Neue Sklaverei: Wenn Frauen mit Frauen handeln

Das Angebot, in einem Kasino in der Türkei Geld zu verdienen, konnte Natja nicht ausschlagen. Als Schneiderin fand die Witwe und Mutter zweier Söhne in ihrem kleinen Dorf in der Nähe von Georgiens zweitgrößter Stadt Kutaisi keine Stelle. Als Natja die Frau eines früheren Schulfreundes kennenlernt, scheinen die Geldsorgen ein Ende zu nehmen. Die neue Bekannte verschafft ihr den Job in der Türkei. Als die junge Frau an ihrem Arbeitsplatz ankommt, beginnt der Albtraum: Das Kasino entpuppt sich als Bordell, der Pass wird ihr abgenommen, unter Androhung von Gewalt bedient sie einen Freier nach dem anderen. Verkauft wurde sie von ihrer „Bekannten“, die kassierte für Natja 1000 Dollar.

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Wieso nimmt man gesellschaftlich eigentlich noch immer an, dass alles “Böse” im wiederwärtigen Sexsklav(inn)en-Handel von Männern ausginge?

“Neues Deutschland” und die ewiggestrigen Thesen

Wenn der Artikel vor ca. 5 oder gar 10 Jahren erschienen wäre, so wäre er vielleicht in seiner ideologischen Ausrichtung  noch verständlich.
Aber nein: dieser Artikel ist aus dem Februar 2009…

Mann prügelt sich reuelos durchs Leben

Reiner Funke schreibt:

Szenarien häuslicher Gewalt ähneln einander: Sie beginnen mit Gebrüll, fliegenden Tassen, bis es zu Schlägen kommt. »Besonders grausam sind Fälle mit langwierigem Verlauf, mit Gewalt bis ins Sadistische«, sagt Irma Leisle. Sie leitet die Hotline der »Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen« (BiG).

Bei den Anruferinnen handelt es sich um die Gattin des Bankdirektors, die Frau des Familientherapeuten, des Politikers, des Lehrers, des Ingenieurs, des Bauarbeiters, des Arbeitslosen. Männer sind zu 80 Prozent und mehr die Täter, eine Häufung registriert BiG im Alter zwischen 30 und 40 Jahren.

Soziale Schwierigkeiten erweisen sich manchmal als Auslöser, aber im Grunde artikuliert sich nach BiG-Erfahrungen in jedem Fall die überlebte patriarchale Struktur vergangener Jahrhunderte, der Drang nach Macht und Kontrolle. Dabei empfinden Täter meist keinerlei Unrechtsbewusstsein, auch nicht bei sexueller Gewalt. Die Männer verbieten soziale Kontakte, isolieren die Partnerin, verwickeln sie in ökonomische Zwänge. In bildungsnahen Familien wird Gewalt stark von psychischem Terror begleitet. Zudem: Mancher, der in frühen Jahren verprügelt wird, prügelt sich fortan reuelos durchs Leben.

Wenn man davon ausgeht, dass Profis eigentlich viele Zugänge zu neueren Forschungsergebnissen haben müssten, so müsste man auch annehmen, dass nicht derartig viel Unsinn verbreitet werden würde.

Kein Wort von prügelnden Frauen ist zu finden, kein Hinweis, dass ja genau das BIG in Berlin vor fast 20 Jahren eine niedrigschwellige Arbeit mit männlichen Tätern geradezu verhindert hat.

Nein – eher werden wieder und wieder die Zerrbilder häuslicher Gewalt veröffentlicht, in denen Männer ausschließlich Sadisten – Frauen aber ausschließlich als Opfer dargestellt werden.

Herausgestellt wird das Leid der Opfer. Die Überidentifikation der professionellen Helferinnen mit ihrem Klientel wird nicht thematisiert. Es ist davon auszugehen, dass sie nicht einmal bewusst ist.

Frau tötet Ehemann und trennt ihm die Beine ab…

In der Gegend um Westerringen fand ein Passant die Leiche eines 46 Jahre alten Polizisten ohne Beine in einem Graben, wie die Polizei in Augsburg am Sonntag mitteilte. Es handele sich höchstwahrscheinlich um das Ende einer Ehetragödie. Erste Befragungen hätten den Verdacht auf die 33-jährige Ehefrau gelenkt, die festgenommen worden sei.

Die Polizei fand die Beine des Mannes etwa 600 Meter vom Fundort der Leiche in einem Plastiksack. Zwei Kinder des Ehepaares im Alter von anderthalb und vier Jahren befinden sich in Obhut der Großeltern.

