Veranstaltung zum Thema Frauengewalt in Dresden

Und es gibt (doch) Frauen, die sich des Themas weiblicher Täterschaft annehmen: Mein Berliner Freund würde jetzt sagen: “Na sieste, jeht doch!”

Gewalt gegen Männer

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie zu unserer Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Männer im Gespräch” am 05.11.2008 anlässlich des “Welttages des Mannes”
einladen. Sie steht unter dem Titel “Der geschlagene Mann? – Männer als Opfer häuslicher Gewalt” und findet 19:00 Uhr im Festsaal des Dresdner Rathauses statt.

Unter der Moderation von Dr. Regine Schneider, MDR Figaro, werden Hans-Joachim Lenz, Forsche Männer & Frauen Ebringen; Sylvia Müller, Dresdner Interventions- und Koordinierungsstelle zur Bekämpfung häuslicher Gewalt/Gewalt im sozialen Nahraum – D.I.K.; Thomas Geithner, Polizeidirektion Dresden; Prof. Dr. Lothar Böhnisch, Professur für Sozialpädagogik und Sozialisation der Lebensalter an der Technischen Universität und Dr. Ralf Lunau, Anwalt für Familienrecht, ins Gespräch kommen.

In dieser Gesprächsrunde wird das Tabu, die Betroffenheit von Männern als Opfer häuslicher Gewalt, thematisiert und die öffentliche Wahrnehmung des Problems diskutiert. Die Vertreter/-innen der verschiedensten Professionen berichten von ihren Erfahrungen mit häuslicher Gewalt gegen Männer.

Ich freue mich auf Ihr Kommen.

Kristina Winkler

______________________________________________
Landeshauptstadt Dresden
Gleichstellungsbeauftragte für Frau und Mann Dr.-Külz-Ring 19
01067 Dresden

http://www.dresden.de/frau-mann

Weitere Infos zur Chancengleichheit unter http://www.dresden.de/gendermainstreaming

So zeigt sich, dass es auch anders geht….

Die schärfste Waffe ist nun einmal die Wahrheit, stumpf ist die Verleugnung derselben.

Die Dimension solchen staatlich verordneten Leides erreicht tragisches Ausmaß

“… In unserem Rechtsstaat kann es Menschen, weit überwiegend Vätern, widerfahren, dass gegen ihren Willen und ohne ihnen anzurechnendes schuldhaftes Verhalten ihre Ehen geschieden, ihnen ihre Kinder entzogen, der Umgang mit diesen ausgeschlossen, der Vorwurf, ihre Kinder sexuell missbraucht zu haben erhoben und durch Gerichtsentscheid bestätigt und sie zudem durch Unterhaltszahlungen auf den Mindestselbstbehalt herabgesetzt werden.

Plakat Österreich 2007


Die Dimension solchen staatlich verordneten Leides erreicht tragisches Ausmaß und sollte seinen Platz auf der Bühne, nicht in unserer Rechtswirklichkeit haben. …


” Zitat von Richter am OLG Harald Schütz, (D) Bamberg, in einem Vortrag am 10.Mai 1997 auf dem 49. Deutschen Anwaltstag, Anwaltsblatt (AnwBl) 8+9/97

Was hat sich in den letzten 11 Jahren verändert?

«Stich doch zu, dann ist es endlich vorbei» – News Leben: Gesellschaft – tagesanzeiger.ch

Wenn in Beziehungen die Gewalt regiert, sind Männer längst nicht immer die Täter. Auch sie werden verprügelt, schikaniert und erpresst.

«Stich doch zu, dann ist es endlich vorbei» – News Leben: Gesellschaft – tagesanzeiger.ch

Männer als Opfer bleiben ein Tabu

Es gibt aber auch männerspezifische Probleme. «Dass Männer Opfer von weiblicher Gewalt werden, ist ein Tabu», sagt Berater Hagner. «Deshalb meinen Betroffene, sie seien die einzigen, denen das passiert. Und oft schenkt man ihnen auch keinen Glauben.» Viele männliche Opfer würden sich selbst nicht ernst nehmen, sich für abnormal halten. Kathrin Graf, Fachverantwortliche für häusliche Gewalt bei der Kantonspolizei, sieht noch einen anderen Unterschied zu weiblichen Opfern: «Frauen sind sensibilisierter. Sie rufen häufiger die Polizei, selbst wenn die Verletzungen nur gering sind, weil sie körperlich unterlegen sind und eher um Leib und Leben fürchten.» Für viele Familienväter spricht ein weiteres Argument gegen eine Trennung: Sie befürchten, danach ihre Kinder nicht mehr sehen zu dürfen. Dazu kommt im Fall einer Scheidung die finanzielle Unsicherheit

