Täterinnen bei häuslicher Gewalt

In über sieben Prozent der Fälle ging die häusliche Gewalt von Frauen aus. Der Anteil von ausländischen Tätern ist mit über 52 Prozent hoch. Bei den Frauen liegt der Anteil von Ausländerinnen
sogar bei gegen 60 Prozent.

Dass die Polizei gegenüber dem Vorjahr über 15 Prozent mehr Fälle von häuslicher Gewalt verzeichnete, hängt mit dem neuen Gewaltschutzgesetz zusammen, das seit einem Jahr in Kraft ist. Delikte, die im Rahmen von häuslicher Gewalt verübt werden, sind seither Offizialdelikte. Das heisst, die Polizei untersucht hier von Amtes wegen, selbst dann, wenn es sich «nur» um Tätlichkeiten, leichte Körperverletzungen oder Drohungen handelt. Sonst untersucht die Polizei solche Straftaten nur auf Antrag.

Dieses Zitat stammt aus der Schweiz und bezieht sich auf den Kanton Zürich. Beschrieben werden hier die sogenannten Wegweisungen der Täter und Täterinnen.

Wenn man (mit sehr hoher Warscheinlichkeit) annimmt, dass Männer deutlich seltener die Polizei rufen, wenn sie Opfer der Tätlichkeiten ihrer Partnerinnen wurden, so ist in direkter Folge von einer wesentlich höheren Dunkelziffer bezüglich dieser Gewalttaten auszugehen als im umgekehrten Fall.

Laut Aussage der Stadt Hamburg waren (in 2006) bereits 10% der weggewiesenen Täter(Innen) Frauen. Dies
sind Hellfeldzahlen – also schlicht offiziell belegte Tatbestände. Und dennoch wird überall dieses Thema eher verschwiegen und geleugnet. Doch da kommt mir eine Idee:

Vielleicht greift ja Beate Koma von der Zeitschrift “Brigitte” einmal dieses Thema auf…

Das wäre jedoch in etwa so gefährlich wie unwarscheinlich:

Nach genauerem Überlegen hoffe ich eher, dass sie nicht über dieses Thema schreibt, denn ich muss befürchten, sie könnte sonst Erziehungscamps für prügelnde Mütter und Ehefrauen fordern.

Die “Brigitte” ruft dazu auf, Frauen wegzuklicken.

Dass sich Videospiele auf die Seelenbeschaffenheit von potentiell gewalttätigen Menschen auswirken können, ist längst nachgewiesen.
Die Brigitte fordert seit Neuestem Ihre Internetbesucherinnen dazu auf, eine von der Brigitte mit Häme und zahlreichen Falschbeschuldigungen bedachte ehemalige Tagesschausprecherin gegen die von Seiten der Brigitte vergötterte Ikone der Frauenbewegung “wegzuklicken”.

“Ausmachen”, “wegklicken”, “abschiessen” haben viele Jungs von klein auf in Ballerspielen gelernt. Sie haben sich dafür viel moralisches Geseufze von hauptsächlich weiblichen Erziehungspersonen anhören müssen, und wurden für ihre Schlechtigkeit verachtet. Doch: Die Brigitte hat gelernt. Was für Jungs schlecht ist, und sie schlecht macht, kann für Mädchen und Frauen vielleicht gut sein.
Die Brigitte-Redaktion setzt offenbar auf die nachgewiesenen “Erfolge der systematischen Desensibilisierung” durch verachtende Hetze in Computerspielen.
Machart:
Zuerst Unwahrheiten über die Meinungsäußerung einer Person verbreiten und diese später als Zielfigur für ein (zugegeben schlecht gemachtes) Ballerspiel benutzen…
Dann ist damit zu rechnen, dass es vielleicht für manche fehlgeleitete Frauen- oder Mädchenseele danach nur ein kleiner Schritt wäre, mit Gegenständen oder Distanzwaffen diese von der Brigitte zum “Wegklicken” freigegebene Zielperson anzugehen.

