Neue Initiative: Den Mann im Manne wecken – und Frauen als Täterinnen enttabuisieren

Erstaunlicherweise sind auch Frauen bei “Agens” sehr engagiert. Die Diplompsychologin Beate Kricheldorf thematisiert das Thema “häusliche Gewalt”. Das übliche Bild, wonach Männer immer die Täter, Frauen stets die Opfer sind, hält sie für dringend korrekturbedürftig. Es entspreche “schlicht nicht der Realität”. Tatsächlich zeigten Studien, dass in der Hälfte der Fälle häuslicher Gewalt diese wechselseitig geschehe. Die andere Hälfte bilden gleich zahlreiche Fälle männlicher oder weiblicher Gewalt. Zudem aber sei “Gewalt gegen Kinder und gegen Alte” kein öffentliches Thema, die aber sei oft weiblich. “Frauen sind jedoch als Täter ein Tabu.”

Neue Initiative: Den Mann im Manne wecken – Stuttgarter Nachrichten online

Seminar zur Arbeit mit schlagenden Müttern: Ausschreibung läuft in 14 Tagen ab.

Wie bereits in d Überschrift vermerkt. Die Ausschreibung für das Seminar zur Arbeit mit schlagenden Müttern vom Forum Intervention endet in ca. 14 Tagen. Wer also vom 25. Feb. 12:00 Uhr bis zum 28. Febr. 14.:00 Uhr 2010 –In der Sportbildungsstätte Wetzlar in Wetzlar /Hessen mit dabei sein will, sollte sich zügig anmelden.

EINFÜHRUNGSPREIS: Nur 430,- Euro statt  570,- Euro

Gewalt von Frauen – zum Beispiel: Schlagende Mütter
In den letzten Jahren ist Gewalt und damit verbunden die Arbeit mit Tätern jedoch kaum die Arbeit mit gewalttätigen Frauen in den Blickpunkt pädagogischen Interesses gerückt. Mütter, die ihre Kinder schlagen sind noch ein gesellschaftliches Tabuthema.
Viele Pädagoginnen kommen mit ihrem bisher gelernten „Handwerkzeug“ nur unzureichend weiter. So sind häufige Reaktionen: Ratlosigkeit, moralischer Aufklärung, Repression, bewussten Übersehen oder Bagatellisierungen der Gewalt.
Mitarbeiterinnen in Einrichtungen für Frauen erfahren früh von den “gewaltigen” Umständen, unter denen die Kinder leiden und leben. Frauen, die ihre Kinder schlagen zerstören das was sie auch lieben.
Mit Gewalt zerstören die Mütter das Vertrauen  und die Nähe zu ihren Kindern.
In diesem Seminar geht es jedoch nicht nur um schlagende Mütter, sondern auch um andere häusliche Gewalttaten von Frauen.
Im Rahmen dieses Seminars werden wir uns auf verschiedenen Wegen dem Bedingungsgefüge der weiblichen Gewalt nähern.

Hier gehts lang…

Wenn doch alles stimmen würde, was parlamentarische Staatssekretärinnen erzählen…

Eine große Tagung zum Thema häusliche Gewalt wurde in MV veranstaltet:

Dr. Margret Seemann, Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung: “Ärztinnen und Ärzte sind für die von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und Kinder mit die wichtigsten Vertrauenspersonen. Sie benötigen deren medizinische Hilfe, aber auch deren Rat. Denn in den meisten Fällen sind Frauen und Kinder als hauptsächliche Opfer häuslicher Gewalt nicht in der Lage, allein die Gewaltspirale zu durchbrechen. Das große Interesse der Medizinerinnen und Mediziner für diese Fachtagung zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht.”

So wird berichtet, wenn man Frauen als Täterinnen gnadenlos ausblendet. Im beworbenen Internetporal ist jedoch von gewalttätigen Personen oder Eltern die Rede.

Beratungsstellen für Täter und Täterinnen fehlen in der Berichterstattung völlig.

Prügelnde Frauen müssen in ein Täterinnenprogramm. In Basel ist bereits Realität, was woanders noch nicht einmal thematisiert wird

Bei Hinweisen auf häusliche Gewalt stellte die Polizei dort (in Basel)zwischen 2005 und 2007 eine Zunahme der weiblichen Tatverdächtigen von 15 auf 20 Prozent fest. Gegen 35 Frauen wurde schliesslich ein Strafverfahren eröffnet.

Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich in den übrigen Kantonen ab: 2007 wurden in der Schweiz 1300 Frauen wegen Körperverletzung bestraft – 122 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. 

