Schlagende Mädchen, Bericht bei Polylux


Polylog gewalt Maedchen @ www.polylog.tv/videothek

Immerhin, Polylux macht auf das Problem aufmerksam.
Doch der Clip beinhaltet auch einige Mythen über “hilfreiche Ansätze” für die verändernde Arbeit mit den jungen Frauen, bzw. über die Hintergründe der Gewalttätigkeit.
Ein Budotrainer macht Angebote für Täterinnen in Mainz. Er gilt als Gewaltexperte, spricht aber von Aggressionen, die herausgelassen werden müssten.
Hier werden (erneut) die Aggressionen verteufelt, indem sie mit Gewalt gleichgesetzt werden.

“Die Mädchen müssen lernen Provokationen auszuhalten…”, so die These.

Möglicherweise glauben die erwachsenen Profis sogar daran, dass die im Sport erlernten “Fähigkeiten” den Täterinnen im Alltag eine Hilfe wären, um ihr Verhalten verändern zu können… und wer überprüft die Thesen?

In dem Clip ist anschaulich dokumentiert, dass sich Täterinnen (wie Täter) als Opfer sehen und darstellen und so bereits die Erklärung für ihre Gewalt liefern – sie sind schliesslich selbst misshandelt worden. Auf diese Weise öffnen sie den sozialpädagogisch-typischen Interventionen Tür und Tor.

Doch ein Gutes hat der Bericht sicherlich:

Er beschreibt zum einen, dass sich die Zahl der durch Mädchen und junge Frauen verübten Gewalttaten in den letzten 10 Jahren verdoppelt hat( leider gibt er keine Auskunft über die Quelle dieser Zahlen).

Und er macht darauf aufmerksam, dass schlagende Mädchen kaum oder keine Angebote bekommen.

Einer der möglichen Hintergründe dafür ist sicherlich die gesellschaftlich weit verbreitete Ausblendung weiblicher Täterinnenschaft – denn die fördert eher das Wegsehen als die Entwicklung professioneller Angebote.

Nur zur Information:

Das SEK-Training ist übrigens auch für gewalttätige Mädchen.


Täterinnen und die Justiz

schreiben.gifIn Österreich ist es zu einem bemerkenswerten Urteil gekommen.

Eine 22jährige bekam eine Geldstrafe für den Versuch, ihren Ex-Liebhaber mit mehreren Messern zu attakieren.

Wie zuletzt mehrfach berichtet soll die Frau im April in einer Tiefgarage in Imst versucht haben, ihren Ex-Liebhaber mit zwei Messern umzubringen. Der Mann konnte den Attacken gerade noch ausweichen.

Frau war “zurechnungsfähig”

Am Mittwoch wurde die Sachverständige gehört. Diese sagte aus, die Frau wäre zwar psychisch beeinträchtigt gewesen, hätte aber zu jeder Minute der Tat gewusst was sie tut.

Für die Staatsanwaltschaft war die Tat ein klarer Mordversuch, die Verteidigung plädiert auf gefährlicher Drohung und Nötigung. Die Angeklagte selbst bekannte sich nicht schuldig.

Verurteilt wurde sie vorerst zu einer Geldstrafe in Höhe von 720,- Euro. Hier geht es zum Artikel.

Hellwach, die zweite…

Hier hatten wir bereits von der Gewaltschutzkonferenz berichtet.

Jetzt beschweren sich die Künstlerinnen über die “staatliche Zensur”, die ihnen als Künstlerinnen widerfährt.

Liest man jedoch ihre Homepage sorgfältig, so versteht sich “hellwach” wie folgt:

Was ist hellwach?

hellwach ist eine kunstpolitische Intervention im öffentlichen Raum zum Thema „Gewalt an Frauen“. Es verortet sich an der Schnittstelle zwischen Kunst, Soziales und Politik. Wir nutzen den öffentlichen Raum als Aktions-, Ausstellungs- und Präsentations-Ort.

