Die 33-Jährige versuchte zu flüchten, wurde aber von den beiden Täterinnen eingeholt, geschlagen und an den Haaren gezogen.

Um 20.15 Uhr stieg die 33-jährige Hausfrau, die im siebten Monat schwanger ist, an der Haltestelle Krokusstraße aus dem Bus und ging die Silberdistelstraße in südliche Richtung entlang. Auf Höhe der Kreuzung Ammerseestraße verspürte sie plötzlich einen heftigen Schlag im Rücken. Hinter ihr standen zwei Mädchen und verlangten Bargeld.

Hier gefunden.

Filmreihe über mordende Frauen, nochmals beschrieben…

Hamburger Abenblatt, Irene Jung beschreibt – wie bereits in den beiden letzten Artikel hier – die Sendereihe über mordende Frauen des NDR, die heute anläuft. 

Im Gegensatz zu den beiden letzten Beispielen, wie man mordende Frauen generös “schönfabuliert”, wird hier zumindest etwas mehr Klartext geschrieben. Wir lesen:

Richtig ist, dass Frauen seltener morden. Aber vor allem töten sie anders. Nach der Kriminalstatistik sind Frauen nur zu 15 Prozent am Straftatbestand Mord beteiligt und zu zwölf Prozent bei Totschlag. Am häufigsten töten sie Intimpartner – also Ehemänner und Lebensgefährten -, Kinder, Bekannte oder kranke und schwache Menschen, die ihnen anvertraut sind. Frauen beseitigen ihren Mann oder Geliebten, wenn die Beziehung zu eng, zu behindernd, gewalttätig geworden ist, wenn sie im Mann eine Bedrohung für das eigene Leben oder das ihrer Kinder sehen. Wenn sie Schulden vor ihm vertuschen wollen. Oder wenn sie endlich frei für einen anderen sein wollen – wie Christel Müller, die ihrem Mann ein Päckchen mit vergiftetem Enzianschnaps schickte. Eine Scheidung hätte sie das Sorgerecht für ihre Kinder gekostet.

Aber die Tat wird eben nicht konfrontativ im Affekt begangen, sondern ist Endpunkt einer oft langen, bedrückenden Vorgeschichte. Die meisten der Täterinnen meiden die Konfrontation, eine beharrliche Auseinandersetzung, sie ordnen sich lange unter. Bis aus dem vermeintlichen Lamm ein Wolf wird.

Manche Frauen morden auch schlicht aus Habgier.  Hier gefunden..



Doch es kommt, wie es kommen muss…

Die frühere Hamburger Justizsenatorin Lore-Maria Peschel-Gutzeit erklärt die rechtliche Lage zu einer Zeit, als Frauen gesetzlich noch gegenüber dem Ehemann benachteiligt waren. Auch das hat manchen Mord begünstigt.

Wir dürfen also gespannt sein.

Frauen morden einfach anständiger, Folge 27124

Mehrfach wurde das Buch: “Wenn Frauen morden” des Kriminalisten (mit sozialpsychologischen Ambitionen) Stephan Harbort hier bereits beschrieben. Da kann PR-INSIDE  nicht fehlen… 

 Bei Harbort geht es sowohl um Beziehungstaten als auch um Morde aus Habgier. Er analysierte die Geschichte der Brandenburgerin Sabine H., die neun ihrer Babys nach der Geburt sterben ließ. Er beschäftigt sich auch mit den spektakulären Fällen von «Todesengeln» in Krankenhäusern oder Altersheimen. Eine seiner Kernthemen: Geht es um Beziehungstaten, töten Männer meist, wenn ihnen der Verlust der Frau oder der Familie droht – nach dem Motto: «Wenn sie nicht bei mir bleibt, soll sie auch kein anderer haben.» Frauen dagegen töten eher, um den Partner loszuwerden, aus dem Gefühl heraus, sich oder andere schützen zu müssen beziehungsweise wollen: «Er ist im Weg; er muss weg. Ein Mann tötet seine Partnerin also häufig im Affekt. Bei der Frau «wird das affektiv wirksame Moment eher im Vorfeld der Tat zu suchen sein», schreibt Harbort. «Statistisch gesehen tritt der Beziehungs-Super-GAU durchschnittlich nach fünf Jahren ein, wenn die Frau beschließt, das Problem Mann gewaltsam aus der Welt zu schaffen», stellt er weiter fest. Bei Frauen, die ihre neugeborenen Kinder töten, sieht Harbort eine klare Mitschuld der Väter. Strafrechtlich würden nur die Frauen zur Rechenschaft gezogen. «Allerdings wäre es grundfalsch, die Täterinnen allein für diese Tragödien verantwortlich zu machen», schreibt er. Auch der Vater handele unverantwortlich, wenn er sich nicht um die werdende Mutter und ihre Probleme kümmere. «Was sind das für Männer, die das Ende einer Schwangerschaft bemerken und nicht danach fragen, wo das Baby ist?» fragt er. Aber auch die Familie, Freunde, Kollegen oder Nachbarn sieht er in der Pflicht. Undenkbar seien solchen Taten ohne ein familiäres und berufliches Umfeld, das sich immer wieder abwende und schweige, schreibt Harbort. «Das Ablehnen dieser sozialen Verantwortung ist sicher auch ein Verbrechen, allerdings eher ein moralisches. …

