Verbrechen verliert sein „Geschlecht“

Eine 14-Jährige, die in Wien ihre Mutter tötet, eine Frau, die in Salzburg eine Bank überfällt – Fälle wie diese sorgen dafür, dass eine alte Frage wieder aufs Tapet kommt. Nämlich: Werden Frauen brutaler? Holen sie bei der Kriminalität auf?…

„Heute schließen sich auch junge Mädchen zu Banden zusammen. Denken Sie mal ein paar Jahrzehnte zurück, an die Generation Ihrer Großmutter, ob das damals möglich gewesen wäre.“Den Grund für diese Entwicklung ortet der Kriminalpsychologe in allgemeinen soziologischen Faktoren oder ganz banal in „mehr Möglichkeiten“.

Die Prognose des Experten bedeutet allerdings nicht, dass sich der „Modus operandi“ der Täterinnen radikal verändert: Noch immer, sagt Hauptmann, würden Frauen eher verleumden als körperlich attackieren, eher Gift benutzen als mit der Hacke zuschlagen.

Mildere Strafen: Unfair?Und auch im Strafmaß bestehen nach wie vor Unterschiede: „Frauen“, sagt Hauptmann, „werden tendenziell milder bestraft.“ Warum? „Das hat mit der sozialen Beeindruckbarkeit zu tun“, sprich: Bei Frauen genügt demnach eine geringere Strafe zur Abschreckung.

Unfair? „Nur dann, wenn Sie strikt von einer numerischen Gerechtigkeit ausgehen.“ Er selbst finde unterschiedliche Strafen – soweit nicht andere Faktoren wie „Mitleid oder ein hübscher Augenaufschlag“ dazukämen – durchaus gerechtfertigt.

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Das große Männermeucheln

Frau Amberg ist außer sich: Nicht genug, dass die Stargeigerin ihrem Mann einen Autosalon finanziert, nein, er hat offenbar auf ihre Kosten auch noch eine Wohnung gemietet, in der er eine proletarische Blondine zu begatten pflegt. Frau Amberg ist deshalb wirklich wütend. Sie schubst ihren Gatten durch sein Liebesnest. Er stolpert rückwärts. Sie schubst ihn weiter. Bis zum offenen Fenster. Er wehrt sich. Sie schubst noch einmal. Herr Amberg ist dann fünf oder sechs Stockwerke lang unterwegs
Mit dieser kapitalen Straftat beginnt der ZDF-Montagsfilm “Böses Erwachen”. Hätte hier ein Mann seine Frau in die Tiefe gestoßen, dann wäre daraus wohl eher ein herb-bitteres Kriminalstück geworden. Das wäre nämlich gar nicht lustig. So aber ist es der Ausgangspunkt für eine – wenn auch rabenschwarze – Komödie.Und man braucht nicht mal zu diskutieren, ob es im Affekt geschah. Ach wo. Den milderndsten aller Umstände kann die Täterin beim Publikum ohnehin in Anspruch nehmen: Sie ist eine Frau. Frauen dürfen das. Auch das weibliche Verbrechen hat eine höhere intellektuelle und sittliche Qualität: Gilt der klassische Frauenmörder als triebgesteuertes Monster, erscheinen Männermeuchlerinnen regelmäßig als patente, raffinierte Weibsbilder, die endlich jene Kerle erledigen, die schon lange mal fällig waren. Die Schriftstellerin Ingrid Noll hat mit solchen Sympathieträgerinnen Millionen verdient.Offenbar sind Frauen aller Emanzipation zum Trotz immer noch so sehr Underdogs, dass es in der Gesellschaft – auch bei Männern – für umso mehr Freude und Genugtuung sorgt, wenn Frauen in Täterrollen erscheinen.

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Moskau: Selbstmordattentäterin war Lehrerin

Die Zeitung „Nowaja Gaseta“ berichtete am Sonntag unter Berufung auf Familienangehörige, es handele sich um eine 28 Jahre alte Lehrerin aus Dagestan. Zuvor war bereits eine 17-Jährige aus Dagestan als Täterin ermittelt worden.

