Der „Weisse Ring“ verbreitet Märchen über die Opfer von Gewalt, und die Presse glaubt es.

„Das Opfer von Gewalt ist meistens weiblich“

Der Weisse Ring Hamburg hat im vergangenen Jahr 1284 Opfern von Kriminalität geholfen. Die rund 80 ehrenamtlichen Helfer haben dafür 13 000 Stunden ihrer privaten Zeit aufgewendet. „Knapp drei Viertel der betreuten Kriminalitätsopfer waren Frauen oder Mädchen„, sagte Wolfgang Sielaff, Vorsitzender der Opferschutzorganisation in Hamburg. „Das untermauert die bittere Erkenntnis, dass das Opfer von Gewalt in unserer Gesellschaft meistens weiblich ist.“ Die meisten seien Körperverletzungen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt, Stalking und Sexualdelikten ausgesetzt gewesen.

Sorry, aber etwas Dämlicheres als diesen Artikel im Abendblatt habe ich in den letzten Jahren über das Thema Gewalt einfach nicht gelesen.
Ein einziger Blick in die Kriminalitätsstatistiken der letzten 60 Jahre hätte genügt, um festzustellen, dass körperliche Gewalt zum weitaus größten Teil gegen Männer und Jungen verübt wird. (Im langjährigen Durchschnitt (!) sind zwei Drittel der Gewaltopfer schließlich männlich!)

Der „Weisse Ring“ sollte sich einmal fragen, inwieweit er nicht einfach „feministisch-gesellschaftskonform“ ausschließlich Angebote macht, die nur „Opferinnen“ ansprechen, männliche Opfer aber konkret ausblenden.

Hätte er das getan und würde endlich eine Öffentlichkeitsarbeit machen, die auch den Hauptteil der männlichen Opfer anspricht, so würde er auch viel mehr männliche Opfer beraten können. Nein, stattdessen wird die Realität solange umgedeutet bis sie so lautet, dass die Spendenfreude der Bevölkerung weiter angeheizt wird.
Aus der Menge der beratenden Personen wird einfach eine definitive Falschaussage über die geschlechtstypische Verteilung bei Gewaltopfern herbeifabuliert.

Wenn alle Personen beim „weissen Ring“ deratig falsch informiert sind wie Wolfgang Sielaff, der Vorsitzende der Opferschutzorganisation, so kann nur jedem Gewaltopfer abgeraten sein, sich dort Unterstützung zu holen.

Diese offensichtliche Realitäts-Blindheit einer Organisation, die seit Jahren viele Fördergelder und Spenden erhält und sich satzungsgemäß mit der Kriminalität beschäftigt, verdient echt Respekt! Deppen-Journalismus und Deppen-Recherche par Exellence!

„Kaum vorstellbar“ Gewalt von Frauen gegen Männer…

Wie weit die Vorstellung verbreitet ist, dass es ausschliesslich männliche Täter und weibliche Opferinnen gibt wird sehr deutlich in folgendem Artikel aus den NÜRNBERGER NACHRICHTEN:

Von Partnerinnen gedemütigt

Aber es gibt eben auch die anderen; die Fälle, in denen Männer von ihren Partnerinnen gedemütigt und drangsaliert werden. Wie groß der Kreis der Betroffenen ist, ist unklar. Schätzungen zufolge sollen kaum vorstellbare 13 Prozent aller Männer von häuslicher Gewalt betroffen sein, sagt Ralf Bohnert, Leiter des Krisendienstes Mittelfranken. Andere Schätzungen gehen von fünf bis zehn Prozent aus.

Das Ausmaß ist auch deshalb so schwer auszumachen, weil viele Männer sich nicht trauen, Hilfe zu holen. «Sie haben große Angst, sich an die Polizei zu wenden. Sie haben Angst, nicht ernst genommen zu werden«, sagt Bohnert. Wer einmal einem Beamten gegenüber saß, der sich das Grinsen verkneifen musste, schaltet schnell wieder auf Schweigen um.