Nur 10 bis 15 Prozent der Tötungsdelikte werden von Frauen begangen, die meisten davon werden im häuslichen Bereich verübt. Selten geht es den Täterinnen darum, sich einen finanziellen oder sonstigen Vorteil zu verschaffen, wie Harbort schreibt. «Vielen Frauen, egal, wie oft sie töten, und egal, gegen wen die Taten gerichtet sind, geht es um Selbstschutz, Selbstbehauptung und Selbstverwirklichung.» Er kritisiert, dass oft nicht danach gefragt werde, warum Frauen morden und warum sie es seltener tun als Männer. 

Fazit: Das gesamte Theoriegebäude (bzw. eher der Abgrund, der sich hier auftut)  wird immer verstiegener. Weshalb?

Es ist ohne  solche hypothetische Konstrukte geradezu unmöglich, der Bevölkerung einzuhämmern, dass Frauen immer, also wirklich immer – selbst beim Morden – die moralisch besseren Menschen sind…

Frauen morden einfach anständiger, Folge 27123

Es ist wieder soweit, es wird verdächtigt, analysiert und beschrieben, schöngeredet und psychologisiert…

Es ging um eine Reihe von Filmen, die heute, am 19.01. und am 26.01 2009 in der ARD zu sehen sein werden.

Zitat:

Ute Bönnen und Gerald Endres beschreiben einen Fall, der in den fünfziger Jahren viel Aufsehen erregt hat, vor allem wegen der Ausstrahlung der Angeklagten: “Wenn man sie da sitzen sah, sie war ja sehr schön gekleidet, dann dachte man, nein, das kann sie nicht gewesen sein”, erzählt eine Zeitzeugin. Andere berichten von Ruth Blaues guter Figur, von ihrem Charme, ihrer Intelligenz und Vorliebe für junge Männer. Das vielleicht Beste an diesem Film ist allerdings, dass man in den Gesichtern der damaligen Nachbarn, Schüler und Lehrmädchen noch heute die Faszination erkennen kann, die von Ruth Blaue ausgegangen sein muss: von Ruth Blaue, der Betrügerin, der Prostituierten, der Mörderin.

Dass John Blaue eine Axt zum Verhängnis wurde, ist ungewöhnlich. Statistisch gesehen bevorzugen Frauen Gift. So wie die beiden anderen, die in dieser Reihe vorgestellt werden: Christel Müller, die in den sechziger Jahren ihrem Mann eine mit Blausäure vermischte Schnapsflasche schickte. Und eine Mutter von sechs Kindern aus Mönchengladbach, die zwei Ehemänner, einen Liebhaber und zwei Verwandte mit giftigem Blaubeerpudding meuchelte.

Natürlich kommt auch eine Psychologin zu Wort: Männer, sagt sie, töten meist nur die, die sie eigentlich behalten wollten, also die Frau, die sie lieben. Das sei kontraproduktiv. Frauen hingegen töten, um sich zu trennen.

Das ist dann was? Produktiv? Effizient?

Nein, antworte ich, es ist die Wahrheit, wie heute mordende Frauen gesehen und entschuldet werden.

Täterinnen in der rechten Szene