Nach ersten Erkenntnissen starb der 46-jährige nach massiver Gewalteinwirkung auf den Kopf, der genaue Tatablauf und der Hintergrund standen am Sonntag noch nicht eindeutig fest. Der Polizei zufolge war aber bekannt, dass schon länger Spannungen zwischen den Eheleuten herrschten. 

Es ist für mich immer wieder bemerkenswert, WIE passiv über die Taten berichtet wird: “starb durch massive Gewalteinwirkung… Spannungen, die geherrscht haben…”

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Zum Vergleich: im selben Artikel wird über einen anderen Fall berichtet, der sich auch an diesem Wochenende ereignet hat.

Hier war der Mann der Täter:

Nach den Ermittlungen der Polizei in Saarlouis spaltete ein 47 Jahre alte Kraftfahrer seiner 40-jährigen Ehefrau mit einer Axt den Schädel, ihrer 20-jährigen Tochter und dem gemeinsamen sechsjährigen Sohn habe er mit einem 25 Zentimeter langen Fleischermesser die Kehlen durchgeschnitten. 

Der Vater wurde den Angaben zufolge volltrunken neben der toten Frau im Wohnzimmer auf der Couch liegend aufgefunden. Die Polizei nahm ihn als dringend tatverdächtig fest. Er war am Sonntag noch nicht vernehmungsfähig und wurde wegen des starken Alkoholeinflusses in einer Klinik behandelt.

Über Frauen, die foltern…

Eine lesenswerte Analyse über die Wahrnehmung von weiblichen Täterinnen hat das Feministische Institut in Hamburg herausgegeben. Diese sehr differenzierte Einschätzung der Realitäten über die Folter-Soldatin Lyndie England ist hier zu finden...

Eigenmächtige Handlungen weiblicher Täterschaft werden einerseits negiert und eine letztlich unschuldige Weiblichkeit dargestellt wie bei den diskursiven Strategien der Infantilisierung, der Seduktion und der Viktimisierung. Hierdurch erfährt Lynndie England eine Entlastung von der Täterschaft. Andererseits wird durch die Pathologisierung und die Sexualisierung bzw. Pornographisierung weibliche Täterschaft als eine absolute Ausnahme dargestellt und die Gewalttaten erscheinen als unnormaler Einzelfall. Dabei hat das Bild von weiblicher Unschuld sein Gegenstück im Bild der grausamen und devianten Frau. Diese dichotomen Weiblichkeitskonstruktionen sind zumindest in der westlichen Welt schon lange etablierte Konstruktionen.

Allen diskursiven Strategien ist gemeinsam, dass sie die Täterin als nicht selbstverantwortlich handelnde Person zeichnen, welche bewusst eigene Entscheidungen treffen kann. Der folternden Frau werden bei den Taten keine eigenen moralischen Entscheidungen oder Einsichten zugestanden. Trotz gesellschaftspolitischer Veränderungen wie der Öffnung des Militärs für Frauen und der direkten Beteiligung von Frauen an Krieg und Gewalt, besitzt die traditionelle essentialistische Vorstellung von friedfertiger Weiblichkeit nach wie vor enorme Gültigkeit.

„Trend: Mädchen schlagen selber zu“

Zwei Mädchen haben am Mittwochabend eine 82-jährige Passantin auf der Deichhorster Straße überfallen und ihre Handtasche geraubt (dk berichtete). Das dk hat mit Helga Stilke, Jugendbeauftragte der Polizei, über Mädchengewalt gesprochen.

dk: Nimmt in Delmenhorst die Mädchengewalt zu?
Helga Stilke: Wir gehen davon aus, dass 2008 der Anteil von Mädchen als Tatverdächtige bei Körperverletzungen gestiegen ist: Mädchengewalt ist für uns Thema. Allgemein ist es so, dass Mädchen weniger Straftaten begehen als Jungen. Mädchen neigen dazu, Gewalt verbal auszuüben.

2007 waren unter den 150 minderjährigen Tatverdächtigen im Bereich Körperverletzung 27 Mädchen. 2005 waren unter den 142 Tatverdächtigen 42 Mädchen. Das war ein deutlicher Rückgang. Das Kinder- und Jugendkommissariat geht aber davon aus, dass 2008 der Anteil der tatverdächtigen Mädchen im Bereich Körperverletzung wieder zugenommen hat. Die Statistiken dazu liegen noch nicht vor.

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