Filmreihe über mordende Frauen, nochmals beschrieben…

Hamburger Abenblatt, Irene Jung beschreibt – wie bereits in den beiden letzten Artikel hier – die Sendereihe über mordende Frauen des NDR, die heute anläuft. 

Im Gegensatz zu den beiden letzten Beispielen, wie man mordende Frauen generös “schönfabuliert”, wird hier zumindest etwas mehr Klartext geschrieben. Wir lesen:

Richtig ist, dass Frauen seltener morden. Aber vor allem töten sie anders. Nach der Kriminalstatistik sind Frauen nur zu 15 Prozent am Straftatbestand Mord beteiligt und zu zwölf Prozent bei Totschlag. Am häufigsten töten sie Intimpartner – also Ehemänner und Lebensgefährten -, Kinder, Bekannte oder kranke und schwache Menschen, die ihnen anvertraut sind. Frauen beseitigen ihren Mann oder Geliebten, wenn die Beziehung zu eng, zu behindernd, gewalttätig geworden ist, wenn sie im Mann eine Bedrohung für das eigene Leben oder das ihrer Kinder sehen. Wenn sie Schulden vor ihm vertuschen wollen. Oder wenn sie endlich frei für einen anderen sein wollen – wie Christel Müller, die ihrem Mann ein Päckchen mit vergiftetem Enzianschnaps schickte. Eine Scheidung hätte sie das Sorgerecht für ihre Kinder gekostet.

Aber die Tat wird eben nicht konfrontativ im Affekt begangen, sondern ist Endpunkt einer oft langen, bedrückenden Vorgeschichte. Die meisten der Täterinnen meiden die Konfrontation, eine beharrliche Auseinandersetzung, sie ordnen sich lange unter. Bis aus dem vermeintlichen Lamm ein Wolf wird.

Manche Frauen morden auch schlicht aus Habgier.  Hier gefunden..



Doch es kommt, wie es kommen muss…

Die frühere Hamburger Justizsenatorin Lore-Maria Peschel-Gutzeit erklärt die rechtliche Lage zu einer Zeit, als Frauen gesetzlich noch gegenüber dem Ehemann benachteiligt waren. Auch das hat manchen Mord begünstigt.

Wir dürfen also gespannt sein.

Frauen morden einfach anständiger, Folge 27124

Mehrfach wurde das Buch: “Wenn Frauen morden” des Kriminalisten (mit sozialpsychologischen Ambitionen) Stephan Harbort hier bereits beschrieben. Da kann PR-INSIDE  nicht fehlen… 

 Bei Harbort geht es sowohl um Beziehungstaten als auch um Morde aus Habgier. Er analysierte die Geschichte der Brandenburgerin Sabine H., die neun ihrer Babys nach der Geburt sterben ließ. Er beschäftigt sich auch mit den spektakulären Fällen von «Todesengeln» in Krankenhäusern oder Altersheimen. Eine seiner Kernthemen: Geht es um Beziehungstaten, töten Männer meist, wenn ihnen der Verlust der Frau oder der Familie droht – nach dem Motto: «Wenn sie nicht bei mir bleibt, soll sie auch kein anderer haben.» Frauen dagegen töten eher, um den Partner loszuwerden, aus dem Gefühl heraus, sich oder andere schützen zu müssen beziehungsweise wollen: «Er ist im Weg; er muss weg. Ein Mann tötet seine Partnerin also häufig im Affekt. Bei der Frau «wird das affektiv wirksame Moment eher im Vorfeld der Tat zu suchen sein», schreibt Harbort. «Statistisch gesehen tritt der Beziehungs-Super-GAU durchschnittlich nach fünf Jahren ein, wenn die Frau beschließt, das Problem Mann gewaltsam aus der Welt zu schaffen», stellt er weiter fest. Bei Frauen, die ihre neugeborenen Kinder töten, sieht Harbort eine klare Mitschuld der Väter. Strafrechtlich würden nur die Frauen zur Rechenschaft gezogen. «Allerdings wäre es grundfalsch, die Täterinnen allein für diese Tragödien verantwortlich zu machen», schreibt er. Auch der Vater handele unverantwortlich, wenn er sich nicht um die werdende Mutter und ihre Probleme kümmere. «Was sind das für Männer, die das Ende einer Schwangerschaft bemerken und nicht danach fragen, wo das Baby ist?» fragt er. Aber auch die Familie, Freunde, Kollegen oder Nachbarn sieht er in der Pflicht. Undenkbar seien solchen Taten ohne ein familiäres und berufliches Umfeld, das sich immer wieder abwende und schweige, schreibt Harbort. «Das Ablehnen dieser sozialen Verantwortung ist sicher auch ein Verbrechen, allerdings eher ein moralisches. …

