova vor Gericht.

Jetzt werden die furchtbaren Details der Tragödie nach und nach aufgedeckt: Die Horror-Mutter missbrauchte die Buben und brachte sie dazu, sich mit Messern selber zu schneiden. Wie der «Telegraph» berichtet, soll Mauerova auch rohes Fleisch vom siebenjährigen Ondrej gegessen haben.

Weinend brach sie vor Gericht zusammen, beschuldigte aber eine 34-jährige Frau, ihr eine Gehirnwäsche verpasst zu haben. Barbora Skrlova, wie Klara Mauerova Mitglied der Sekte «Gralsbewegung», soll die Buben auch gefoltert haben.

«Schreckliche Dinge sind geschehen. Ich verstehe nicht, wie ich das zulassen konnte», sagte Mauerova laut «Foxnews» vor Gericht.

Zu Barbora Skrlova schreibt die NZZ

Einlieferung und Flucht

Bis dahin ist der Fall tragisch, aber nicht ungewöhnlich – Experten des Sozialministeriums in Prag schätzen die Zahl der misshandelten Kinder in Tschechien auf rund 40 000, was ungefähr der Quote anderer ostmitteleuropäischer Länder entspricht. Doch in Kurim fand die Polizei in der Wohnung der Mauerova nebst den beiden Knaben auch ein Mädchen, und hier nimmt der Fall bizarre Formen an. Das Kind gab sich als 13-jähriges Mädchen namens Anna aus. Es war unter noch nicht geklärten Umständen als Pflegekind zu Klara Mauerova gelangt und laut Polizeiangaben vermutlich ebenfalls misshandelt worden. Aus dem Heim, in das «Anna» zunächst mitsamt den Knaben gebracht wurde, entwich sie noch in derselben Nacht. Bei der Abklärung der Identität «Annas» stellte sich dann heraus, dass sie in Wirklichkeit Barbora Skrlova hiess – und 33 Jahre alt war.

Skrlova war nicht nur fähig, glaubwürdig als Kind aufzutreten, sondern gelangte irgendwie – vermutlich mit Hilfe aus ihrer obskuren Umgebung – auch über mehrere Grenzen. In Dänemark gab sie der Zeitung «Lidove Noviny» ein Interview, doch dann verlor sich ihre Spur. Am 5. Januar schliesslich tauchte Skrlova im norwegischen Tromsö als 13-jähriger Knabe namens Adam wieder auf. Ins Land gekommen war sie im Sommer mit einer fünfköpfigen tschechischen Familie. Zu ihrer neuen Identität als «Adam» verhalf ihr nach Angaben der Polizei der tschechische Dramatiker und Schriftsteller Martin Fahrner, indem er ihr den Pass seines Sohnes Adam lieh. Der Fall platzte, als Skrlova alias «Adam» Fahrner beschuldigte, sie misshandelt zu haben. Fahrner wurde festgenommen, Skrlova kam in ein norwegisches Kinderheim. Wieder floh sie rasch, doch die Polizei fand sie und stellte fest, dass es sich bei «Adam» nicht um einen Knaben, sondern um eine erwachsene Frau handelte.

Auch dieser Fall ist bizarr. Vielleicht nicht so bizarr wie der Fall Fritzl. Aber dort ist der Täter ein Mann. Vielleicht wird auch deshalb mehr darüber berichtet.

Eine Mutter, die ihr Kind entführt, wird offenbar weltweit gedeckt.

Die Sichtweise, dass nur Männer zu Bösem fähig seien, hat sich offenbar weltweit durchgesetzt.

SPIEGEL ONLINE berichtet über den als völlig absurd zu bezeichnenden Fall eines Arztes aus Berlin, der seit zwei Jahren seine Tochter sucht. Die Mutter entführte die gemeinsame Tochter und wurde rechtmäßig in Italien verurteilt.

Mit Hilfe vieler öffentlicher Stellen, einiger Behörden und ein paar glücklichen Umständen hat der Mann seine Tochter jetzt gefunden – in Guatemala, wohin sie von ihrer Mutter entführt worden war.

