Mädchengewalt – wie ein Thema verzerrt wird…

Lena wehrte sich. Als Mitschüler sich über ihre behinderte Mutter lustig machten, schlug sie zu. Das hübsche Mädchen aus München, das gerade mal die erste Klasse besuchte, verprügelte ein anderes Kind. Von da an versuchte Lena meistens, Konflikte mit Gewalt zu lösen. Mit elf war sie in ihrem Viertel deswegen gefürchtet.

Vor 20 Jahren haben sich Mädchen noch seltener geprügelt als heute. Das heißt aber nicht, dass sie weniger aggressiv waren. Sie lebten es nur anders aus. Intrigen und Lästereien sind altbekannte Mittel, um jemandem wehzutun. „Mädchen wird oft nachgesagt, dass sie eher Formen von sozialer Aggression anwenden, also darauf aus sind, Beziehungen oder einen Ruf zu schädigen“, weiß Angela Ittel. Das habe sich nicht geändert, aber die Gesellschaft reagiere sensibler: „Die Begriffe Mobbing und Bullying sind in den letzten Jahren sehr populär geworden.“

So stehts im Focus.

Als ich den Artikel las, war ich zuerst von der scheinbaren Neutralität des Artikels relativ angetan. Doch es kam, wie es wohl kommen musste:

Nicht ohne Grund

Manche Mädchen reden und prügeln heute, wie es früher allenfalls die Jungen gemacht haben. Aber es gibt nach wie vor Unterschiede. Die männlichen Altersgenossen schlagen immer noch wesentlich häufiger zu – und auch anders: „Mädchen, die andere körperlich verletzen, treten im Vergleich zu Jungen häufiger in Gruppen auf und sind nicht ganz so brutal“, sagt Psychologin Ittel. „Sie schlagen auch seltener einfach so zu, sondern eher, um sich zu rächen. Ihre Gewalt richtet sich zudem meist gegen andere Mädchen.“

So stimmt dann wieder die Weltsicht der Autorin und der Psychologin. Es muss doch einfach “lieber” und “besser” zugehen unter den armen Mädchen, die im Gegensatz zu den Jungen nun doch nicht ganz so schlimm sind.

Ob´s den Opfern wohl hilft?:

Die Dimension solchen staatlich verordneten Leides erreicht tragisches Ausmaß

“… In unserem Rechtsstaat kann es Menschen, weit überwiegend Vätern, widerfahren, dass gegen ihren Willen und ohne ihnen anzurechnendes schuldhaftes Verhalten ihre Ehen geschieden, ihnen ihre Kinder entzogen, der Umgang mit diesen ausgeschlossen, der Vorwurf, ihre Kinder sexuell missbraucht zu haben erhoben und durch Gerichtsentscheid bestätigt und sie zudem durch Unterhaltszahlungen auf den Mindestselbstbehalt herabgesetzt werden.

Plakat Österreich 2007


Die Dimension solchen staatlich verordneten Leides erreicht tragisches Ausmaß und sollte seinen Platz auf der Bühne, nicht in unserer Rechtswirklichkeit haben. …


” Zitat von Richter am OLG Harald Schütz, (D) Bamberg, in einem Vortrag am 10.Mai 1997 auf dem 49. Deutschen Anwaltstag, Anwaltsblatt (AnwBl) 8+9/97

Was hat sich in den letzten 11 Jahren verändert?

Frauenrabatt! Sogar bei der Bestrafung von kriminellen Handlungen. Ein Berliner Richter gesteht.

Man stelle sich Folgendes vor: Ein Berliner Richter erklärt in einem Interview, dass er bei gleichen Delikten gegen Männer konsequent mildere Strafen verhänge als gegen Frauen und dass dies auch die meisten seiner Kollegen so täten. Dieser „Männerrabatt“ sei gut und notwendig. Eine Empörungswelle würde durchs Land rauschen.Natürlich verhielt es sich in Wirklichkeit andersherum. Professor Ulrich Vultejus, Richter am Berliner Amtsgericht a. D., hatte im April gegenüber der „Zeitschrift für Rechtspflege“ erklärt, er habe sich in Verfahren gegen Frauen immer wieder gefragt, welche Strafe er gegen einen Mann verhängen würde, und dann „auf diese Strafe abzüglich eines ‚Frauenrabatts’ erkannt. Ähnlich scheinen es auch meine Kollegen zu handhaben.“ Ein „Rabatt“, setzte Vultejus hinzu, sei gerechtfertigt, „weil es Frauen im Leben schwerer haben“.

Gesellschaft: Das geschwächte Geschlecht – Deutschland – FOCUS Online

Ein längst überfälliger Artikel ist nun im Focus erschienen. Ich bin auf das allgemeine Medienecho gespannt, vermute aber, es wird keines geben…
Nicht viele Redaktionen und Journalisten sind so mutig…
Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen und wäre dann überrascht.

