“Gewalt von Frauen war kein Thema” sagt Frau Kavemann und bagatellisiert weiter

Interview mit Soziologin Kavemann: “Gewalt von Frauen war kein Thema” | Frankfurter Rundschau – Wiesbaden

Interview mit Soziologin Kavemann
“Gewalt von Frauen war kein Thema”

Beim Thema häuslicher Gewalt dachte man lange Zeit, nur Männer seien die Täter und Frauen immer die Opfer. Wie kommt es, dass gewalttätige Frauen früher übersehen wurden?

Das war irgendwie kein Thema der Frauenbewegung. Man hat sich da lange Zeit auf den Füßen gestanden, um Gewalt von Frauen auch in diesem Kontext wahrnehmen zu können. Aber das ist nur die halbe Erklärung. Die andere Hälfte ist: Wenn man Gewalt in den Geschlechterbeziehungen in die Politik bringen, also als Thema setzen will, dann muss man es relativ polarisierend tun. Anders funktioniert es nicht. Hinzu kommt, dass Männer deutlich seltener von schwerer, verletzungsträchtiger Gewalt betroffen sind als Frauen. Wenn es so wäre, dass wir es mit dem gleichen Bild von Gewalt zu tun hätten, dann hätten wir auch eine Menge von verletzten Männern. Und dann wäre es gar nicht möglich gewesen, dass dieses Problem nicht gesellschaftlich sichtbar geworden wäre.

Anmerkung:
Sehr geehrte Frau Kavemann,

wenn Sie sich mal gründlich informiert hätten, so wären Sie seit Jahren bereits auf manche Studien gestossen, die belegen, dass Männer von Frauen geschlagen und mißhandelt werden.
Nur: Dies geschieht einfach viel mehr im Dunkelfeld, weil die Anzeigebereitschaft und die Wahrnehmungsbereitschaft bei diesen Gewalttaten eben viel geringer ist, als bei der Gewalt von Männern gegen Frauen. Jener Gewalt also, die Sie – wie viele Feministinnen und Feministen neben Ihnen – einfach als die einzig wirklich schlimme Gewalt wahrnehmen und wahrhaben wollen.
Dieses Interview zeigt exemplarisch, dass Sie auch heute offensichtlich nicht bereit sind, die unter anderem durch Sie aufgestellten Thesen zu revidieren, zu ergänzen oder einfach anzuerkennen, dass Sie sich früher geirrt haben.
Ihr Verhalten befremdet mich einfach nur.
Sie kommen ja zudem zu folgenden Ansichten:
Wie häufig erleben denn Männer in ihren Liebesbeziehungen Gewalt?

Wenn es um das Vorkommen von Gewalt geht – also das, was von Männern so eingestuft wird – haben wir es statistisch gesehen immer mit einer Gleichverteilung zu tun. In den bundesdeutschen Untersuchungen antworten sowohl 25 Prozent der befragten Frauen als auch 25 Prozent der Männer mit “Ja”, wenn sie danach gefragt werden, ob sie schon einmal Gewalt in einer Beziehung erlebt haben. Auch bei hetero- und homosexuellen Beziehungen ergeben sich die gleichen Prozentsätze. Wenn wir dann darauf schauen, um welche Art von Gewalt es sich handelt, wie gefährlich und verletzungsträchtig sie ist und wie häufig sie vorkommt, dann sehen wir deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede.
Und welche sind das?
Wir haben bei beiden Geschlechtern die Kombination von körperlicher und psychischer Gewalt. Aber wir haben bei der Gewalt, die Männer ausüben, eben diese Häufigkeit von gravierenden Verletzungsfolgen. Außerdem geht sie stark mit sexueller Gewalt einher, was wir bei Frauen vergleichbar nicht finden.

Wird die Gewalttätigkeit auch unterschiedlich bewertet?
Grundsätzlich wird gewalttätiges Handeln von Frauen in der Gesellschaft stärker verurteilt als das von Männern. Das sieht man bis in die Arbeit der Justiz: Gewaltverbrechen von Frauen werden schärfer geahndet als von Männern – vor allem, wenn es um Tötungsdelikte geht. Wenn Männer und Frauen jedoch befragt werden, wie sie das Gewalthandeln des anderen Geschlechts in der Partnerschaft bewerten, dann richtet sich der verurteilende Blick eher auf die Männer. Das heißt, ihnen wird eher unterstellt, dass sie das Ganze in der Absicht getan haben, die Partnerin zu knechten und ihr zu schaden. Bei Frauen wird dagegen eher angenommen, dass sie zum Teil in Selbstverteidigung handeln, dass sie also einen anderen Grund haben, sich mit Gewalt gegen den Partner zu stellen.

Es mutet geradezu seltsam an, dass Sie sich bei dieser Sachlage zu einer solchen These verleiten lassen. Die Wahrheit ist nämlich genau umgekehrt… Männer werden wesentlich härter bestraft.

Ziehen von häuslicher Gewalt betroffene Männer eigentlich andere Grenzen?
Das muss noch erforscht werden. Es gibt Hinweise darauf, dass Männer früher als Frauen aggressives Verhalten als unangemessen empfinden und von daher als gewaltförmig einstufen als das Frauen mit Blick auf ihre männlichen Partner tun.

Von welchen Formen psychischer Gewalt sprechen Männer dann eher?
Männer beklagen sich, wenn die Partnerin sie kontrolliert. Das beklagen die Frauen auch – aber es scheint so zu sein, dass Männer ein eifersüchtiges oder kontrollierendes Verhalten der Partnerin schneller als unangemessen empfinden.
Hier dämonisieren Sie Männer erneut, indem Sie ihnen Weinerlichkeit unterstellen oder absichtliche Manipulation… Sie belegen diese These jedoch mit keinem Wort.