Warum Franziska schlug, weiss Nick bis heute nicht. Sie hat nicht getrunken, keine Drogen genommen, war nicht psychisch krank. Vielleicht habe er in der Beziehung auch Fehler gemacht, sagt er. Vielleicht habe er zu wenig Zeit gehabt, zu viel Sport getrieben. Oder seine Partnerin zu Gunsten der Kinder vernachlässigt, weil er ihnen nicht widerstehen konnte, wenn sie um seine Aufmerksamkeit bettelten.

Hatte er Angst vor seiner Partnerin, vor den Schlägen, vor dem, was ihn erwarten würde, wenn er von der Arbeit heimkam? «Nein, Angst nicht. Ich konnte die Schläge meistens parieren, weil ich stärker war als sie.» Aber Suizidgedanken, die hatte er. Kaufte sich schwarze Kleider, schrieb einen Abschiedsbrief. Was ihn am Ende vom Selbstmord abhielt, war die Verantwortung für die Kinder. Und wieder erzählt er, er sei in der Situation gefangen gewesen. Immer am ausweichen, taktieren, lavieren. Manchmal kamen ihre Ausbrüche wie aus heiterem Himmel, dann wieder schwebte Franziskas Wut «wie ein Kugelblitz» im Raum, völlig unberechenbar, nie war absehbar, wo sie einschlagen würde.

Schlimmer als die Schläge waren für Nick ohnehin die ständigen Drohungen, Beleidigungen, Diffamierungen. Als sie seinen Abschiedsbrief fand, lachte sie ihn aus. Einmal drohte sie ihm, sie werde sein Bankkonto leeren, ein anderes Mal, sie packe die Kinder ins Auto und fahre auf der Autobahn in einen Pfeiler. Auch vor Nicks Tochter Laura machte Franziska nicht Halt, beschimpfte sie oder bezeichnete Lauras Mutter als «blonde Futz». Zwei Mal jagte sie Laura aus dem Haus. «Das hat mich am meisten fertig gemacht», erzählt Nick, «dass ich schliesslich Lauras Besuchsrecht einschränken musste, weil sich Franziska so schlimm aufgeführt hat.»

Mord einer Mutter: “Er wehrte sich, er war ja ein starker Junge”

“Er wehrte sich, er war ja ein starker Junge”

Aus Lübeck berichtet Julia Jüttner

Sie rührte ihrem achtjährigen Sohn Marko Schlaftabletten in die Cola und ertränkte ihn in der Badewanne: Uta G. steht wegen Mordes vor dem Lübecker Landgericht. Ihre Freundin hatte die Tragödie vorausgesehen und Tage zuvor die Polizei alarmiert – vergeblich.
Lübeck – Das goldene Kreuz, das sie an einer dünnen Kette um den Hals trägt, glänzt im Licht, als Uta G. zaghaft den Saal 163 des Lübecker Landgerichts betritt. Die Unsicherheit ist ihr anzusehen. Dennoch hat sich die studierte Ernährungswissenschaftlerin dazu durchgerungen, den Mord an ihrem eigenen Sohn vollständig aufklären zu lassen. Einen Mord, den sie selbst verursacht hat. Uta G. ertränkte ihr achtjähriges Kind in der Badewanne.

Mord einer Mutter: “Er wehrte sich, er war ja ein starker Junge” – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Panorama

Vorsicht! Liest man den Artikel weiter, so können einem wirklich Zweifel kommen… Die Mutter – also die Mörderin – wird hier wieder von der weiblichen Autorin  allzusehr als Opfer dargestellt. Schlimme Kindheit, Schulden, einfach fast jedes Klischee wird bedient. Zitat:

Nachdem Uta G. ihren Sohn getötet hat, schluckte sie mehr als 40 Schmerz- und Schlaftabletten. “An mehr kann ich mich nicht erinnern”, sagt sie vor Gericht. Ihre Freundin, die sie aus der Kirchenarbeit kennt, alarmierte die Polizei, weil Marko nicht zur Schule erschien. Uta G. konnte gerettet werden.

Für sie ist das wohl die schlimmste Strafe.

