“Frauenbonus” bei Gericht: 8 Monate Haft für die Tötung eines Säuglings

Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen und auf lebenslange Haft plädiert. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Das Schwurgericht hielt eine vorsätzliche Tötung nicht für erwiesen.

Worum es geht:

Erst bringt eine Frau unter falschem Namen ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Dann verschwindet sie kurze Zeit später und wird als vermisst gemeldet. Daraufhin läuft die Suche nach Mutter und Kind auf Hochtouren, die Öffentlichkeit wird eingeschaltet, die Polizei und Andere suchen… und finden.

Schließlich wurde die Frau in der Wohnung ihrer Eltern in Edertal-Bergheim gefunden, das Baby lag tot in einem Müllsack im Kofferraum ihres Autos. Zum Hintergrund der Tat gab sie an, sie habe sich durch die Schwangerschaft und die bevorstehende Mutterschaft in ihrer Lebensplanung gestört gefühlt. 

Die Frau sei überfordert gewesen und habe das Baby, um es zu beruhigen, mehrfach an die Brust gedrückt, heißt es in der Urteilsbegründung des Gerichts. Dadurch sei es erstickt. “Der eigentliche Tathergang und die Todesursache sind jedoch nicht klar”, sagte der Vorsitzende Richter Volker Mütze. 

Hmm… Soweit so ungerecht auf den ersten Blick. Doch es kommt noch eindeutiger:

Die Frau, die bereits elf Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte, ist nach dem Urteilsspruch auf freiem Fuß. Für die Monate, die sie zu lang in Haft gesessen habe, werde sie entschädigt, kündigte Mütze an, ohne Einzelheiten zu nennen

Bisher dachte ich, dass Richter Vultelius der ungekrönte Misandriekönig ist, doch offenbar hat er Konkurrenz.

Hier ist der gesamte Beitrag zu finden.

Genderama verlinkt diesen Fall unter dem Stichwort: “Wirklich späte Abtreibung”. Ein treffender Begriff.

Frauen wehren sich – aber das ist ja keine Gewalt

Frauen wehren sich? Von http://flickr.com/photos/yog/ Genderama weist uns darauf hin: Hier wird einmal mehr deutlich, wie sehr Frauen sich im Recht fühlen… Das Foto stammt wohl aus Berlin Friedrichshain.  Was auch immer das für ein Laden ist: 

 

Die Besitzer(in) “Anne Fresse” aus dem “Valerie Solanas Weg” muss sich gefallen lassen, dass unschwer zu erkennen ist, dass sie hier offen zur Gewalt aufruft… 

 

Natürlich ist die Verfasserin zu feige, den wirklichen Namen und eine reale Adresse anzugeben… Sogar mehrsprachig wird das Machwerk verbreitet …

Maenner antworten

 

 

 

 

 

 

 

 

Und hier ist eine äquivalente Antwort aus einem englischsprachigen Blog, nur damit klar wird, wie es umgekehrt wäre. Hier gefunden...

Gewaltberatung mit Täterinnen, Fachtagung der Kriminologischen Zentralstelle

Sabine Seifert-Wieczorkowsky hat einen Vortrag über die Arbeit mit Täterinnen häuslicher Gewalt auf der Fachtagung der Kriminologischen Zentralstelle e.V. gehalten.

Hier einige bemerkenswerte Auszüge: 

Wir beraten Täterinnen, die von sich aus und aus eigenem Antrieb bei uns Beratung aufsuchen. Die Klientinnen kommen aus allen sozialen Schichten, und um einen Verdacht vorzubeugen, sie sind alle massiv körperlich gewalttätig, nur (noch) nicht Polizei bekannt.Sie kommen allein deshalb, weil ihnen unser Beratungsangebot FÜR Täter und Täterinnen bekannt geworden ist.  Seit Jahrzehnten machen wir eine immer gleiche Erfahrung:  Überall dort, wo eines unserer Beratungsangebote entsteht, melden sich die Klientinnen. Es ist also keineswegs so, wie es häufig propagiert wird: Täterinnen würden keine Beratung aufsuchen. Ganz im Gegenteil: Sie suchen wie ihre männlichen Pendants Beratung genau dann auf, wenn sie auch Beratung finden können. Im Klartext: Ohne Angebot keine Nachfrage …. 