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Frauen als Gewalttäterinnen: Gute Gründe zum Morden

Frauen als Gewalttäterinnen

Gute Gründe zum Morden
Von Sebastian Moll

“Monster”+”Monster”

Amy Bishop war völlig ruhig am Nachmittag des 12. Februar, nichts deutete auf Erregung oder Verwirrung hin. Wie an jedem Freitag unterrichtete die Biologie-Professorin an der Universität von Alabama ihren anderthalb Stunden währenden Kurs in Neurophysiologie. Dann ging sie in den Konferenzraum der Fakultät für Wissenschaft und Technologie auf dem Campus in Huntsville, um an der wöchentlichen Sitzung der Belegschaft teilzunehmen.40 Minuten saß Bishop in der Konferenz und hörte still den Diskussionen und Vorträgen zu. Dann zog sie einen 9-Millimeter-Revolver aus ihrer Handtasche und schoss sechs Kollegen nieder. Erst als die Trommel leer geschossen war, hörte sie auf abzudrücken, verließ den Raum, warf die Waffe weg und stellte sich vor dem Gebäude der Polizei.Der Mehrfachmord durch die Professorin kann kaum als Amoklauf bezeichnet werden. Amy Bishop handelte eindeutig nicht im Affekt, jedenfalls nicht im unmittelbaren. Ihren Zorn darüber, dass sie von ihren Kollegen nicht zur vollen Professorin ernannt wurde und eine Anstellung auf Lebenszeit erhielt, trug Amy Bishop schon seit einem Jahr mit sich herum.Ihr Ehemann James Bishop berichtete später den Behörden, dass seine Frau schon seit Wochen auf einer Schießanlage den Umgang mit der Waffe geübt hatte. Und so können die Morde von Alabama, die seither Amerika umtreiben, nur als eines bezeichnet werden: als kaltblütig.

Promovierte Wahnsinnige

Dennoch konzentrierte sich die Berichterstattung über Amy Bishop sehr schnell auf ihren vermeintlichen Wahnsinn. Am 20. Februar erschien in der New York Times eine Reportage, in der sich Zeugen über den lebenslangen Kampf der Wissenschaftlerin mit ihrem Temperament ausließen. Frühere übertriebene Reaktionen wurden angeführt, wie ein angebliches Handgemenge mit einer anderen Mutter in einem Fast Food Restaurant um den einzigen freien Kinderstuhl. Der Boston Globe veröffentlichte eine Meditation über die sprichwörtliche Nähe von Genie und Irrsinn, die sich bei der in Harvard promovierten Amy Bishop mustergültig zeige.
Vermutlich werden die Gerichtspsychologen bei Amy Bishop tatsächlich fündig. Die fragwürdigen Umstände, unter denen sie vor 20 Jahren ihren Bruder angeblich fahrlässig tötete, sprechen durchaus dafür. Dennoch ist bemerkenswert, wie schnell die Berichterstattung Bishops Bluttat als Wahnsinn deutet und das Offensichtliche ausblendet: Dass eine hochintelligente, gebildete Frau bei klarem Verstand und mit eindeutigem Vorsatz gemordet hat.

Wäre Bishop ein Mann gewesen, so die Theorie eines Essays von Sam Tanenhaus in der New York Times, dann wäre man mit der Pathologisierung der Tat nicht so schnell bei der Hand gewesen. Die US-Kultur, so Tanenhaus, bringt eine grenzenlose Faszination für männliche Mörder und deren Antriebe auf.

Frauen als Gewalttäterinnen: Gute Gründe zum Morden | Frankfurter Rundschau -

Mutter wegen Misshandlung verurteilt « FemokratieBlog

Bundesgerichtshof bestätigt Urteil wegen Misshandlung eines Schutzbefohlenen in BerlinEine 30-Jährige Mutter spritzte ihrem Kleinkind während dessen Krankenhausaufenthalts im Oktober und November 2007 dreimal Fäkalien in die Blutbahn. Weil hierdurch hohes Fieber entstand und ein septischer Schock drohte, bestand jeweils Lebensgefahr und der Junge musste mehrfach auf die Intensivstation verlegt werden.Das Landgericht Berlin ist nach Anhörung eines psychiatrischen Sachverständigen zu dem Ergebnis gelangt, dass bei der Angeklagten ein selten auftretendes Münchhausen-by-proxy-Syndrom vorliege und deshalb die Schuldfähigkeit der Angeklagten erheblich vermindert gewesen sei. Bei diesem Syndrom werden von Müttern bei ihren eigenen Kindern körperliche Krankheiten künstlich hervorgerufen, um dann bei der nachfolgenden ärztlichen Behandlung als besorgte Mutter ebenfalls im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen und auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erzielen.

Mutter wegen Misshandlung verurteilt « FemokratieBlog