Nach der geradezu absurd anmutenden Forderung nach Erziehungslagern für prügelnde Ehemänner gab es Proteste in der eigens von der Redaktion eingerichteten Kommentarmöglichkeit auf der Homepage der Zeitschrift BRIGITTE…
Viele Leser und Leserinnen empörten sich über die völlig einseitige Berichterstattung von ausschließlich männlichen Tätern und der kompletten Ausblendung von prügelnden Frauen.
Offenbar gab zu viele kritische Proteste, zuletzt waren es insgesamt 185 Äußerungen zum Artikel: geschrieben von zahlreichen Fachleuten, von Publizisten und von kritischen Leserinnen und Lesern.
Jede Zeitung lebt heutzutage nicht zuletzt von der Interaktivität mit Ihren LeserInnen, der Möglichkeit also, die eigene Meinung kunzutun, die Sichtweise der Publikation zu hinterfragen, sie zu ergänzen etc..
Selbst Fachleute, die seit Jahrzehnten mit Tätern und Täterinnen arbeiten, hatten sich zu dem Artikel kritisch geäußert.
Nun wurde offenbar die Diskussion der Redaktion zu heiß; sie schloss schlicht die Kommentarfunktion und löschte sämtliche Kommentare. Jetzt steht dort:
Liebe Userinnen, liebe User,
da sich die Debatte trotz mehrfacher Ermahnung in eine Richtung entwickelt hat, die weit vom Thema abschweift und nicht mehr unseren Diskussionsregeln entspricht, sahen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion abzuschalten. Wir danken für Ihr Verständnis.
Ihr BRIGITTE.de-Team
Liebe Brigitte-Redaktion,
vielen Dank für die Offenbarung Ihres Verständnisses der Meinungsfreiheit. Anstelle bei einer solch heftigen Gegenreaktion das Forum nur zu moderieren, schließen sie es einfach und glauben noch daran, erwachsene Leser und Leserinnen “ermahnen” zu müssen.
Sie glauben vielleicht, dass aufgrund der Abschaltung die Diskussion abreißt, und der völlig verfehlte Artikel von Ihrer Redakteurin so in Vergessenheit gerät. Doch leider zeigt dies umso mehr, dass Sie nicht gelernt haben, wie heutzutage demagogische und auf Fehlannahmen beruhende Veröffentlichungen in Zeiten des “Web 2.0″ ihr nötiges Korrektiv finden.
Mit Ihrem Verhalten stellen Sie sich selbt ein Armutszeugnis aus und Sie riskieren Ihre Glaubwürdigkeit.
