Steiermark: Schulungen für Krankenhauspersonal

DieStandard.at berichtet am 07.12. :

Neues Projekt soll gesundheitliche Folgen von Gewalt bekämpfen – Erkennung im Spital kann Gewalt vermindern

Das Projekt Gesundheitliche Folgen von Gewalt, eine Kooperation des
Frauengesundheitszentrums und der Steiermärkischen Krankenanstalten-ges.m.H., schult KrankenhausmitarbeiterInnen, Folgen von Gewalt zu erkennen und betroffene Frauen gezielt zu unterstützen.

120.000 Frauen in der Steiermark betroffen

Jeder fünfte Frau in Österreich ist laut Studien ein Opfer von Gewalt. Das bedeutet allein über 120.000 Frauen in der Steiermark. “Die Täter sind zu 90 Prozent männlich und ist meist kein Unbekannter sondern der Ehemann, ein Freund oder Verwandter”, weiß Projektleiterin Christine Hirtl vom Frauengesundheitszentrum. Eskaliert die Situation und es kommt zu einer Trennung oder Scheidung, steigt für Frauen das Risiko getötet zu werden um das Fünffache….
Von Gewalt betroffene Frauen brauchen medizinische Behandlung. 75 Prozent suchen sie in Krankenhäusern und bei niedergelassenen ÄrztInnen. Im Zuge des Projektes Gesundheitliche Folgen von Gewalt werden MitarbeiterInnen von fünf steirischen KAGes-Krankenanstalten geschult, Frauen gezielt zu unterstützen.

Nach gleichartigen Bestrebungen für Ärtinnen und Ärzte in Deutschland  soll nun das Krankenpflegepersonal in der Steiermark in Bezug auf die Weiterbildung nicht nachstehen.

Wäre es nicht sinnvoller, generell Erkennungsmerkmale von erlittener Gewalt in Fortbildungen zu vermitteln?

Schlagende Frauen in der Werbung

Die Firma Frenchconnection.com (FCUK) zeigt, wie en vogue das Thema Gewalt von Frauen ist.

Werbung provoziert – manchmal eben so sehr, dass Frauen zuschlagen(müssen). Seit der Erfolgsstory von Regina Halmich füllen sich die Boxtrainings-Lager zudem mit vielen jungen Frauen, die es im “Sport” zu etwas bringen wollen. (zur Ansicht: bitte auf das Bild klicken…)

french_connection_fight.jpgfight1.jpg

Frauen in Scheidung prügeln offenbar häufiger

Prof. Dr. Gerhard Amend hat eine Studie über Scheidungsväter durchgeführt, deren Ergebnisse im Campus-Verlag erschienen sind.

Zitat:

Fast ein Drittel aller befragten Männer berichteten davon, dass es zu Handgreiflichkeiten während ihrer Scheidung gekommen sei. Davon gingen fast zwei Drittel von den Expartnerinnen aus. Frauen erscheinen in diesem Zusammenhang somit erstmals als aggressiv und handgreiflich in einem strapazierenden Beziehungskonflikt. Aus der Sicht unserer Forschung entpuppt sich die Trennung von Partnern erstmals auch als das lebensgeschichtlich und psychodynamisch bedeutsamste Zentrum von Handgreiflichkeiten. Scheidungen sind ein hochgradig mit Gewaltphantasien und -handlungen gesättigter sozialpsychologischer Kontext. Wundern kann das eigentlich nicht.

Handgreifliche Episoden während der Scheidung können die Ge¬schichte eines Paares prägen. In 45 Prozent dieser Fälle handelte es sich nämlich nicht nur um ein- oder zweimalige »Entgleisungen« während der heißen Trennungsphase, sondern um körper¬liche Auseinanderset¬zungen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Dabei wurde in unserer Befragung deutlich, dass Frauen weitaus häufiger handgreiflich werden als allgemein angenommen. Es gibt demnach eine eigenständige »Kultur« weiblicher Handgreiflichkeiten.