Mit Messer gegen Lebensgefährten

In einem anderen Fall, der am Telefon zur Sprache kam, geht die Schilderung über die psychische Gewalt hinaus. Der Vater des Opfer berichtete, dass sein Sohn von seiner Freundin körperlich angegriffen werde. Der tragische Höhepunkt: Die Frau ging mit dem Messer auf ihren Lebensgefährten los.

Bohnert legte den Vätern ans Herz, dass sie ihre Söhne ermutigen sollten, sich bei Beratungsstellen Hilfe zu holen. Der Krisendienst, der männliche Gewaltopfer betreut, ist unter (0911) 4248550 erreichbar.

Doch bezeichnender Weise gibt auch dieser Artikel  das  oben genannte Klisschee  wieder:

Wenn es um Gewalt in Beziehungen geht, ums Ausnutzen wirtschaftlicher Abhängigkeiten, um Drohungen oder Stalking, dann ist die Rollenzuschreibung klar: Die Frau ist das Opfer, der Mann der Täter. Und in den allermeisten Fällen trifft das auch zu.

Tja, es ist einfach kaum zu glauben…

„Neues Deutschland“ und die ewiggestrigen Thesen

Wenn der Artikel vor ca. 5 oder gar 10 Jahren erschienen wäre, so wäre er vielleicht in seiner ideologischen Ausrichtung  noch verständlich.
Aber nein: dieser Artikel ist aus dem Februar 2009…

Mann prügelt sich reuelos durchs Leben

Reiner Funke schreibt:

Szenarien häuslicher Gewalt ähneln einander: Sie beginnen mit Gebrüll, fliegenden Tassen, bis es zu Schlägen kommt. »Besonders grausam sind Fälle mit langwierigem Verlauf, mit Gewalt bis ins Sadistische«, sagt Irma Leisle. Sie leitet die Hotline der »Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen« (BiG).

Bei den Anruferinnen handelt es sich um die Gattin des Bankdirektors, die Frau des Familientherapeuten, des Politikers, des Lehrers, des Ingenieurs, des Bauarbeiters, des Arbeitslosen. Männer sind zu 80 Prozent und mehr die Täter, eine Häufung registriert BiG im Alter zwischen 30 und 40 Jahren.

Soziale Schwierigkeiten erweisen sich manchmal als Auslöser, aber im Grunde artikuliert sich nach BiG-Erfahrungen in jedem Fall die überlebte patriarchale Struktur vergangener Jahrhunderte, der Drang nach Macht und Kontrolle. Dabei empfinden Täter meist keinerlei Unrechtsbewusstsein, auch nicht bei sexueller Gewalt. Die Männer verbieten soziale Kontakte, isolieren die Partnerin, verwickeln sie in ökonomische Zwänge. In bildungsnahen Familien wird Gewalt stark von psychischem Terror begleitet. Zudem: Mancher, der in frühen Jahren verprügelt wird, prügelt sich fortan reuelos durchs Leben.

Wenn man davon ausgeht, dass Profis eigentlich viele Zugänge zu neueren Forschungsergebnissen haben müssten, so müsste man auch annehmen, dass nicht derartig viel Unsinn verbreitet werden würde.

Kein Wort von prügelnden Frauen ist zu finden, kein Hinweis, dass ja genau das BIG in Berlin vor fast 20 Jahren eine niedrigschwellige Arbeit mit männlichen Tätern geradezu verhindert hat.

Nein – eher werden wieder und wieder die Zerrbilder häuslicher Gewalt veröffentlicht, in denen Männer ausschließlich Sadisten – Frauen aber ausschließlich als Opfer dargestellt werden.

Herausgestellt wird das Leid der Opfer. Die Überidentifikation der professionellen Helferinnen mit ihrem Klientel wird nicht thematisiert. Es ist davon auszugehen, dass sie nicht einmal bewusst ist.

