Seminar: Beratung von Frauen und Mädchen als Täterinnen

Das Forum Intervention bietet im Mai 2009 ein Seminar: Einführung in die Gewaltberatung mit Täterinnen an.

Das Seminar wird von den Gewaltberaterinnen und Dozentinnen Sabine Seifert-Wieczorkowsky und Edna Hansen Beckers angeboten. Die Unterlagen für die Anmeldung finden Sie hier.

“Ich finde es empörend, wie wenig über Gewalt von Frauen und Müttern gesprochen wird…”

Astrid von Friesen schreibt in einem offenen Brief an den deutschen Ethik-Rat…

Sehr geehrte Damen und Herren des Ethikrates,

auch als Frau, als Psychotherapeutin, Feministin und und immer öfter als Maskulinistin finde ich es zunehmend empörend, wie wenig über die Gewalt von Frauen und Müttern gesprochen wird.

Weibliche Gewalt erfahren 100 000de von Kindern, die wir später dann in psychotherapeutischer Behandlung haben. Nicht nur viele Borderliner, Depressive usw. sondern auch fast alle Tyrannen dieser Welt hatten Mütter, die ihnen nicht gut taten. Auch sind die vielen verhungerten und in Blumentöpfen verscharten Babys, von denen wir in den vergangene Jahren hörten, nicht nur die Opfer von Einzelfällen, sondern diese Taten sind die Spitzen von Eisbergen, d.h. von eisigen Zuständen in den Familien.

Diesen Hinweis und den Rest des offenen Briefes habe ich hier gefunden…

KEIN Tabu! Häusliche Gewalt gegen Frauen

Google 10.11.08

Google, 10.11.08, bitte auf´s Bild klicken!

Auch dieser Tage ist es zum 3.720.000 Male zu hören oder zu lesen.

Die Rede ist vom Angeblichsten aller Tabus: Dem der häuslichen Gewalt gegen Frauen.

An sich bereits eine Einschränkung, die die Ursprungsbedeutung der “HÄUSLICHEN Gewalt” verfälscht.
Im Grunde ist jede Gewalt, die zuhause stattfindet, häusliche Gewalt; also auch zum Beispiel die von Müttern gegenüber Kindern.

Doch wieder zurück zum “angeblichen Tabu…”

Bei Google finden sich heute, also am 10.11.2008 ca. 3.720.000 Seiten und Artikel zum dem Thema.

Gibt man die Worte : “Tabu+häusliche+Gewalt” ein, findet man stolze 12.800 Seiten mit jenen Worten.

Im Ernst: Wer heute als Politiker(in) oder Fachfrau bzw. Fachmann vor Publikum diesbezüglich noch von einem Tabu faselt, sollte sich einmal ernsthaft überlegen, ob er oder sie von der Fachwelt noch ernst genommen werden will. Oder aber ob man ihm oder ihr nicht vielmehr eine ideologische Besessenheit nachsagen müsste, zumal man sich ja geradezu als Retterin oder Retter dem Volke anbiedert, wenn man oder frau “als aus der Politik kommende(r) Tabubrecher(in)” daherkommt.

Apropos: Gibt man bei der gleichen Suchmaschine “häusliche Gewalt gegen Männer” ein, so bekommt man 1570 Verweise.

Wie hier bereits häufiger dargestellt wurde, existieren über 100 weltweite, seriöse wissenschaftliche Forschungen, die belegen, dass Männer ebensohäufig Opfer häuslicher Gewalt werden wie Frauen.

Ganz abgesehen von Kindern und alten Menschen, die von Täterinnen misshandelt werden.

Seltsam, nicht?

Ein angebliches Tabu, das lange keins mehr ist, wird benutzt, um eines, das wirklich ein Tabu ist, weiter zu tabuisieren: Die Gewalt von Täterinnen.

Parlamentarische Staatssekretärin Caspers-Merk: Häusliche Gewalt darf kein Tabuthema sein

Besonders betroffen sind Frauen, Kinder, pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung. Verletzungen als Folge von Gewalt sind in den Notaufnahmen und in vielen Arzt­praxen, beispielsweise bei Hausärztinnen und Hausärzten und in der Gynäkologie, Teil des Arbeitsalltags. In Deutschland haben ca. 40 Prozent aller Frauen ab dem 16. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Das ist das erschreckende Ergebnis einer Repräsentativumfrage in Deutschland.