Einen Auszug können Sie sich hier herunterladen: Textauszug AHMEND

Salzburger Nachrichten: Gewalt ist nicht nur männlich…

Erfreulich, dass einmal über Kindesmisshalndlung berichtet wird. Und dies noch sehr geschlechtsdifferenziert.
Hier geht´s zum Artikel.

Gibt es in Österreich keine Jungen, die Opfer von Gewalt sind …?

genderdiedas.jpgSchon wieder über Österreich: (es ist keine Absicht! Aber die Veröffentlichungen, die wir hier kritisch begleiten, häufen sich zur Zeit in Österreich…)

Die Standard.at hat es schon am 02.11. gemeldet, doch ich habe es erst heute gesehen. Anläßlich der “Gender Tage” gab es eine Zementierung von Rollenklischees:

Zitat: Frauenministerin Bures hält einen “partnerschaftlichen, gewaltfreien Umgang miteinander” für “mindestens genauso wichtig wie Mathematik und Geographie”. “Buben und Mädchen müssen von klein auf lernen, dass Gewalt ein schweres Unrecht ist. Dann sind Buben später weniger gefährdet, Täter zu werden. Und Mädchen sind später weniger gefährdet, Opfer zu werden – weil sie gelernt haben, Gewalt nicht zu tolerieren”, so Bures. Die Frauenministerin unterstützt im Rahmen der Gender Tage Mädchen, die im schulischen Bereich Gewalt selbst erfahren haben, oder sich mit diesem Themenbereich präventiv auseinandersetzen wollen.

Und vorher hieß es im Text:

“Mädchen und Burschen sollen sich in unseren Schulen ohne geschlechtsspezifische Einschränkungen voll entfalten”, erklärte Schmied. Dazu wird es eine Fülle von Informationen und Angeboten der beteiligten Ministerien geben. Auf dem “Gender + Bildung”-Portal werden für Lehrerinnen und Lehrer Materialien und Texte, Anregungen und konkrete Beispiele für den Fachunterricht bereitgestellt, so die Ministerin in einer gemeinsamen Aussendung der MinisterInnen. Wichtig sei dabei, die geschlechtsspezifische Sozialisation und deren Auswirkungen in allen Facetten, egal ob es um Ausbildungs- und Berufswahl, Lebensplanung, Freizeitgestaltung oder das eigene Denken und Verhalten geht, in altersadäquater Form bewusst zu machen: “Ein geschlechtsensibler Umgang mit alltäglichen Formen von Gewalt und aggressivem Verhalten, das Wahrnehmen der Zusammenhänge zwischen Gewalt, geschlechtsspezifischer Sozialisation und Männlichkeits- bzw. Weiblichkeitsbildern und das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Prävention und Intervention sollen auch in der Schule zu einem partnerschaftlichen Umgang miteinander führen”, begründet Bildungsministerin Schmied ihr Engagement. “

Dass größtenteils Jungen Opfer von körperlicher Gewalt sind, ist auch in Österreich hinlänglich belegt. Ca. 70% aller jugendlichen Opfer sind männlich – und statistisch ca. 83% der Täter ebenfalls.
So werden Jungen, die Opfer sind, auf ministeriale Anordnung als solche ausgeblendet und auf ihre “potentielle Täterschaft” reduziert. Mädchen generell lernen, dass sie sich als Opfer wehren müssen, und dies unter dem “Schutzmantel” des Wissens, zum “moralisch besseren Geschlecht” zu gehören. Gewalttätige Mädchen werden ebenfalls ausgeblendet, oder die Gewalt wird vorauseilend als Notwehr umgedeutet.

Genau so – also auf die oben beschriebene Weise – werden zukünftige Täter(innen) methodisch und didaktisch produziert. (Jungen müssen schließlich ihr Opfer-Sein veschweigen, bzw. ihnen wird nicht geglaubt und sie werden allein gelassen… und Mädchen werden als die “moralisch Guten” sich selbst die Täterinnenschaft erlauben, weil sie ja nur “zurückschlagen”.)

Inwieweit die Organisator(inn)en in ihrem Land für die 62%ige Zunahme von gewalttätigen Mädchen zwischen 2000 und 2007 auch Verantwortung übernehmen, ist zur Zeit nicht bekannt.