Wenn doch alles stimmen würde, was parlamentarische Staatssekretärinnen erzählen…

Eine große Tagung zum Thema häusliche Gewalt wurde in MV veranstaltet:

Dr. Margret Seemann, Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung: „Ärztinnen und Ärzte sind für die von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und Kinder mit die wichtigsten Vertrauenspersonen. Sie benötigen deren medizinische Hilfe, aber auch deren Rat. Denn in den meisten Fällen sind Frauen und Kinder als hauptsächliche Opfer häuslicher Gewalt nicht in der Lage, allein die Gewaltspirale zu durchbrechen. Das große Interesse der Medizinerinnen und Mediziner für diese Fachtagung zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht.“

So wird berichtet, wenn man Frauen als Täterinnen gnadenlos ausblendet. Im beworbenen Internetporal ist jedoch von gewalttätigen Personen oder Eltern die Rede.

Beratungsstellen für Täter und Täterinnen fehlen in der Berichterstattung völlig.

Frauen morden einfach anständiger, Folge 27124

Mehrfach wurde das Buch: „Wenn Frauen morden“ des Kriminalisten (mit sozialpsychologischen Ambitionen) Stephan Harbort hier bereits beschrieben. Da kann PR-INSIDE  nicht fehlen… 

 Bei Harbort geht es sowohl um Beziehungstaten als auch um Morde aus Habgier. Er analysierte die Geschichte der Brandenburgerin Sabine H., die neun ihrer Babys nach der Geburt sterben ließ. Er beschäftigt sich auch mit den spektakulären Fällen von «Todesengeln» in Krankenhäusern oder Altersheimen. Eine seiner Kernthemen: Geht es um Beziehungstaten, töten Männer meist, wenn ihnen der Verlust der Frau oder der Familie droht – nach dem Motto: «Wenn sie nicht bei mir bleibt, soll sie auch kein anderer haben.» Frauen dagegen töten eher, um den Partner loszuwerden, aus dem Gefühl heraus, sich oder andere schützen zu müssen beziehungsweise wollen: «Er ist im Weg; er muss weg. Ein Mann tötet seine Partnerin also häufig im Affekt. Bei der Frau «wird das affektiv wirksame Moment eher im Vorfeld der Tat zu suchen sein», schreibt Harbort. «Statistisch gesehen tritt der Beziehungs-Super-GAU durchschnittlich nach fünf Jahren ein, wenn die Frau beschließt, das Problem Mann gewaltsam aus der Welt zu schaffen», stellt er weiter fest. Bei Frauen, die ihre neugeborenen Kinder töten, sieht Harbort eine klare Mitschuld der Väter. Strafrechtlich würden nur die Frauen zur Rechenschaft gezogen. «Allerdings wäre es grundfalsch, die Täterinnen allein für diese Tragödien verantwortlich zu machen», schreibt er. Auch der Vater handele unverantwortlich, wenn er sich nicht um die werdende Mutter und ihre Probleme kümmere. «Was sind das für Männer, die das Ende einer Schwangerschaft bemerken und nicht danach fragen, wo das Baby ist?» fragt er. Aber auch die Familie, Freunde, Kollegen oder Nachbarn sieht er in der Pflicht. Undenkbar seien solchen Taten ohne ein familiäres und berufliches Umfeld, das sich immer wieder abwende und schweige, schreibt Harbort. «Das Ablehnen dieser sozialen Verantwortung ist sicher auch ein Verbrechen, allerdings eher ein moralisches. …

Nur 10 bis 15 Prozent der Tötungsdelikte werden von Frauen begangen, die meisten davon werden im häuslichen Bereich verübt. Selten geht es den Täterinnen darum, sich einen finanziellen oder sonstigen Vorteil zu verschaffen, wie Harbort schreibt. «Vielen Frauen, egal, wie oft sie töten, und egal, gegen wen die Taten gerichtet sind, geht es um Selbstschutz, Selbstbehauptung und Selbstverwirklichung.» Er kritisiert, dass oft nicht danach gefragt werde, warum Frauen morden und warum sie es seltener tun als Männer. 

Fazit: Das gesamte Theoriegebäude (bzw. eher der Abgrund, der sich hier auftut)  wird immer verstiegener. Weshalb?

Es ist ohne  solche hypothetische Konstrukte geradezu unmöglich, der Bevölkerung einzuhämmern, dass Frauen immer, also wirklich immer – selbst beim Morden – die moralisch besseren Menschen sind…