Doch der Alptraum hört offenbar nicht auf.

Wenig später erschien auch Rosamaria B., die schon am Eingang von der Kindergartenleiterin abgefangen und informiert worden war. Zusammen mit der Staatsanwältin und einem Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft ist die ehemalige Familie dann zum Gericht gegangen. Und dort passierte, was Tinnemann die “Fortsetzung der Behördenverarscherei” nennt – was genaugenommen aber auch in Deutschland noch nicht viel anders läuft: Wer Fakten schafft, wird am Ende belohnt, selbst wenn er dabei Gesetze verletzt. Tinnemann hat das Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht für seine Tochter, einen gültigen Pass, auf dem Luna eingetragen ist, deren Kinderausweis und auf Spanisch übersetzte Gerichtsurteile, die für sich sprechen. Rosamaria B. hat eine zweijährige Entführungsgeschichte hinter sich – aber die immerhin zusammen mit ihrer Tochter.

Das Beste für das Kind sei, wenn es bei seiner Mutter bleibe, befand eine “Friedensrichterin” in Antigua.

Tinnemann, so die Order der Richterin, darf das Land nicht verlassen, Rosamaria B. nahm sie nicht einmal den Reisepass ab. Heute soll die Verhandlung fortgesetzt werden. Wenn Tinnemanns Ex-Frau denn auftaucht.

Man könnte fast verzweifeln, wenn man nach Lektüre von SPIEGEL ONLINE heute zufällig bei der BRIGITTE vorbeisurft, um einen äußerst demagogischen Artikel von Beate Koma über einen Bruchteil der so genannten “häuslichen Gewalt” zu lesen, in dem sie “Erziehungslager für prügelnde Ehemänner” fordert.

Hakenkreuz selbst geritzt?

Zweifel kommen auf, glaubt man der FAZ und Web.de

Eine Anfang November angeblich von Neonazis misshandelte junge Frau hat sich das NS-Symbol nach Justizangaben vermutlich selbst in die Hüfte geritzt. Zitat:

Der Fall war von Beginn an mysteriös. Die junge Frau hatte erst neun Tage nach dem Vorfall die Tat bei der Polizei angezeigt. Die Ermittler gingen ihrerseits erst Ende November mit einem Fahndungsaufruf an die Öffentlichkeit. Laut damaliger Mitteilung schlossen Rechtsmediziner aus, dass sich die 17-Jährige die Verletzungen selbst zugefügt haben soll.

Auch Mittweidas Bürgermeister Matthias Damm (CDU) hatte nach einem Treffen mit der Jugendlichen keine Zweifel an ihrer Version. Er versuchte, bei der Aufklärung zu helfen, und schickte mehr als 100 Briefe an Anwohner, die das Geschehen beobachtet haben könnten. Denn die junge Frau hatte angegeben, dass mehrere Menschen von ihren Balkonen aus den Übergriff beobachtet hätten, ohne Hilfe zu leisten. Bislang meldeten sich aber trotz einer ausgesetzten Belohnung von 5000 Euro keine Zeugen.

Hier greift offenbar die gesellschaftlich weit verbreitete Annahme, dass Mädchen und Frauen erstmal “per se” Opfer sein müssen.

Die Waffen der Mädchen

Alain Guggenbühl hat in der Weltwoche einen Artikel verfasst, der sicher nicht nur Aufschluss über die jugendliche weibliche Gewalt in der Schweiz liefert.

«Heute Abend gehen wir Mädchen verdreschen!», raunt die 14-Jährige ihrer Kollegin zu. Diese mimt Zustimmung, während sie an ihren Haaren zupft. Die beiden haben ein gemeinsames Interesse entdeckt: am Freitag- oder Samstagabend ein Tram besteigen, eine «doofe Tusse» aufsuchen und sie dann in einem kurzen Einsatz tüchtig verdreschen. Tussi-Hühner und Landeier hätten dies verdient, ist ihre Überzeugung.

Sehr bemerkenswert finde ich die detailgetreue Beschreibung der Strategien, wie Mädchen ihre Taten verschleiern.

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