Nur 10 bis 15 Prozent der Tötungsdelikte werden von Frauen begangen, die meisten davon werden im häuslichen Bereich verübt. Selten geht es den Täterinnen darum, sich einen finanziellen oder sonstigen Vorteil zu verschaffen, wie Harbort schreibt. «Vielen Frauen, egal, wie oft sie töten, und egal, gegen wen die Taten gerichtet sind, geht es um Selbstschutz, Selbstbehauptung und Selbstverwirklichung.» Er kritisiert, dass oft nicht danach gefragt werde, warum Frauen morden und warum sie es seltener tun als Männer. 

Fazit: Das gesamte Theoriegebäude (bzw. eher der Abgrund, der sich hier auftut)  wird immer verstiegener. Weshalb?

Es ist ohne  solche hypothetische Konstrukte geradezu unmöglich, der Bevölkerung einzuhämmern, dass Frauen immer, also wirklich immer – selbst beim Morden – die moralisch besseren Menschen sind…

Frauengewalt im Imbiss

Hier geht es zwar auch um männliche Täterschaft, doch der Weg von Provokation und anschließendem Gewaltexcess ist klar nachzuzeichnen.
Clipfish

Mordversuch: Täterin auf freiem Fuss.

Münster – Sie hatte Langeweile. Und wollte „die Feuerwehr ärgern“. Das sagte eine 17-jährige Münsteranerin, gegen die der Staatsanwalt wegen Mordversuch ermittelt.

Sie lösten einen Feueralarm aus. Als die Feuerwehr anrückte, wurde sie aus der achten Etage mit einem Feuerlöscher bespüht. Die leere Flasche warf die 17-Jährige über die Brüstung. 
Es war nachts, der Behälter schlug knapp zwei Meter neben einem Feuerwehrmann ein. Staatsanwalt Martin Botzenhardt: „Das wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich gewesen.“
Tags drauf lösten die Täterinnen wieder Alarm aus. Erneut wurde die Wehr beworfen – mit einem Feuerlöscher. Offenbar warf diesmal eine 14-Jährige.
Wann werden eigentlich Mädchen als Täterinnen bei ähnlichen Vergehen genauso ernst genommen wie Jungen ?

Schon wieder: Selbst beim Morden sind die Frauen einfach moralisch besser!

Wir haben ja schon über die psychologischen Thesen des Polizisten Stefan Harbort berichtet – doch offenbar taugt das Buch zu vielen Rezensionen.
Nun trieft es genderpolitisch korrekt aus der FAZ. Eine Kostprobe:

Der Leser erfährt die wesentlichen Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Serienmörder(inne)n: männliche Serientäter töteten überwiegend fremde Opfer, Frauen hingegen Kinder sowie Frauen und Männer, die ihnen nahestanden, die sie kannten, für die sie sorgen sollten.

Auf dem “Boden soliden Fachwissens” wird hier eine sozialpsychologische Dünnbrettbohrerei veranstaltet, die Fachleuten die Tränen in die Augen treibt.

Und die FAZ steigt geradewegs unkritisch ein, und verkauft eine Werbeanzeige als Artikel.

Doch eines ist wirklich interessant, das wusste ich auch noch nicht:

Serienmörderinnen waren seltener vorbestraft, kamen häufiger aus intakten Familien, waren sozial besser integriert, öfter verheiratet – oder dann verwitwet – und bei der ersten Tat im Durchschnitt zweiunddreißig Jahre alt.
Sie konnten sich dem Zugriff der Ermittler im Schnitt sechseinhalb Jahre entziehen, männliche Serienmörder hingegen nur zweieinhalb Jahre. Während männliche Serientäter erwürgt, erdrosselt, erschossen oder erschlagen haben, haben Frauen ihre Opfer überwiegend vergiftet (oft mit Medikamenten) oder erstickt, was dazu beitrug, dass ihre Tat oft lange unbemerkt blieb.

Sicher liegt das alles nur an der Dummheit der männlichen Täter – nicht aber an der irrwitzigen Vermutung meinerseits, dass Frauen einfach nicht in das reguläre Beuteschema der Polizei fallen. Weil Polizisten Menschen sind, denen von jeher eingehämmert wurde, Frauen seien nicht so gewalttätig.

Hier ist die FAZ-Werbeanzeige für das Buch zu finden.