(Vielen Dank an Peter für den Link)

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Männerpartei fordert Haus für Opfer von Frauengewalt – Bern

Aber nicht nur körperliche Attacken seien ein Problem, so Parteipräsident Peter Kunz: Viele Männer würden von ihren Partnerinnen zudem genötigt, erpresst und bedroht. Aus einer Konfliktsituation zu fliehen, falle vielen Opfern nicht leicht. «Arbeitstätige müssen aus Zeitmangel dabei oft ihre Kinder zurücklassen», so Kunz. Darum soll das geplante VaterMannhaus nebst psychischer Unterstützung der Männer auch eine ständige Kinderbetreuung bieten.Wann das erste Haus seine Türen öffnen wird, bleibt offen. Die Initianten suchen nun nach Sponsoren sowie Personen und Institutionen, die das Projekt politisch unterstützen könnten. Dem Anliegen nicht abgeneigt ist man beim Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen: «Auch Männer brauchen Zufluchtsorte und sollten hier gleich behandelt werden», sagt Geschäftsführer Paul Gemperle.

20minuten.ch – Männerpartei fordert Haus für Opfer von Frauengewalt – Bern

Die Schweiz scheint – betrachtet man die Veröffentlichungen über häusliche Gewalt DURCH Frauen, wesentlich weniger ideologisch umzugehen, als ihre unmittelbaren Nachbarn Deutschland und Österreich.
Ob dies vielleicht an der vielbeschworenen Neutralität liegt?

Emma-Logik: Kindsmörderinnen sind besser als Väter

Auf Emma-Online steht unter der Überschrift: Die Einsamkeit der Mütter:

Sprachlosigkeit. Angst. Verdrängung. Sprachlosigkeit in der Beziehung; Angst vor dem Mann, dem Erzeuger des Kindes; Verdrängung der Schwangerschaft und bevorstehenden Geburt. Fast immer sind es Hausfrauen oder ganz junge Mädchen. Und immer sind sie gnadenlos einsam.

Wird noch nicht klar, worum es geht?

Es geht um tötende Mütter. Zitat:

Bis 1998 galt für solche Fälle der 2001 abgeschaffte § 217, nach dem bei unehe­lichen Kindern der so genannte “Kindsmord”, also die Tötung direkt nach der Geburt, als “erweiterte Abtreibung” mit “nicht unter drei Jahren” bestraft wurde. Heutzutage wird Kindsmord wie der Mord oder Totschlag eines Erwachsenen bzw. eigenständig lebenden Kindes ­bestraft. Nadja N. hat zehn Jahre Gefängnis bekommen.

Genau wie Sabine S. Auch die 40-jährige Wissenschaftlerin, Ehemann Ingenieur, sitzt im Gefängnis. Sie ist Mutter von drei Kindern und redet eloquent und bewusst. Wie also konnte es zu einem solchen Akt der Hilflosigkeit kommen?

“Mein Mann hat gesagt, wenn ich ihm noch einmal eine Schwangerschaft verheimliche, schmeißt er mich raus!” Sabine S. wird wieder schwanger, von ihrem Mann. Es ist keineswegs ein Geheimnis im Ort, dass sie schwanger ist. Und er? “Es ist unwahrscheinlich, dass man eine Schwangerschaft nicht mitbekommt”, sagt sie heute.

Nun wissen wir als Leserin oder Leser viel über die Hintergründe von Frauen, die ihre eigenen Babys umbrachten.

Doch weiter im Text:

Die Psychologin Prof. Anke Rohde glaubt nicht daran. Sie hat hundert Fälle von Kindstötungen im Raum Bonn unter­sucht und sagt: “Das Problem ist ja gerade, dass die Frauen keinerlei Art von Hilfs­angeboten annehmen können. Weil sie das Ganze verdrängen.” Die Not scheint so groß, dass die Frauen keinen Ausweg sehen.

Nun müssen wir realisieren, dass es also nicht an mangelnden Hilfsangeboten für Frauen in unserer Gesellschaft liegt, sondern einfach daran, dass die Kindsmörderinnen die Hilfsangebote und Alles Andere verdrängen. Soweit so klar: Nicht aber für Alice Schwarzer. Sie kommt zum Schluss:

Ein kurzer Prozess könnte die Wiedereinführung des § 217 sein, aber diesmal nicht eingeschränkt auf die Tötung “unehelicher”, sondern für alle Neugeborenen. Der alte § 217, der im 19. Jahrhundert ins Strafgesetzbuch aufgenommen wurde, ging davon aus, dass nur ledige Mütter Probleme haben. Wie wir sehen, ist das ein Irrtum. Doch die juristische Unterscheidung im alten Recht zwischen “Kindsmord” – also der Tötung eines Neugeborenen, direkt nach der Geburt und noch bevor sein Leben beginnt – und der Tötung eines ­bereits eigenständig ­leben­den Kindes oder Erwachsenen war richtig. Es war falsch, diesen Paragraphen ersatzlos abzuschaffen.

Ein neuer § 217 muss her, der diese einsamen und verzweifelten Mütter nicht auch noch für Jahrzehnte ins Gefängnis schickt. Das nutzt nämlich niemandem.

Hmm. Man fragt sich schon, ob dies nun logisch nachvollziehbar ist. Man kann den eben gelesenen Absatz wohl nur verstehen, wenn man weiter liest…

Übrigens: In den meisten Fällen sind die Frauen, die ein Neugeborenes nicht leben lassen, schon Mütter – und fast immer gute Mütter. Doch in der Regel gehen sie dann ins Gefängnis, und ihre Kinder bleiben bei dem Vater zurück. Bei dem Mann, der wegguckt, schweigt, droht. Und in den meisten Fällen auch schlägt.

Ist jetzt alles klar? Ich denke schon.