Und jetzt?
Jetzt wird deutlich, dass die Verantwortlichen als Künstlerinnen politisch handeln wollen, nicht zuletzt, um mit gesellschaftlicher Relevanz ernst genommen zu werden.
Doch werden sie und ihre Arbeiten von der Politik ernstgenommen, so sind sie in ihrem Selbstverständnis auf einmal nur Künstlerinnen, mit eben deren Freiheiten…

Sexuelle Gewalt von Frauen: in 3.SAT

Als Jürgen Drossart und Burkhard Oelemann Im NDR – Magazin “Panorama” und anschliessend im NDR-Feature von fast 18 Jahren über Jungen als Opfer von sexueller Gewalt auch durch Frauen 1) berichteten, waren sie wohl mit die ersten, die dieses Thema über´s TV an die Öffentlichkeit brachten.

Viel Zeit ist seither vergangen.

3SAT hat sich am 06.11. des Themas angenommen.

3sat_logo.gifDer Text wird hier zitiert, da 3SAT sehr schnell die Texte auf seiner(ihrer) Seite löscht

Sexueller Missbrauch an Jungen

Wenn es um sexuellen Missbrauch geht, erscheinen Frauen immer als Opfer männlicher Aggression. Tatsächlich missbrauchen erschreckend viele Mütter und andere enge Vertraute kleine Jungen. Zahlreiche Studien zeigen: Der Anteil weiblicher Täterinnen liegt bei 20 bis 35 Prozent. Insgesamt werden demnach bis zu 1,4 Millionen männliche Deutsche als Kinder von einer Frau sexuell missbraucht. Für die meisten Psychologen und Sozialarbeiter ist das Thema ein genauso großes Tabu wie für den Laien auf der Straße.

In ganz Deutschland gibt es nur sechs Beratungsstellen, wo Spezialisten für jene Männer da sind, die als Jungen sexuell missbraucht wurden. Für über eine Million Opfer gilt jedoch: Sie werden im Stich gelassen.

Der 8-jährige Manuel W. wurde Opfer weiblicher Aggression – seine eigene Mutter missbrauchte ihn sexuell. Drei Jahre lang musste Manuel Qualen über sich ergehen lassen, die ganz plötzlich aufhörten, als der Junge elf Jahre alt wurde. “Aufgrund meiner klinischen Erfahrung und der Gesamtschau der internationalen Untersuchungen, die mir bekannt sind, gehe ich von einem Täterinnenanteil von 20 bis 35 Prozent aus”, sagt Andreas Kloiber von der Tagesklinik für Psychosomatik und Psychotherapie in Esslingen. Er hat die einzige deutsche Studie durchgeführt, die sich speziell, differenziert und ausführlich mit sexuellem Missbrauch an Jungen befasst.

missmutiger-junge.jpgSadistische Gewalt

Es geht nicht nur um klassische Grenzüberschreitungen, wie das Eincremen des Penisses eines Jungen. Auch bei weiblichen Tätern würden sehr sadistische Formen von Gewalt angewandt, sagt Ursula Enders von der Fachberatungsstelle “Zartbitter” in Köln. Frauen seien keineswegs weniger grausam als männliche Täter, so Enders. Viele Opfer sind schwer traumatisiert, brauchen therapeutische Hilfe, die sie sich oft über Jahre hinzieht. “Nach meiner Praxiserfahrung gehe ich davon aus, dass maximal fünf Prozent der Jungen, die von Frauen ausgebeutet werden, als Opfer erkannt werden“, sagt Ursula Enders. Durch das fehlende Wissen von Lehrern, Sozialarbeitern und Psychologen blieben die Opfer in der Regel allein.

