Die “Brigitte” bekommt offenbar kalte Füsse

Nach der geradezu absurd anmutenden Forderung nach Erziehungslagern für prügelnde Ehemänner gab es Proteste in der eigens von der Redaktion eingerichteten Kommentarmöglichkeit auf der Homepage der Zeitschrift BRIGITTE…

Viele Leser und Leserinnen empörten sich über die völlig einseitige Berichterstattung von ausschließlich männlichen Tätern und der kompletten Ausblendung von prügelnden Frauen.

Offenbar gab zu viele kritische Proteste, zuletzt waren es insgesamt 185 Äußerungen zum Artikel: geschrieben von zahlreichen Fachleuten, von Publizisten und von kritischen Leserinnen und Lesern.

Jede Zeitung lebt heutzutage nicht zuletzt von der Interaktivität mit Ihren LeserInnen, der Möglichkeit also, die eigene Meinung kunzutun, die Sichtweise der Publikation zu hinterfragen, sie zu ergänzen etc..

Selbst Fachleute, die seit Jahrzehnten mit Tätern und Täterinnen arbeiten, hatten sich zu dem Artikel kritisch geäußert.

Nun wurde offenbar die Diskussion der Redaktion zu heiß; sie schloss schlicht die Kommentarfunktion und löschte sämtliche Kommentare. Jetzt steht dort:

Liebe Userinnen, liebe User,
da sich die Debatte trotz mehrfacher Ermahnung in eine Richtung entwickelt hat, die weit vom Thema abschweift und nicht mehr unseren Diskussionsregeln entspricht, sahen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion abzuschalten. Wir danken für Ihr Verständnis.
Ihr BRIGITTE.de-Team

Liebe Brigitte-Redaktion,

vielen Dank für die Offenbarung Ihres Verständnisses der Meinungsfreiheit. Anstelle bei einer solch heftigen Gegenreaktion das Forum nur zu moderieren, schließen sie es einfach und glauben noch daran, erwachsene Leser und Leserinnen “ermahnen” zu müssen.

Sie glauben vielleicht, dass aufgrund der Abschaltung die Diskussion abreißt, und der völlig verfehlte Artikel von Ihrer Redakteurin so in Vergessenheit gerät. Doch leider zeigt dies umso mehr, dass Sie nicht gelernt haben, wie heutzutage demagogische und auf Fehlannahmen beruhende Veröffentlichungen in Zeiten des “Web 2.0″ ihr nötiges Korrektiv finden.

Mit Ihrem Verhalten stellen Sie sich selbt ein Armutszeugnis aus und Sie riskieren Ihre Glaubwürdigkeit.

Von den Tätern, zwei Mädchen und drei Burschen im Alter von 17 bis 19 Jahren, fehlt nach wie vor jede Spur

Ein 27jähriger junger Mann geht in Wien spazieren…

 Das Opfer war gegen 20.30 Uhr auf dem Weg zu einer Bekannten in der Franzensbrückenstraße unterwegs, als ihn eine fünfköpfige Gruppe Jugendlicher nach der Uhrzeit fragte. Als der Mann sein Mobiltelefon aus der Tasche holte, um nach der Zeit zu sehen, forderten ihn die Täter auf, das Handy herauszugeben. Nachdem sich der 27-Jährige weigerte, stießen ihm die Jugendlichen ein Messer in den Rücken. Als ihr Opfer auf dem Boden lag, traten sie noch mit Füßen auf den Körper ein. Sie flüchteten schließlich ohne Beute.

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/835333/index.do

Leider geht aus dem Bericht nicht hervor, von wem der Messerangriff gestartet wurde, doch die Meldung zeigt, dass eine Gruppe junger Männer und Frauen eben nicht grundsätzlich als potentielle Täter(innen)gruppe ausscheiden.

Eine Mutter, die ihr Kind entführt, wird offenbar weltweit gedeckt.

Die Sichtweise, dass nur Männer zu Bösem fähig seien, hat sich offenbar weltweit durchgesetzt.

