Emma-Logik: Kindsmörderinnen sind besser als Väter

Auf Emma-Online steht unter der Überschrift: Die Einsamkeit der Mütter:

Sprachlosigkeit. Angst. Verdrängung. Sprachlosigkeit in der Beziehung; Angst vor dem Mann, dem Erzeuger des Kindes; Verdrängung der Schwangerschaft und bevorstehenden Geburt. Fast immer sind es Hausfrauen oder ganz junge Mädchen. Und immer sind sie gnadenlos einsam.

Wird noch nicht klar, worum es geht?

Es geht um tötende Mütter. Zitat:

Bis 1998 galt für solche Fälle der 2001 abgeschaffte § 217, nach dem bei unehe­lichen Kindern der so genannte “Kindsmord”, also die Tötung direkt nach der Geburt, als “erweiterte Abtreibung” mit “nicht unter drei Jahren” bestraft wurde. Heutzutage wird Kindsmord wie der Mord oder Totschlag eines Erwachsenen bzw. eigenständig lebenden Kindes ­bestraft. Nadja N. hat zehn Jahre Gefängnis bekommen.

Genau wie Sabine S. Auch die 40-jährige Wissenschaftlerin, Ehemann Ingenieur, sitzt im Gefängnis. Sie ist Mutter von drei Kindern und redet eloquent und bewusst. Wie also konnte es zu einem solchen Akt der Hilflosigkeit kommen?

“Mein Mann hat gesagt, wenn ich ihm noch einmal eine Schwangerschaft verheimliche, schmeißt er mich raus!” Sabine S. wird wieder schwanger, von ihrem Mann. Es ist keineswegs ein Geheimnis im Ort, dass sie schwanger ist. Und er? “Es ist unwahrscheinlich, dass man eine Schwangerschaft nicht mitbekommt”, sagt sie heute.

Nun wissen wir als Leserin oder Leser viel über die Hintergründe von Frauen, die ihre eigenen Babys umbrachten.

Doch weiter im Text:

Die Psychologin Prof. Anke Rohde glaubt nicht daran. Sie hat hundert Fälle von Kindstötungen im Raum Bonn unter­sucht und sagt: “Das Problem ist ja gerade, dass die Frauen keinerlei Art von Hilfs­angeboten annehmen können. Weil sie das Ganze verdrängen.” Die Not scheint so groß, dass die Frauen keinen Ausweg sehen.

Nun müssen wir realisieren, dass es also nicht an mangelnden Hilfsangeboten für Frauen in unserer Gesellschaft liegt, sondern einfach daran, dass die Kindsmörderinnen die Hilfsangebote und Alles Andere verdrängen. Soweit so klar: Nicht aber für Alice Schwarzer. Sie kommt zum Schluss:

Ein kurzer Prozess könnte die Wiedereinführung des § 217 sein, aber diesmal nicht eingeschränkt auf die Tötung “unehelicher”, sondern für alle Neugeborenen. Der alte § 217, der im 19. Jahrhundert ins Strafgesetzbuch aufgenommen wurde, ging davon aus, dass nur ledige Mütter Probleme haben. Wie wir sehen, ist das ein Irrtum. Doch die juristische Unterscheidung im alten Recht zwischen “Kindsmord” – also der Tötung eines Neugeborenen, direkt nach der Geburt und noch bevor sein Leben beginnt – und der Tötung eines ­bereits eigenständig ­leben­den Kindes oder Erwachsenen war richtig. Es war falsch, diesen Paragraphen ersatzlos abzuschaffen.

Ein neuer § 217 muss her, der diese einsamen und verzweifelten Mütter nicht auch noch für Jahrzehnte ins Gefängnis schickt. Das nutzt nämlich niemandem.

Hmm. Man fragt sich schon, ob dies nun logisch nachvollziehbar ist. Man kann den eben gelesenen Absatz wohl nur verstehen, wenn man weiter liest…

Übrigens: In den meisten Fällen sind die Frauen, die ein Neugeborenes nicht leben lassen, schon Mütter – und fast immer gute Mütter. Doch in der Regel gehen sie dann ins Gefängnis, und ihre Kinder bleiben bei dem Vater zurück. Bei dem Mann, der wegguckt, schweigt, droht. Und in den meisten Fällen auch schlägt.

Ist jetzt alles klar? Ich denke schon.