Gewalt ist noch zu oft ein Tabuthema. Die Bekämpfung von häuslicher Gewalt fordert alle Kräfte und stellt auch an das Gesundheitssystem besondere Anforderungen. Ärztinnen und Ärzte Pflegekräfte aber auch andere an der Versorgung beteiligte Berufsgruppen müssen gut darauf vorbereitet sein, die notwendige medizinische und psycho-soziale Unterstützung zu geben.“Einen weitreichenden Überblick über die Situation in Deutschland bietet das neue Themenheft der Gesundheitsberichterstattung des Bundes „Gesundheitliche Folgen von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt“.
Es bietet erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme mit zahlreichen Daten und Fakten zum Thema Gewalt. Die Folgen von körperlicher oder sexueller Gewalterfahrung sind unterschiedlich. Sie reichen von körperlichen Verletzungen, über psychosomatische Beschwerden und psychische Erkrankungen bis hin zum Tod. Auch Suchterkrankungen werden oft durch Gewalterlebnisse verursacht. Der Anteil der Opfer unter Frauen mit Behinderung wird auf ca. 80 Prozent geschätzt. Auch Kinder und ältere oder pflegebedürftige Menschen sind gewaltsamen Übergriffen oftmals hilflos ausgesetzt. Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit belegt, dass 74 Prozent aller suchterkrankten Frauen seelische, körperliche oder sexuelle Gewalterfahrungen gemacht haben. Diese Personengruppen stehen im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung vom Bundesministerium für Gesundheit, der WHO und der Bundesärztekammer in Bonn.

Als eine besondere Form von Gewalt gegen Frauen wird außerdem die weibliche Genitalverstümmlung thematisiert. In Deutschland wie in ganz Europa werden wir in der gesundheitlichen Versorgung zunehmend mit den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung konfrontiert. Auf Initiative von Bundesministerin für Gesundheit Ulla Schmidt und der Bundesärztekammer sind 2006 Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung erarbeitet worden. Die Empfehlungen wurden international in deutscher, englischer und französischer Sprache verbreitet.

BSOZD.com – News | Parlamentarische Staatssekretärin Caspers-Merk: Häusliche Gewalt darf kein Tabuthema sein – Internationales Symposium

Was im Titel noch geschlechtsneutral daherkommt ist zwar eine gnadenlose Übertreibung (Tabu…?) versteigt sich dann aber völlig und verschweigt zum widerholten Male die bereits hundertfach evaluierte Tatsache, dass eben auch Männer und vor allem Kinder Opfer und Frauen häufig Täterinnen sind…
So langsam frage ich mich, wie lange man eigentlich warten muss, bis Tatsachen eben auch  Staatssekretärinnen zur Kenntnis gelangen…, oder eben nicht länger verschwiegen werden.

Veranstaltung zum Thema Frauengewalt in Dresden

Und es gibt (doch) Frauen, die sich des Themas weiblicher Täterschaft annehmen: Mein Berliner Freund würde jetzt sagen: “Na sieste, jeht doch!”

Gewalt gegen Männer

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie zu unserer Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Männer im Gespräch” am 05.11.2008 anlässlich des “Welttages des Mannes”
einladen. Sie steht unter dem Titel “Der geschlagene Mann? – Männer als Opfer häuslicher Gewalt” und findet 19:00 Uhr im Festsaal des Dresdner Rathauses statt.

Unter der Moderation von Dr. Regine Schneider, MDR Figaro, werden Hans-Joachim Lenz, Forsche Männer & Frauen Ebringen; Sylvia Müller, Dresdner Interventions- und Koordinierungsstelle zur Bekämpfung häuslicher Gewalt/Gewalt im sozialen Nahraum – D.I.K.; Thomas Geithner, Polizeidirektion Dresden; Prof. Dr. Lothar Böhnisch, Professur für Sozialpädagogik und Sozialisation der Lebensalter an der Technischen Universität und Dr. Ralf Lunau, Anwalt für Familienrecht, ins Gespräch kommen.

In dieser Gesprächsrunde wird das Tabu, die Betroffenheit von Männern als Opfer häuslicher Gewalt, thematisiert und die öffentliche Wahrnehmung des Problems diskutiert. Die Vertreter/-innen der verschiedensten Professionen berichten von ihren Erfahrungen mit häuslicher Gewalt gegen Männer.

Ich freue mich auf Ihr Kommen.

Kristina Winkler

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Landeshauptstadt Dresden
Gleichstellungsbeauftragte für Frau und Mann Dr.-Külz-Ring 19
01067 Dresden

http://www.dresden.de/frau-mann

Weitere Infos zur Chancengleichheit unter http://www.dresden.de/gendermainstreaming

So zeigt sich, dass es auch anders geht….

Die schärfste Waffe ist nun einmal die Wahrheit, stumpf ist die Verleugnung derselben.