SPIEGEL ONLINE berichtet über den als völlig absurd zu bezeichnenden Fall eines Arztes aus Berlin, der seit zwei Jahren seine Tochter sucht. Die Mutter entführte die gemeinsame Tochter und wurde rechtmäßig in Italien verurteilt.

Mit Hilfe vieler öffentlicher Stellen, einiger Behörden und ein paar glücklichen Umständen hat der Mann seine Tochter jetzt gefunden – in Guatemala, wohin sie von ihrer Mutter entführt worden war.

Doch der Alptraum hört offenbar nicht auf.

Wenig später erschien auch Rosamaria B., die schon am Eingang von der Kindergartenleiterin abgefangen und informiert worden war. Zusammen mit der Staatsanwältin und einem Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft ist die ehemalige Familie dann zum Gericht gegangen. Und dort passierte, was Tinnemann die “Fortsetzung der Behördenverarscherei” nennt – was genaugenommen aber auch in Deutschland noch nicht viel anders läuft: Wer Fakten schafft, wird am Ende belohnt, selbst wenn er dabei Gesetze verletzt. Tinnemann hat das Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht für seine Tochter, einen gültigen Pass, auf dem Luna eingetragen ist, deren Kinderausweis und auf Spanisch übersetzte Gerichtsurteile, die für sich sprechen. Rosamaria B. hat eine zweijährige Entführungsgeschichte hinter sich – aber die immerhin zusammen mit ihrer Tochter.

Das Beste für das Kind sei, wenn es bei seiner Mutter bleibe, befand eine “Friedensrichterin” in Antigua.

Tinnemann, so die Order der Richterin, darf das Land nicht verlassen, Rosamaria B. nahm sie nicht einmal den Reisepass ab. Heute soll die Verhandlung fortgesetzt werden. Wenn Tinnemanns Ex-Frau denn auftaucht.

Man könnte fast verzweifeln, wenn man nach Lektüre von SPIEGEL ONLINE heute zufällig bei der BRIGITTE vorbeisurft, um einen äußerst demagogischen Artikel von Beate Koma über einen Bruchteil der so genannten “häuslichen Gewalt” zu lesen, in dem sie “Erziehungslager für prügelnde Ehemänner” fordert.

Ein erstes Teilgeständnis im Prozess der “schwarzen Witwe” aus Niedersachsen

Der Gelegenheitsarbeiter war im vergangenen August rund sieben Jahre nach der letzten Tat in der Polizeistation seines Heimatortes Bodenfelde aufgetaucht und hatte die Morde freiwillig zugegeben. Die Ex-Prostituierte Lydia L. habe ihn angewiesen, die Männer zu töten.

Teilgeständnis im Prozess gegen «Schwarze Witwe» – Nachrichten-Newsticker von Welt Online – ständig aktuelle Nachrichten und Informationen – WELT ONLINE

48 Menschen wurden seit 1996 in Deutschland Opfer von sogenannten "Ehrenmorden”

eine kleine Meldung, ganz unten auf der Seite… hier nachzulesen:

Urteil im “Ehrenmord”-Prozess: “Hoffentlich passiert nichts mehr” – Panorama – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

Ein Ehrenmord ist nach dem BKA-Bericht ein Mord, der “aus vermeintlich kultureller Verpflichtung heraus innerhalb des eigenen Familienverbands verübt wird, um der Familienehre gerecht zu werden”….”Blutrache-Delikte”, die sich aus ähnlichen Motiven auch gegen nicht verwandte Opfer richten, gingen nicht in die Untersuchung ein.

Ehrenmorde sind nach unseren Wertevorstellungen geradezu verrückt, und wir finden es schlimm, dass sie verübt werden. Die meisten denken jedoch bei den Opfern ausschließlich an Frauen.

Doch die Meldung ist eine andere:

36 der Opfer waren Frauen…. Die meisten Fälle spielten sich in türkischen Familien ab. Die Täter waren zumeist Väter, Brüder oder Mütter der Opfer.

Diese offiziellen BKA-Zahlen belegen immerhin, dass 25% der Opfer von Ehrenmorden in Deutschland Männer waren. Wieviele Täterinnen andere Menschen umgebracht haben, lässt sich der Meldung nicht entnehmen.