Liest man heute in Deutschland Broschüren, die durch offizielle Behörden oder Ministerien herausgegeben werden, so findet man ausschließlich den Hinweis, dass gewalttätige Männer, Frauen als Täterinnen werden weitgehend ausgeblendet, über den Einsatz der so genannten Niedrigschwelligen Angebote nicht zu erreichen wären, und dringend gezwungen werden müssen durch gerichtliche und polizeiliche Auflagen, um überhaupt bereit zu sein, eine Zwangsberatung aufzusuchen.Diese Grundannahmen sind bereits seit 2002 durch die oben zitierte Studie der WHO widerlegt. Sicher ist aber, dass in fast allen Ländern genau die Projekte, die wie wir damals aus einem ursprünglichen Selbsthilfeansatz heraus entstanden sind und von daher bereits den wirklichen Bedarf an niedrigschwelliger täterinnenorientierter Beratung abschätzen konnten, durch die Politik eben nicht unterstützt wurden. Nein, die Mär von der Unerreichbarkeit dieses Klientels musste offenbar um jeden Preis erhalten bleiben, dient sie nicht zuletzt auch der Selbstdefinition vieler Beraterinnen, die nach den DAIP Konzepten arbeiten: Das Misstrauen gegenüber Männern generell, die Kontrolle über den „bösen“ Tätern, die nur im Zwangskontext bereit sind sich einer Veränderung zu „unterziehen“. Nicht zuletzt dient dieses Schwarz-weiß Denken auch der eigenen Selbsterhöhung, bin ich doch der vermeintlich bessere Mensch, weil vor mir ja der böse, gewalttätige Mann. Das Ergebnis: Viele finanziellen Ressourcen werden heute in die Zwangsberatung investiert, der viel preiswertere niedrigschwellige Weg wird mit sehr wenigen Ausnahmen weder finanziert, geschweige denn weiter erforscht. Die Wissenschaftlichkeit ist somit einer Ideologie gewichen. …   

Als wir begannen, uns mit dem Thema der Konfrontation in der Täterinnenarbeit auseinanderzusetzen, galt unsere Aufmerksamkeit erstmal dem Finden und dem Kreieren einer anderen Begrifflichkeit für das Wort Konfrontation. Wir sind von der Annahme ausgegangen, dass dieser Wortgebrauch eine rein männliche Konnotation hat, der bei Frauen eher die Phantasien von Streit und Distanz auslöst.Bis wir merkten, dass wir uns selbst als Frauen auf den „Leim“ gegangen sind. Wir waren dabei, den Inhalt der Konfrontation zu verwässern, weichzuspülen und weiblich sozial anzupassen. Wenn Frauen eigene Grenzen aufzeigen, ist das wenn überhaupt, nur in einer angenehmen Atmosphäre möglich. Aggressionen haben keinen Platz. Wir dürfen als Frauen nicht verantwortlich für Disharmonien sein. So sind wir in eine ganz typische „Frauenfalle“ getappt, was uns zunächst erschreckte, um dann zu erkennen, wie wir auch damit den Boden für ein Verhalten in der Beratung von Täterinnen bereiten, den wir provokativ den „Bambi- Effekt“ nennen. Damit ist u.a. das manipulative Einsetzen von Tränen gemeint, mit dem die Täterin sich z.B. als Opfer widriger Umstände sieht. Klassischerweise nimmt die Frau in diesem Kontext eine Opferhaltung ein: Eine seriöse Thematisierung des Bambie- Effektes in der Beratung mit Täterinnen und ein Konfrontieren desselben ist ein weiterer Mosaikstein für ein gewaltfreies Leben.