Ein wichtiges Thema sind dabei die Kinder. «Die Gewalt von Frauen richtet sich häufig auch gegen sie», sagt Christine von Salis, Co-Leiterin der Baselbieter Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt. Die Täterinnen sind überfordert; von der Arbeit im Haushalt und allenfalls noch auswärts, von den quängelnden Kindern und fordernden Jugendlichen. Sie fühlen sich alleingelassen und schlagen irgendwann auf die Kinder oder den Partner ein. Und die meisten tun es immer wieder. «Für Kinder ist das besonders schlimm. Sie werden traumatisiert, und ihre ganze seelische Entwicklung kann massiv beeinträchtigt werden», sagt von Salis. …

Darum waren gewalttätige Frauen lange ein Tabuthema, auch in der Forschung. Doch nun beginnen sich Wissenschaftler allmählich für das Phänomen zu interessieren. Abschliessende Erklärungen über die Zunahme der Frauengewalt gibt es allerdings noch nicht. «Auch Frauen sind zu allem fähig», stellte Franziska Lamott von der Forensischen Psychotherapie der Universität Ulm an einer Fachtagung in Wiesbaden lapidar fest, über die die «NZZ am Sonntag» berichtet hat. Auch die Emanzipation ist nach Ansicht von Lamott keine Erklärung für zunehmende Gewaltbereitschaft: «Die Emanzipation ist eher Folge als Ursache: Nur wenn die Frauen aggressiv sind, können sie sich auch emanzipieren.» Ebenfalls umstritten ist, in welchem Ausmass Frauengewalt tatsächlich zugenommen hat. Die Forscher führen die steigenden Werte nämlich auch darauf zurück, dass Männer inzwischen eher bereit sind, sich als Opfer zu outen, weil häusliche Gewalt allgemein zum Thema geworden ist.

Auch wenn ich hier Gefahr laufe, fast den ganzen Artikel zu kopieren, so bin ich doch geradezu begeistert, in welcher Offenheit hier über die häuslich gewalttätigen Frauen berichtet wird.

Ganz anders in der Newsübersicht der letzten Woche:
Hier ein aktueller Auszug der GOOGLE-Alerts zum Stichwort: “Häusliche Gewalt

Köln: 25. November ist Tag gegen Gewalt an Frauen
Köln Nachrichten – Germany
Initiatoren sind neben der Stadt Köln noch rund 20 Partnerinstitutionen und Einrichtungen aus dem Netzwerk gegen Häusliche Gewalt“, darunter auch die beiden
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SPD Lübeck: “Keine Gewalt gegen Frauen !”
Lübecker Nachrichten – Schleswig-Holstein,Germany
November: als internationalem Tag gegen die Gewalt, die überall und in allen gesellschaftlichen Zusammenhängen – in erster Linie als “häusliche Gewalt
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Aviva-Berlin

Internationaler Aktionstag gegen Gewalt an Frauen 2008
Aviva-Berlin – Germany
Die beteiligten Unternehmen wollen ihre KundInnen für das Thema “Häusliche Gewalt” sensibilisierenund verteilen deshalb die speziell für die Kampagnen
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Prügelnde Frauen müssen in einen Kurs
Basler Zeitung – Basel,Switzerland
Baselland reagiert als erster Kanton auf diesen Trend mit einem neuen Lernprogramm gegen häusliche Gewalt. Die Täterinnen sind überfordert, sagen Experten.
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Linke fordert besseren Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt
Ad-Hoc-News (Pressemitteilung) – Germany
Erfurt (ddp-lth) Die Linksfraktion im Thüringer Landtag fordert einen besseren Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt. Erfurt (ddp-lth).
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Seemann fordert Reform der Opferrechte im Strafverfahren
MVticker.de – Bad Doberan,Mecklenburg-Vorpommern,Germany
Denn noch immer nehmen viele Opfer häuslicher Gewalt die erheblichen Belastungen eines Strafverfahrens nicht auf sich.“ Seemann führt weiter aus,
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Katholische Frauenbewegung: Häusliche Gewalt nicht tabuisieren
Kathweb – Wien,Wien,Austria
Wien, 24.11.08 (KAP) Die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) hat dazu aufgerufen, häusliche Gewalt nicht mehr länger zu tabuisieren.
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Mit Jona aus dem Kreislauf der Gewalt
presse-service.de (Pressemitteilung) – Herten,Germany
Bereits zum fünften Mal fand der gemeinsame „Runde Tisch gegen häusliche Gewalt“ für Recklinghausen und Herten statt.
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Fischbach: Gewalt gegen Frauen konsequent bekämpfen
news aktuell (Pressemitteilung) – Germany
Noch immer wird sexuelle Gewalt auch als perfide Kriegsstrategie eingesetzt. Nach Beendigung des Konflikts in den Krisenregionen tritt dann häusliche Gewalt
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Wir sehen also: Es wird noch länger dauern, bis dass die Wahrheit über häusliche Gewalt auch zumindest anteilig veröffentlicht und damit thematisiert wird.

Seminar: Beratung von Frauen und Mädchen als Täterinnen

Das Forum Intervention bietet im Mai 2009 ein Seminar: Einführung in die Gewaltberatung mit Täterinnen an.

Das Seminar wird von den Gewaltberaterinnen und Dozentinnen Sabine Seifert-Wieczorkowsky und Edna Hansen Beckers angeboten. Die Unterlagen für die Anmeldung finden Sie hier.