häusliche Gewalt geht in “umgekehrte Richtung”

in einem Artikel vom 01.11.2007 weist STADT 24.CH auf die Zahlen der Wegweisungen im Kanton St. Gallen hin. Hier der Artikel in Auszügen

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Ganz klar, bei polizeilichen Interventionen im häuslichen Bereich stehen als Opfer Frauen im Vordergrund. Die Kantonspolizei St.Gallen stellte bei 1206 Interventionen im letzten Jahr 576 weibliche Opfer fest. Doch die Zahl der männlichen Opfer ist mit 226 ebenfalls recht ansehnlich.

(Bild ZVg Stadt24.ch)

Erste Studien aus den USA haben die Diskussion über Gewalt von Frauen gegen Männer in Gang gesetzt. Über das Ausmass und die Dynamik der Frauen-Gewalt bei uns weiss man jedoch nach wie vor wenig.

Oft auch beide Partner tätlich

Da bei Konflikten häufig beide Partner tätlich sind, bietet die Opferhilfe St.Gallen/Appenzell auch eine gemeinsame Beratung beider Partner an. Wie sie in ihrem letzten Bericht festhält, ist es oft der Polizei unmöglich, einzuschätzen, wer von den Konfliktpartnern nun Täter oder Opfer war. Mit einer gemeinsamen Beratung durch Fachleute der Stiftung Opferhilfe bietet sich die Chance, weitere gewalttätige Entwicklungen zu verhindern.

… Frauen-Wegweisungen selten

Ein interessantes Phänomen ist, dass die Kantonspolizei St.Gallen letztes Jahr 97 Männer aus dem gemeinsamen Haushalt weg gewiesen hat, aber nur eine Frau. In Gewahrsam nahm sie 48 Männer und sieben Frauen. Ob dies damit zusammenhängt, dass Frauen weniger heftig Gewalt ausüben als Männer, oder ob die Polizei ebenfalls noch Mühe hat, die Opferrolle von Männern klar zu erkennen, müsste erst noch untersucht werden. Doch Fabrizio Ruscelli von der Fachstelle «Häusliche Gewalt» der Kantonspolizei St.Gallen macht aus Erfahrung noch andere Gründe geltend.

Streng genommen habe man im letzten Jahr Frauen wegweisen müssen, doch an erster Stelle stehe das Kindeswohl. Wenn der Mann zur Arbeit gehe, sei er vielfach überfordert, wenn er noch zu den Kindern schauen müsse. So komme es eben vor, dass der Vater die gemeinsame Wohnung verlasse, obwohl er eigentlich das Opfer sei.
Wie Ruscelli weiter betont, muss bei der Statistik berücksichtigt werden, dass Streitfälle, bei denen kein «Machtgefälle» erkennbar ist, zum Beispiel wenn von beiden Seiten in gleicher Stärke geschlagen wird, nicht als «Häusliche Gewalt» gelten. Solche polizeilichen Interventionen sind indessen ebenfalls zahlreich.

Bemerkenswert: Der Mann muss gehen, obwohl er das Opfer ist, die Kinder bleiben weiterhin in der durchaus nicht gefahrlosen Obhut der Täterin.

Offenbar gibt es kaum oder keine Beratungs-Angebote für Täterinnen in der Schweiz und offenbar auch keinerlei Auflagen seitens der Gerichte.

Wenn Frauen gewalttätig werden: Fakten contra Mythen

Die Kantonale Fachkommission für Gleichstellungsfragen in Bern hat einen Bericht zur Gleichstellung der Frauengewalt herausgebracht. Die Autorin Dr. Eva Wyss beschreibt auf 30 Seiten die Dilemmata und Wahrnehmungsverzerrungen bezüglich des Phänomens weiblicher körperlicher Gewalt.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden. Gleichstellung-Frauengewalt.pdf

Frauenzeitschriften berichten über weibliche häusliche Gewalt

marieclaire1019071.jpgmarieclaire1019071.jpgIn USA sind in zwei Magazinen nun Berichte über weibliche Täterschaft bei Gewalt gegen den Partner erschienen. Sogar im namhaften Magazin der “Marie Claire” . Hier und hier geht es zu den Artikeln.

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(zur Ansicht: bitte auf das Bild klicken)

Bleibt abzuwarten, wann die deutsche Ausgabe nachzieht und sich ebenfalls dieses Themenkreises annimmt.

Interssant: Das Online-Forum mit den Kommentaren von Frauen, die ihre Männer geschlagen haben. Hier solidarisieren sich viele unterschiedliche Leserinnen und beschreiben zum Teil begeistert ihre Taten gegenüber den geschlagenen Männern. Fast so, als ob es gut (mindestens aber richtig) wäre…

Häusliche Gewalt: selbst das amerikanische Militär kennt Täterinnen…

zitiert hier: Military Homeferont

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Das amerikanische Militär scheint über das Thema häusliche Gewalt offenbar wesentlich umfassender aufgeklärt zu sein, als die meisten Politiker(innen) hierzulande.

Bei häuslicher Gewalt wird hier von Tätern und Täterinnen, sowie von männlichen wie weiblichen Opfern ausgegangen.

Domestic abuse involves a range of different acts by an abuser against a current or former spouse of the abuser, a person with whom the abuser shares a child in common, or a current or former intimate partner of the opposite sex with whom the abuser shares or has shared a home. Domestic abuse can happen in any couple. Either a woman or a man can be a victim and it reaches across all social, ethnic, economic, and cultural boundaries. It includes the use, attempted use, or threatened use of force or violence against the victim, like threatening to hurt or kill the victim, or actually using some kind of physical force against the victim, like hitting, punching, kicking, shoving or sexually assaulting the victim.

Täterinnen und die Selbstjustiz

Filme zu bewerten ist bekanntlich Geschmacksache. Doch die “Welt” beurteilt den neuen Film von Jodie Foster klar als “Aufruf zur Selbstjustiz”. Hier geht es zum Artikel über den Racheengel in

“die Fremde in Dir”.

Ich bin gespannt, inwieweit dieser Film auch bei den Frauenverbänden wahrgenommen wird.