Wer meinen Beitrag jetzt unter den Labels: Zynismus, Spinnerei, oder schlechte Glosse einsortiert, liegt leider (nicht ganz) falsch.

Es ist vielmehr der verzweifelte Versuch, durch tiefes interlektuelles Bücken dem im freien Fall herabsinkenden Niveau der Zeitschrift nachkommen zu wollen.

Normalerweise lässt sich über das Thema Täterinnen kaum ein Witz machen. Doch diese weitere redaktionelle Entgleisung gegenüber Eva Hermann in einem bekannten deutschen Verlag musste einmal hier hinein. ich bin weder ein Freund oder Verfechter ihrer Thesen und Ansichten, doch was sich die deutsche Medienlandschaft im letzten Jahr an Hetze gegenüber Abweichlerinnen von der allgemeingültigen feministischen Doktrin erlaubt hat, erinnert an die Hexenjagt im Mittelalter – mit dem Unterschied, dass die offen aggressiv und mörderischer war.

Tatsache ist: es ist ein offenbar dämliches Spiel.
Nun zu mir: Schande auf mein Haupt! Ich gelobe Besserung. Ich verspreche, ab heute zwei Monate nicht mehr – auch nicht durch “Google-Verweise” – in meinen Recherchen das Portal der “Brigitte” zu betreten.

Die “Brigitte” bekommt offenbar kalte Füsse

Nach der geradezu absurd anmutenden Forderung nach Erziehungslagern für prügelnde Ehemänner gab es Proteste in der eigens von der Redaktion eingerichteten Kommentarmöglichkeit auf der Homepage der Zeitschrift BRIGITTE…

Viele Leser und Leserinnen empörten sich über die völlig einseitige Berichterstattung von ausschließlich männlichen Tätern und der kompletten Ausblendung von prügelnden Frauen.

Offenbar gab zu viele kritische Proteste, zuletzt waren es insgesamt 185 Äußerungen zum Artikel: geschrieben von zahlreichen Fachleuten, von Publizisten und von kritischen Leserinnen und Lesern.

Jede Zeitung lebt heutzutage nicht zuletzt von der Interaktivität mit Ihren LeserInnen, der Möglichkeit also, die eigene Meinung kunzutun, die Sichtweise der Publikation zu hinterfragen, sie zu ergänzen etc..

Selbst Fachleute, die seit Jahrzehnten mit Tätern und Täterinnen arbeiten, hatten sich zu dem Artikel kritisch geäußert.

Nun wurde offenbar die Diskussion der Redaktion zu heiß; sie schloss schlicht die Kommentarfunktion und löschte sämtliche Kommentare. Jetzt steht dort:

Liebe Userinnen, liebe User,
da sich die Debatte trotz mehrfacher Ermahnung in eine Richtung entwickelt hat, die weit vom Thema abschweift und nicht mehr unseren Diskussionsregeln entspricht, sahen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion abzuschalten. Wir danken für Ihr Verständnis.
Ihr BRIGITTE.de-Team

Liebe Brigitte-Redaktion,

vielen Dank für die Offenbarung Ihres Verständnisses der Meinungsfreiheit. Anstelle bei einer solch heftigen Gegenreaktion das Forum nur zu moderieren, schließen sie es einfach und glauben noch daran, erwachsene Leser und Leserinnen “ermahnen” zu müssen.

Sie glauben vielleicht, dass aufgrund der Abschaltung die Diskussion abreißt, und der völlig verfehlte Artikel von Ihrer Redakteurin so in Vergessenheit gerät. Doch leider zeigt dies umso mehr, dass Sie nicht gelernt haben, wie heutzutage demagogische und auf Fehlannahmen beruhende Veröffentlichungen in Zeiten des “Web 2.0″ ihr nötiges Korrektiv finden.

Mit Ihrem Verhalten stellen Sie sich selbt ein Armutszeugnis aus und Sie riskieren Ihre Glaubwürdigkeit.