Manuel W. hat bei “Tauwetter e.V.” in Berlin schließlich Hilfe gefunden. Doch immer noch gebe es viel zu wenige Beratungsstellen dieser Art in Deutschland, sagt Thomas Schlingmann von “Tauwetter e.V.”. Manuel W. möchte seine Erlebnisse nun schreibend verarbeiten – und er hofft, dass er eines Tages frei von Qual und Angst sein wird.

sexueller_missbrauch_an_jungen.jpg
Andreas Kloiber: Sexueller Missbrauch an Jungen.
1) Drossart Jürgen & Oelemann Burkhard (1990): Männergewalt – Sexueller Mißbrauch von Jungen. Filmbeitrag für den Norddeutschen Rundfunk, 45 Minuten. Ausstrahlung am 6.Februar 1991 auf N3 in der Reihe “Nahaufnahme“. (Foto im Zitat: PIXELIO.DE)

Gewaltschutzkonferenz in Österreich

DieStandart.at berichtet:

hellwachinfo.jpgAuf der Gewaltschutzkonferenz in Österreich wurde ein Frauenduo ausgeladen, das am Rande der zur Zeit in Wien und St. Pölten stattfindenden Konferenz “Zehn Jahre österreichische Gewaltschutzgesetze” im Rahmen der Tagung künstlerische Positionen zum Thema “Gewalt gegen Frauen” ausstellen sollte.

Laut Darstellung des Künstlerinnen-Duos Carla Knapp und Angela Zwettler wurde ihr Projekt “hellwach – bei Gewalt an Frauen” wenige Tage vor Beginn der Tagung ohne offizielle Erklärung ausgeladen. Einige der Exponante wurden vom Frauenministerium demnach als “nicht ministrabel” eingestuft.

Kritisierte Positionen
Bei den zwei kritisierten Objekten handelt es sich zum einen um das Bild einer Migrantin, die vor einem österreichischen Dorf posiert. Der Text dazu lautet: “Wir fordern einen autonomen Aufenthaltsstatus für Migrantinnen! Sie sind sonst rechtlos der Gewalt durch den Ehemann ausgesetzt” (so wird der Eindruck erweckt, alle Migrantinnen würden von ihren Ehemännern Gewalt erfahren). hellwach.jpgIn der zweiten Arbeit ist eine abstrahierte Frauenfigur zu sehen, die in einer Hand ein Messer und in der anderen Hand ein Schild (Auge) trägt – ein Symbol der Wehrhaftigkeit der Frau. Der Text dazu lautet: “Viele Frauen und Mädchen sitzen zu Hause in der Falle. Vergewaltiger, wir kriegen dich!”

Bild © hellwach.info

Nun gibt es Streit unter einigen Feministinnen um das “Kunstverständnis” allgemein.

Die Internet-Seite der Künstlerinnen: hellwach.info zeigt bereits im Teaser einen bemerkenswert offensichtlichen Widerspruch auf… Zitat:

Gewalt an Frauen

Das Thema Gewalt an Frauen wird, trotz verschiedenster Kampagnen seitens der Frauenbewegung und der Politik, weitergehend tabuisiert. Es wird in die Privatheit, dort wo die Gewalt gegen Frauen stattfindet, abdrängt und zugleich marginalisiert.

Wie kann ein gesellschaftlicher Tatbestand, der durch Frauenbewegung UND Politik in Kampagnen häufig und seit Jahren thematisiert wird, weitergehend tabuisiert und in die Privatheit abgedrängt werden???

Dieser Satz ist nicht nur semantischer Unsinn, sondern vielmehr Beleg für ein vermutliches Selbstverständnis der Künstlerinnen, welches sich offenbar aus einer auf ewige Permanenz ausgelegten Opferrolle speist.

Inwieweit weibliche Täterinnenschaft und männliche Opfer bei körperlicher häuslicher Gewalt überhaupt auf der als “Gewaltschutzkonferenz” gelabelten Tagung thematisiert werden, geht aus den Veröffentlichungen nicht hervor. So ist zu vermuten, dass über diesen mindestens gleich großen Teil der häuslichen Gewalt allgemein nicht konferiert wird. Häusliche Gewalt ist nämlich jede Gewalt, die im sozialen Nahraum stattfindet, also die Gewalt gegen alte Menschen, gegen Kinder, gegen Männer und gegen Frauen.