Auch in Deutschland gilt: Frauen sind garantiert nicht friedfertiger…

Hinzu kommt die erschwerende Tatsache, dass Männer aus Scham seltener ihre Partnerinnen anzeigen, wenn sie von ihr ein blaues Auge bekommen haben. Einer Pilotstudie des Bundesministeriums für Familie aus dem Jahr 2004 zufolge hat kein einziger Mann, der von seiner Partnerin geschlagen wurde, in Erwägung gezogen, zur Polizei zu gehen – auch wenn er der Meinung gewesen sei, die Partnerin hätte eine Anzeige verdient. Auch darin sehen Forscher einen Grund, warum Frauen als Gewalttäterinnen seltener in offiziellen Statistiken auftauchen.

Soziologen und Kriminologen beobachten zudem, dass sich nicht nur die Realität der Gewalt im häuslichen Rahmen anders darstellt als oft angenommen. Insbesondere bei jüngeren Frauen gebe es Tendenzen zu Gewalt im öffentlichen Raum. Forschern vom Berliner Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie zufolge nimmt die Gewalt von Mädchen in letzter Zeit doppelt so stark zu wie die von Jungen. Ein Grund dafür, so lautet die gängige Meinung vieler Psychologen: Die Rollenbilder von Jungs und Mädchen, Männern und Frauen gleichen sich zunehmend an – und mit ihnen die Gewaltbereitschaft.

via SPON

Buchempfehlung: Yvonne Raub: Amazonismus

Einen besonderen Platz in diesem Blog verdient das Buch „Amazonismus, gewalttätige Mädchen als neue Zielgruppe“ von Yvonne Raub. Aus dem Klappentext:

Die Autorin befasst sich in der vorliegenden Arbeit mit dem hochaktuellen, jedoch noch sehr fragmentarisch beforschten Thema der Mädchengewalt. Sie gibt diesem Phänomen mit „Amazonismus“ einen Namen und beleuchtet Hintergründe, Motive, sowie Erscheinungsformen und Erklärungstheorien. Neben der Vorstellung eines bereits erprobten und bewährten Konzepts der täterInnenorientierten Gewaltberatung macht sie einen Vorschlag für ein handlungsanweisendes Anti-Gewalttraining für Mädchen mit entsprechenden Modulen. Die Autorin spricht sich eindeutig für eine genderorientierte Perspektive aus, ohne die Täterinnen geschlechtsbedingt zu entschuldigen. Dabei stellt sie sich der Frage, wie Modelle für eine Erfolg versprechende Gewaltarbeit mit Mädchen beschaffen sein müssen.

Dieses Buch ist nach meiner persönlichen Ansicht insgesamt „eine Wucht“. Frau Raub hat nicht nur präzise wissenschaftlich recherchiert, weshalb und wie Mädchen als Täterinnen ausgeblendet werden, sie stellt zudem uns Lesern auch Theorien zur Verfügung, wie sich die Täterinnen als solche „selbst ausblenden“.  Der Zusammenhang zwischen dem gesellschaftlich bedingte „Frau=Opfer“ Blickwinkel und einem weiblichen „Gewaltkreislauf“ wird deutlich herausgearbeitet. Zudem legt uns die Autorin dar, wie der Teufelskreis Amazonismus durch gezielte Täterinnen-Arbeit handlungsorientiert durchbrochen werden kann.  Eine unbedingte Lese-Empfehlung für alle Praktiker/innen, die nicht mehr bereit sind, weibliche Gewalttäterschaft zu ignorieren oder zu verniedlichen.

Eine Rezensentin bei Amazon fasst die Einmaligkeit dieses Buches so zuammen:

Empathie lässt sich nicht über Unterwerfung erzielen, sondern nur durch und über Eigenempathie, so eine der zentralen Thesen: Bin ich mit mir gefühlsmäßig im Kontakt und vermag ich mich entsprechend zu artikulieren, dann kann auch der Weg zur Opferempathie und zu gewaltfreien Wegen der Konfliktlösung gebahnt werden.

Das vorliegende Werk ist fundiert, multidimensional und handlungsorientiert und somit ein fantastischer Ausgangspunkt für eine vertiefte, gerne auch kontroverse, fachliche Debatte zur Herausforderung  Amazonismus  und seine weitere Beforschung.

Dem kann ich mich nur anschließen. 

Unbedingt lesen und kaufen!

Vier weibliche Jugendliche verprügeln zwei Mädchen in Wiesbaden

Zwei 15-jährige Mädchen sind am Mittwoch von vier anderen weiblichen Jugendlichen in Wiesbaden verprügelt worden. Zunächst wurden die beiden Opfer am Luxemburgplatz verfolgt, bevor sie von den weiblichen Tätern in der Karlstraße anscheinend grundlos körperlich attackiert wurden.Im Verlauf der Auseinandersetzung wurden die Mädchen gewürgt, in den Magen geboxt und in das Gesicht geschlagen.

Allgemeine Zeitung – Vier weibliche Jugendliche verprügeln zwei Mädchen in Wiesbaden

16-Jährige schlagen 27-Jährige krankenhausreif

Berlin (dpa/bb) – Zwei 16 Jahre alte Mädchen haben gestern Abend in Berlin-Reinickendorf eine 27 Jahre alte Frau krankenhausreif geschlagen. Warum die Beiden in der Residenzstraße/Ecke Emmentaler Straße die Frau attackierten, war nach Angaben der Polizei von heute zunächst unklar. Die 27-Jährige kam mit Platzwunden am Kopf und einem gebrochenen Nasenbein in ein Krankenhaus.

16-Jährige schlagen 27-Jährige krankenhausreif

14-jährige Schülerin tötet Mutter

Wieder schockt eine Bluttat Wien – der Tatverdacht gegen die Tochter hat sich bestätigt: Die 14-Jährige legte ein Geständnis ab. Das Mädchen stritt mit der Mutter um einen Computer. Der Konflikt eskalierte, die Tochter erstach die 37-Jährige. Nach der Bluttat am Dienstagabend in Wien-Margareten hat die mutmaßliche Täterin, ein 14-jähriges Mädchen, laut Polizei ein Geständnis abgelegt. Die Jugendliche sei mit ihrer Mutter wegen der Nutzung des Computers in Streit geraten. Im Zuge der Auseinandersetzung, die im Badezimmer stattgefunden hat, griff die Tochter schließlich zum Messer und stach einige Male zu.

14-jährige Schülerin tötet Mutter – Chronik – Österreich / oe24.at