Nachtrag einen Tag später: Spiegel-Online schreibt:

Uta G. hat ihren achtjährigen Sohn getötet: Im Prozess um den Mord an dem Kind ist die angeklagte Mutter während der Verhandlung zusammengebrochen. Die Schilderungen einer Gerichtsmedizinerin über den Leichnam ihres Sohnes ertrug sie nicht.

Lübeck – Der Mord-Prozess musste unterbrochen worden. Auslöser für den Nervenzusammenbruch der Mutter waren die Schilderungen einer Gerichtsmedizinerin über den Zustand der Leiche des Jungen.

Die angeklagte Uta G. hatte zu Prozessbeginn am Dienstag gestanden, im Mai dieses Jahres aus Verzweiflung über ihre finanzielle Situation ihren Sohn in der Badewanne ertränkt zu haben. Die 46-Jährige muss sich wegen Mordes vor der I. Großen Strafkammer des Lübecker Landgerichts verantworten.

Uta G. hatte darum gebeten, das Gutachten der Gerichtsmedizinerin nicht anhören zu müssen. Als der Richter ihr jedoch nicht erlaubte, den Saal zu verlassen, begann sie zu zittern und zu schluchzen. Die Frau musste in die Krankenstation der Justizvollzugsanstalt gebracht werden.

Frage: Wäre ein Mann wegen eines Nervenzusammenbruchs auch auf die Krankenstation grekommen?

Senioren und Gewalt: Rund zwei Drittel der TäterInnen leben mit dem Opfer zusammen

“Gewalt gegen Senioren passiert am häufigsten in der Familie oder Nachbarschaft” stellte Univ. Prof. Dr. Josef Hörl vom Institut für Soziologie an der Universität Wien beim 1. ÖGB-BundespensionistInnenforum fest. In seinem Referat “Gewalt im Alter – bedauerliche Einzelfälle oder bittere Normalität?” betonte Hörl, das Gewalt im Alter keine soziale Unterscheidung kennt.

Weltweit erfahren innerhalb eines Jahres zwischen drei und fünf Prozent aller alten Menschen (ab 65 Jahren) Gewalt in der Familie. Verbale Aggressionen und Drohungen sowie Vernachlässigung (mehr weibliche Opfer) bzw. finanzielle Ausbeutung (mehr männliche Opfer), häufiger als die körperliche Misshandlung, stehen im Vordergrund. Rund zwei Drittel der TäterInnen leben mit dem Opfer zusammen.

Frauen üben eher verbale, Männer eher körperliche Gewalt aus. Hochaltrige Menschen (über 85 Jahre) und chronisch kranke Personen sind stärker gefährdet, insbesondere Demenzkranke.In Österreich sind ältere Menschen seltener Opfer von Kriminalität. Eine Ausnahme bilde allerdings der klassische Handtaschenraub. Bei der “strukturellen” Gewalt genügt oft schon alleine das Alter, um diskriminiert zu werden. Hörl: “Dazu zählt auch, dass es beispielsweise im nächsten Nationalrat niemanden mehr über 70 Jahre geben wird. Als Gewalt wird auch empfunden, wenn in der Straßenbahn kein Platz angeboten wird.”Nach einer Untersuchung von Hörl bei Beratungsstellen verteilt sich “Gewalt gegen Senioren” in Österreich auf folgende Bereiche:
O Privater Bereich (Familie, Nachbarschaft) 26 Prozent
O Heime und Krankenhäuser zwölf Prozent
O Öffentlichkeit und Medien zwölf Prozent
O Kriminalität sieben ProzentGewalt im Privaten Bereich verteilt sich wie folgt:
O Drohungen, grobe Beleidigungen 16 Prozent
O finanzielle Ausbeutung 15 Prozent
O Verwahrlosung, Alkoholismus 13 Prozent
O Soziale Isolation acht Prozent
O schlechte, gefährliche Pflege vier Prozent
O Missbrauch von Medikamenten zwei Prozent

Laut Hörl gibt es bei der Gewalt innerhalb der Familie eine sogenannte “Gefühlsdynamik”. Daher sei eine eindeutige Definition und Identifikation von Gewalt im persönlichen Nahbereich besonders schwierig. Es gibt auch fließende Grenzen zwischen “Normalität” und Gewalt, speziell in Pflegesituationen. Häufig gibt es auch Widersprüche zwischen objektiven Urteilen und subjektiven Bewertungen. Weiters ist eine Unterscheidung zwischen Misshandlung und anderen Verletzungsursachen selbst für MedizinerInnen oft schwierig.

Österreichischer Gewerkschaftsbund