Nach wie vor macht es einen Unterschied, ob ein Mann Gewalt gegenüber einer Frau ausübt oder umgekehrt, denn diese Handlungen finden in einem gesellschaftlichen Kontext statt, der von der Männerbewegung ignoriert bzw. geleugnet wird. Gewalt gegen Frauen in Beziehungen gilt als Mittel der Macht und Kontrolle, dass zwar vom Mainstream (zumindest ab einer gewissen Schwelle) geächtet wird, in einigen sozialen Milieus aber noch als legitim gilt und einen wesentlicher Bestandteil von Männlichkeitskonstruktionen in Bereichen der Popkultur darstellt.
und nur wenige Zeilen später schreibt die Autorin:
Es geht mir hier nicht darum, Gewalterfahrungen von Männern zu bagatellisieren oder zu bestreiten, dass Frauen auch Täterinnen sind, sondern die Instrumentalisierung des Themas deutlich zu machen.
Was lernen wir aus diesen Veröffentlichungen?
Auf diese Weise werden in nur wenigen Zeilen Widersprüchlichkeiten weggenebelt, indem man (frau) einfach behauptet, sie seien nicht vorhanden.
Auch eine Möglichkeit. Zumindest einen Versuch wert. Doch leider kommt gerade die letzte Absichtserklärung einfach nicht überzeugend rüber.
Meine Interpretation dieses oft geübten Verhaltens :
Hier fehlen Hand und Fuss im Argument. Es ist für die meisten Frauen nicht aushaltbar, feststellen zu müssen, dass die Opferrolle eben “teilbar” ist und die Täter(Binnen- I)nnen rolle auch.
So purzelt eine “Weltsicht” in sich zusammen, die die Grundlage der meisten feministischen Diskussionen über das Thema Gewalt ist. Das darf nicht sein. Also wird ein gesellschaftlicher Überbau konstruiert, dessen Konstruktion nur von der Hälfte der Bevölkerung im Konsens mitgetragen wird und in dem wieder nur die Frauen in der Opferrolle vorkommen. Und frau findet wieder die “geliebte innere Ruhe” auf Kosten männlicher Opfer und einer zumindest halbwegs logischen Nachvollziehbarkeit.
Unsere Antwort als Fachmänner und Fachfrauen:
Das können wir nicht verstehen. Es ist uns nämlich zu einfach.