Misshandelte Frauen können auf Unterstützung hoffen. Wie ergeht es den Männern, die Gewalt durch Frauen erleiden?
Man kann nicht generell sagen, dass Frauen auf Unterstützung hoffen können. Es ist aber ein Unterstützungsangebot aufgebaut worden, das die gesellschaftliche Situation wirklich verändert hat. Und es ist sehr viel Kompetenz und Kenntnis auch in der Breite des sozialen Unterstützungssystems angekommen, so dass misshandelte Frauen auch dort auf Rat und Hilfe stoßen, wo sie nicht zu spezialisierten Einrichtungen gehen. Für misshandelte Männer gibt es keine vergleichbare Unterstützung. Es ist noch nicht in dem Maße Thema, dass Männer auch durch ihre Partnerinnen Gewalt erleiden können.

Nicht zuletzt Sie haben durch ihre jahrelangen Ausblendungen und anderslautenden Veröffentlichungen an “vorderster Front” doch genau dafür gründlich gesorgt, dass die Gewalt von Frauen noch “nicht genug Thema” ist. Ich vermisse hier doch ein wenig Selbsterkenntnis – so etwas wie Reue erwarte ich nicht mehr.

hr2 Der Tag: Häusliche Gewalt ist eben auch weiblich

Nun stellt sich heraus, das Konzept häusliche Gewalt sei immer männlich ist völlig überholt. Denn Studien belegen, Frauen sind mindestens genauso gewaltbereit wie Männer. Sicher ist offenbar nur eines: Gewalt und Familie gehören zusammen. Und das ist das eigentliche Problem

Podcast: hr2 Der Tag | hr2 | hr

Institut für Pädagogik der Universität Osnabrück – Sexismus zu Ende gedacht…

Dass sich Universität(inn)en mit dem Themenbereich “häusliche Gewalt” auseinandersetzen ist nix Neues…

Doch dass sie gemeinsam mit anderen “Expertinnen” aus Europa im Jahr 2009 noch immer derart einseitig zum Thema “forschen” , ist geradezu eine wissenschaftliche Frechheit. Wir lesen:

Die Bekämpfung jeglicher Formen von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen steht im Mittelpunkt des europäischen Projektes “PRO-TRAIN”, das seit April 2007 vom Institut für Pädagogik der Universität Osnabrück koordiniert wird. Elf Expertinnen aus sieben europäischen Ländern haben seitdem ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Professionelle des Gesundheitswesens zum Thema häusliche und sexualisierte Gewalt entwickelt und erprobt. Eine internationale Abschlusskonferenz, zu der Wissenschaftler, Mediziner, Juristen, Mitarbeiter von Jugendämtern und der Polizei erwartet werden, findet am Freitag, 6. März, ab 10.30 Uhr in der Katholischen Familienbildungsstätte Osnabrück statt.
“Experten und Expertinnen verschiedener Berufsgruppen wurden in den zwei Jahren zu Fortbildungen eingeladen, um die spezifische Rolle der jeweiligen Berufsgruppe in der Prävention und Intervention bei häuslicher und sexualisierter Gewalt zu verdeutlichen und Kooperationsmöglichkeiten aufzuzeigen”, so die Osnabrücker Projektkoordinatorin Sabine Bohne. “Die Evaluation der Fortbildungen zeigt, dass der multi-professionelle Ansatz in Fortbildungskonzepten zur Bekämpfung der Gewalt von großer Bedeutung ist.” Besonders wichtig sei erstmal das Erkennen von Gewaltverhältnissen und die gezielte Weitervermittlung betroffener Frauen und Kinder an spezifische Beratungsstellen.

Kein Wort von prügelnden Müttern oder Ehefrauen, die auf Ihre Männer einschlagen. kein Wort von Misshandlerinnen, die alte pflegebedürftige verletzen. Nein, Märchen sind einfach keine Wissenschaft – doch dies schein in Osnabrück und anderswo noch nicht bekannt zu sein.

Vielmehr werden viele wissenschaftliche Ergebnisse geradezu ausgeblendet, wie wir u.a. hier nachlesen können. Nun denn, im Grunde ist nichts anderes zu erwarten gewesen, daher hält sich meine Aufregung in Grenzen.

Blog verherrlicht weibliche Gewalt gegen Männer

5d03Ob nur einfach “unterbelichtet” ist, was man hier für seltsame Absonderungen lesen kann, oder aber ob sich daraus gar eine kommende Mode bezüglich der Sicht vieler Männer auf die Frauen von heute ableitet, diese Einschätzung überlasse ich Ihnen als Leser/innen dieser Seite.

Festzuhalten bleibt: Das Selbstbewusstein des(r) Schreiber(in) ist wohl derart (wenig) ausgeprägt, dass Frauen als Superfrau dargestellt werden müssen.
Wer aber Gewalt so wie in diesem Blog verherrlicht, erfüllt als Autor(in) mit Bravour alle Voraussetzungen, um hier genannt zu werden.

Wie “altmodisch” der Europarat den Begriff häusliche Gewalt fasst…

kann hier wunderbar nachvollzogen werden. Unter häuslicher Gewalt wird nur die “Gewalt gegen Frauen” begriffen. Offenbar gibt es in der Wahrnehmungsfähigkeit des Europarates nicht einmal Frauen, die Kindern eine Ohrfeige geben…