Wenn 42% der Opfer häuslicher Gewalt Männer sind, dann muss es mehr als “wenige” Täterinnen geben…

Insgesamt 800-mal musste die Kantonspolizei St. Gallen im ersten Halbjahr 2008 wegen Gewalt im häuslichen Bereich intervenieren. Davon betrafen 424 die häusliche Gewalt im engeren Sinne…

schreibt SÜDOSTSCHWEIZ

Lang in den Köpfen der Menschen verhaftete Rollenbilder im Bezug auf Mann und Frau sorgen dafür, dass von gewalttätigen Partnerinnen geschlagene Männer in der Gesellschaft nicht wahrgenommen werden.

schreibt die SVZ in einem Artikel: Ich habe Angst vor meiner Frau. Zitat:

Geschlechterspezifische Rollenklischees halten männliche Opfer nicht nur davor zurück, ihr Schweigen zu brechen, sie geben somit auch den Täterinnen Rückendeckung, frei nach dem Motto: “Was nicht sein darf, gibt es auch nicht”. Aber auch Männer sind Opfer häuslicher Gewalt. Doch sie sprechen weit seltener darüber, als ihre weiblichen Leidensgenossen.

Warum töten Mütter?

Mit dieser Frage beschäftigt sich zur Zeit das kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen.

PR-ONLINE:

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) befragt in den kommenden Wochen 40 Täterinnen nach ihren Beweggründen, wie Institutsdirektor Christian Pfeiffer am Donnerstag auf AP-Anfrage bestätigte. «Wir wollen die Motive der Frauen verstehen», sagte Pfeiffer. Denn dies sei
die Voraussetzung dafür, sinnvolle Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen. Die Öffentlichkeit bewege in einem solchen Fall stets die Frage, warum die Frau keine andere Möglichkeit als die Tötung gesehen habe, erklärte Pfeiffer. «Genau das wollen wir von ihr wissen», sagte er. Der Kriminologe geht davon aus, dass die Frauen vor allem aus Verzweiflung und spontan handelten.

Der Tagesspiegel berichtete hierzu:

Die Untersuchung, die das Bundesfamilienministerium mit 90 000 Euro fördert, soll einen Einblick in die Lebenslage der Frauen zum Zeitpunkt der Tat geben. „Nur auf diese Weise kann man präventive Maßnahmen ableiten“, sagte Institutsdirektor Christian Pfeiffer dem Tagesspiegel. Die Einrichtung hat aus dem ganzen Bundesgebiet Gerichtsakten zur Tötung von Kindern unter sechs Jahren angefordert. Aus ihnen wollen sie 40 Täterinnen für je zwei lange Interviews auswählen.

Was glauben Sie, geneigte Leserin oder geneigter Leser, welche Ergebnisse dieses Studie haben wird?

Bei diesen bereits geschilderten Vorannahmen? Ist das noch neutrale und wissenschaftliche Forschung zu nennen? Oder erfährt der Forscher hier nur genau das, was er nach der eigenen Vorannahme hören will? Sind die Grundannahmen nicht bereits tendenziös zu nennen? Und hätte das Familienministerium eine andere – offene – Forschung überhaupt zugelassen?

Mich plagen arge Zweifel, wenn ich mir gleichzeitig vergegenwärtige, dass ein Gesetzentwurf in der Mache ist, der zwar Männer dämonisiert, Frauen als Täterinnen aber geradezu verleugnet.

Wie führende deutsche Medien Sexualstraftäterinnen verleugnen

Eine  wissenschaftliche Studie über die Verbreitung sexueller Misshandlung von Kindern ist in Südafrika veröffentlicht worden. Ca. eine Viertelmillion (!) Kinder und Jugendliche wurden befragt, also eine sehr sehr große repräsentative Zahl.  viel Leid von Kindern wurde mit viel präsiser Arbeit von Forschern und Forscherinnen dokumentiert, nicht zuletzt, um wachzurütteln und notwendige gesellschaftliche Veränderungen in Gang zu setzen.

Ein Ergebnis:  Von den 18-jährigen jungen Männern wurden 44% schon einmal vergewaltigt, davon 41% von Frauen, 32% von Männern und 27% von Tätern beiderlei Geschlechts.

Soweit ein Teil der Wahrheit, die die Studie an Licht förderte.

Die deutsche mediale Berichterstattung entspricht jedoch eher einer Ausblendung des Leidens der Jungen und jungen Männer sowie der Gewalt der Täterinnen, wie Arne Hoffmann hier eindrücklich dokumentiert.