“In Fällen von häuslicher Gewalt und Misshandlungen in lesbischen Beziehungen werden die Auswirkungen gesellschaftlicher Strukturen, die gleichgeschlechtliche Lebensweisen „ausblenden“, auf die Opfer und Täterinnen deutlich: Es gibt nur sehr wenige gesellschaftliche Ressourcen, die lesbischen Opfern und Täterinnen die notwendige Unterstützung zur Verfügung stellen. „Häusliche Gewalt“ wird in der Regel definiert als „physische, psychische und sexuelle Gewalt von Männern an Frauen“. Diese Definition ignoriert die Möglichkeit von häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Daher erhalten weder die Opfer noch die Täterinnen die notwendige Unterstützung. Die Opfer werden erneut viktimisiert und die Täterinnen sind nicht aufgefordert, ihr gewalttätiges und missbräuchliches Verhalten zu beenden.”
Soso… Nun wird also Gewalt in lesbischen Beziehungen analysiert, diskutiert und thematisiert. Das Daphne Projekt der EU ist gut finanziert.
Hier zeigt sich wieder einmal, wie verblendet die Verantwortlichen, die Forschungsgelder geben, offenbar sind: Anstelle die Gewalt von Frauen generell zu thematisieren, wird sich eine Randgruppe herausgesucht, wo Gewalt unter Frauen nun einmal auch passieren kann.
Diese Randgruppe wird dann erforscht.
Ich habe nichts gegen die Erforschung von Randphänomenen, wenn die Mehrheit bereits gut erforscht ist, und es Beratungsstellen für Täterinnen bereits in Menge geben würde.
Doch so passt es wieder ins Konzept mancher Frauen: Gewalttätig werden eben nur Lesben, und das muss erforscht werden. Somit ist die oben zu lesende Abhandlung im Grunde irreführend, weil eine solche Haltung zutiefst lesbenfeindlich ist.
Desweiteren ist es bemerkenswert, in welcher Offenheit oder in welcher Unwissenheit hier die “inoffizielle” Definition der häuslichen Gewalt innerhalb der EU zitiert wird.
„Häusliche Gewalt“ wird in der Regel definiert als „physische, psychische und sexuelle Gewalt von Männern an Frauen“.
Ein Versehen? Absicht? Wir wissen es nicht. Nur: häusliche Gewalt ist jede körperliche Gewalt, die zuhause stattfindet, eben auch die von Frauen gegen Kinder, gegen Männer, gegen Alte.
Auch darauf wird in der Homepage zwar eingegangen, jedoch nur soweit, wie der Mainstream es wahrhaben will. Viele weitere internationale Studien, die eben Anderes belegen, wurden erneut “vergessen”.
Interessant ist weiterhin, dass hier Adressen angegeben werden, die für gewalttätige Lesben hilfreich sein können. Merkwürdiger Weise finden sich dort nur Fachfrauen, so dass davon auszugehen ist, dass eine gleichgeschlechtliche Beratung bevorzugt werden soll. An sich ein sehr sinnvoller Ansatz, wie man auch hier nachlesen kann.
Doch das gilt natürlich nur für Lesben, nicht für andere gewalttätige Frauen und Männer – zumindenst nach der Mainstream-Logik.
Wie ist es sonst zu erklären, dass in vielen Interventionsprojekten für (gegen) Männer, die Täter häuslicher Gewalt wurden. selbst in leitenden Stellungen Frauen sitzen?
Nur so: Die seit Jahrzehnten verbreitete Mär der “guten heterosexuellen Frau”, die niemals gewalttätig würde, muss um jeden Preis aufrecht erhalten werden.
Nur der Vollständigkeit halber: Für alle Lesben, die gewalttätig sind, seien hier noch weitere Anlaufsstellen genannt.