 

Hier können Sie online den Vortrag lesen.

Veranstaltung zum Thema Frauengewalt in Dresden

Und es gibt (doch) Frauen, die sich des Themas weiblicher Täterschaft annehmen: Mein Berliner Freund würde jetzt sagen: “Na sieste, jeht doch!”

Gewalt gegen Männer

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie zu unserer Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Männer im Gespräch” am 05.11.2008 anlässlich des “Welttages des Mannes”
einladen. Sie steht unter dem Titel “Der geschlagene Mann? – Männer als Opfer häuslicher Gewalt” und findet 19:00 Uhr im Festsaal des Dresdner Rathauses statt.

Unter der Moderation von Dr. Regine Schneider, MDR Figaro, werden Hans-Joachim Lenz, Forsche Männer & Frauen Ebringen; Sylvia Müller, Dresdner Interventions- und Koordinierungsstelle zur Bekämpfung häuslicher Gewalt/Gewalt im sozialen Nahraum – D.I.K.; Thomas Geithner, Polizeidirektion Dresden; Prof. Dr. Lothar Böhnisch, Professur für Sozialpädagogik und Sozialisation der Lebensalter an der Technischen Universität und Dr. Ralf Lunau, Anwalt für Familienrecht, ins Gespräch kommen.

In dieser Gesprächsrunde wird das Tabu, die Betroffenheit von Männern als Opfer häuslicher Gewalt, thematisiert und die öffentliche Wahrnehmung des Problems diskutiert. Die Vertreter/-innen der verschiedensten Professionen berichten von ihren Erfahrungen mit häuslicher Gewalt gegen Männer.

Ich freue mich auf Ihr Kommen.

Kristina Winkler

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Landeshauptstadt Dresden
Gleichstellungsbeauftragte für Frau und Mann Dr.-Külz-Ring 19
01067 Dresden

http://www.dresden.de/frau-mann

Weitere Infos zur Chancengleichheit unter http://www.dresden.de/gendermainstreaming

So zeigt sich, dass es auch anders geht….

Die schärfste Waffe ist nun einmal die Wahrheit, stumpf ist die Verleugnung derselben.

Wenn Frauen morden ist es ein Akt der Emanzipation| Nachrichten auf ZEIT ONLINE

Es gibt tatsächlich einige beachtliche Unterschiede. Frauen töten ihre Opfer überwiegend planvoll, heimtückisch und im häuslichen Milieu, Männer hingegen attackieren meistens unmittelbar, häufig im Affektsturm, wenn ein Streit eskaliert. Die wohl bedeutsamste Abweichung ergibt sich jedoch aus der jeweiligen Motivlage. Während Männer größtenteils morden, um ihre Opfer zu beherrschen und zu vernichten, töten Frauen, um sich nicht weiter beherrschen zu lassen. Männer üben Dominanz aus, Frauen indes wollen sich oftmals aus männlicher Beherrschung befreien. Ihnen geht es vornehmlich um Selbstschutz, Selbstachtung und Selbsterhaltung. Insofern hat die weibliche Tötungskriminalität durchaus etwas Emanzipatorisches.

: Kriminalität: Frauen morden anders als Männer | Nachrichten auf ZEIT ONLINE

(Kriminalhauptkommissar und Sachbuchautor Stephan Harbort hat sich mit der weiblichen Seite der Gewaltkriminalität beschäftigt. Sein Fazit: Frauen morden nicht nur seltener, sondern auch mit anderen Methoden als Männer. Ein Interview.)

soso… Soweit ist es also schon gekommen. Ein Mann (Kripobeamter von Beruf) sieht hier nicht nicht rot, sondern Mörderinnen als “Endprodukt” einer gelungenen Emazipation.

Mein Fazit: Manchmal sollte man einfach besser wegschauen , wenn sich Kriminalpolizisten mit sozialpsychologischen Ambitionen als Sachbuchautoren versuchen.

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