Die Österreichische Frauenministerin Bures hatte offenbar zu Weihnachten ein Geschenk an die Männer in dem von ihr mitvertretenen Land.
Es ist wirklich keine Nettigkeit, Männer nur in der Täterrolle darzustellen, doch es passt ins Konzept, wie hier bereits berichtet wurde.
Mit diesem Plakat sollte Gewalt in der Familie zur Weihnachtszeit offenbar vermindert werden.
Auf den ersten Blick ist erstmal nichts “Schlimmes” zu entdecken, anders sieht es hingegen aus, betrachtet man den gesamten Hintergrund der letzten publizistischen Anstrengungen aus ihrem Hause.
Vor Kurzem erst ließ sie verlautbaren:
Zitat: Frauenministerin Bures hält einen “partnerschaftlichen, gewaltfreien Umgang miteinander” für “mindestens genauso wichtig wie Mathematik und Geographie”. “Buben und Mädchen müssen von klein auf lernen, dass Gewalt ein schweres Unrecht ist. Dann sind Buben später weniger gefährdet, Täter zu werden. Und Mädchen sind später weniger gefährdet, Opfer zu werden – weil sie gelernt haben, Gewalt nicht zu tolerieren”, so Bures.
Die Frauenministerin unterstützt im Rahmen der Gender Tage Mädchen, die im schulischen Bereich Gewalt selbst erfahren haben, oder sich mit diesem Themenbereich präventiv auseinandersetzen wollen.
Bereits vor mehreren Monaten gab es Plakate aus dem Hause Bures, die das Prügeln von Männern untereinander geradezu glorifizieren:
Die Plakataktionen sind offenbar dazu gedacht, häusliche Gewalt in Österreich einzudämmen und zur Veränderung gewalttätigen Verhaltens aufzurufen.
Ausgeblendet wird hier jedoch ein Großteil (wenn nicht der überwiegende Teil) der häuslichen Gewalt: Der gegen Kinder, gegen alte Menschen, gegen Pflegebedürftige und der von Frauen gegen Männer.
Bei einer derartig offensichtlich verzerrten Wahrnehmung der Realität ist es nicht verwunderlich, dass – wie eigentlich immer in solchen Zusammenhängen – der Stand der internationalen Forschung zum Thema Gewalt in der Familie ignoriert wurde.
Scharfe Kritik kommt diesmal nicht von so genannten “Männerrechtlern” oder von Juristen, sondern aus sozialwissenschaftlich berufenem Munde:
Professor Amend, eremitierter Professor aus Bremen und Sozialwissenschaftler ersten Ranges kritisiert die Kampagne zurecht als keineswegs rechtskonform:
Nun, die Botschaft ist klar: Immerhin gibt es ein EU Antidiskriminierungsgesetz, nach dem das Diskriminieren von Personen oder Gruppen nach dem Geschlecht strafbar ist. Aber: Genau so eine Diskriminierung erfolgt hier durch die Gestaltung der Anzeige: Die Väter werden als die Gewalttätigen in der Familie vorgeführt, die das Weihnachtsfest stören. Papa der Täter, Mama und Kind, wie Maria und Jesu, einfach die Gefährdeten. Neu an dieser Art Werbung ist nichts, allenfalls die Tatsache, dass die Gewaltdiskussion weihnachtsfähig wird.
Frau Bures und ihr Kollege, der Männer-Minister Buchinger sollten sich einmal zusammensetzen und überlegen, wen sie mit derartigen Kampagnen im Grunde erreichen und wem sie es vor Allem “recht machen” wollen.
Zitat Amend:
… allein das (die Forschungsergebnisse von von Studien, die die Gewalt von Frauen belegen) würde schon die Annonce der Frauenministerin als Irreführung der Öffentlichkeit qualifizieren. Sie kann von Glück sagen, dass niemand auf den Gedanken gekommen ist, diese Annonce am Antidiskriminierungsverbot zu messen.
Und per Bild nahe zu legen, dass Mama und Kind vom Vater gleichermaßen bedroht werden, stimmt auch nicht. Es steht im Widerspruch zur österreichischen Forschung von vor 20 Jahren und den internationalen Untersuchungen ebenfalls.
Mütter prügeln und piesacken ihre Kinder nicht weniger als Väter und wenn sie selber nicht prügeln, dann kann es daran liegen, dass sie sich der alten Arbeitsteilung bedienen, nach der der Vater das tun muss, womit die Mutter sich die Finger nicht schmutzig machen möchte: eben prügeln. Und dass Mütter besonders nach der Geburt, anders als die Väter, zu den schlimmsten Ausbrüchen mit tödlichem Ausgang fähig sind, das wird öffentlich dieser Tage. Es ist wahrlich keine gute Idee, im Schatten weihnachtlicher Sentimentalitäten, Männern Übles nachzusagen und Frauen zu Marienfiguren zu stilisieren.
Zumindest alle Forschung steht dem unnachsichtig im Wege.
Die Fachöffentlichkeit wird jedoch auf Dauer derartige Eskapaden nicht unbedingt verzeihen, denn sie wird mit den alltäglichen Folgen einer solch verblendeten Propaganda konfrontiert.
Dazu passt auch, dass gerade heute ein Artikel veröffentlicht wurde, der über die Gewalteskapaden der Österreichischen Mädchen und Jungen zu berichten weiß. Er stützt sich auf eine neue Studie der WHO.
Zitat (hier entnommen):
Studien haben ergeben, dass jedes zehnte Kind an heimischen Schulen Opfer oder Täter von körperlicher Gewalt ist. Zum “Bullying” (Schikanieren) hat auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor kurzem ernüchternde Zahlen veröffentlicht:
Die österreichischen “Bullys”, also Schüler, die andere traktieren, liegen im internationalen Vergleich hinter Litauen und Deutschland an dritter Stelle.
14,5 Prozent der Mädchen und ein Viertel der Buben gaben in der WHO-Untersuchung in 26 Ländern an, mindestens zwei- bis dreimal in der Woche ihre Mitschüler verbal oder physisch angegriffen zu haben.
Der Schnitt liegt bei 16,4, beziehungsweise 8,4 Prozent.
Christiane Spiel (die hier Interviewte) spricht von einem “Vorurteil”, wenn behauptet werde, dass Gewalt vermehrt in Klassen mit einem hohen Migrantenanteil vorkomme. Generell gelte: Je gewaltfreier die Umgebung, desto motivierter sind die Schüler. (Marijana Miljkovic, DER STANDARD – Printausgabe, 4. Jänner 2008)
Zwangsläufig muss darüber nachgedacht werden, ob und inwieweit sich die überproportionale Zunahme von massiven Gewalttaten durch Mädchen in den letzten Jahren nicht auch als zweifelhafter Erfolg einer solch einseitigen Berichterstattung durch Ministerien und Medien erklären lässt.
Ob Frau Bures darauf stolz sein kann?
###articles###


