Auch in Deutschland gilt: Frauen sind garantiert nicht friedfertiger…

Hinzu kommt die erschwerende Tatsache, dass Männer aus Scham seltener ihre Partnerinnen anzeigen, wenn sie von ihr ein blaues Auge bekommen haben. Einer Pilotstudie des Bundesministeriums für Familie aus dem Jahr 2004 zufolge hat kein einziger Mann, der von seiner Partnerin geschlagen wurde, in Erwägung gezogen, zur Polizei zu gehen – auch wenn er der Meinung gewesen sei, die Partnerin hätte eine Anzeige verdient. Auch darin sehen Forscher einen Grund, warum Frauen als Gewalttäterinnen seltener in offiziellen Statistiken auftauchen.

Soziologen und Kriminologen beobachten zudem, dass sich nicht nur die Realität der Gewalt im häuslichen Rahmen anders darstellt als oft angenommen. Insbesondere bei jüngeren Frauen gebe es Tendenzen zu Gewalt im öffentlichen Raum. Forschern vom Berliner Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie zufolge nimmt die Gewalt von Mädchen in letzter Zeit doppelt so stark zu wie die von Jungen. Ein Grund dafür, so lautet die gängige Meinung vieler Psychologen: Die Rollenbilder von Jungs und Mädchen, Männern und Frauen gleichen sich zunehmend an – und mit ihnen die Gewaltbereitschaft.

via SPON

Das Abendblatt ist ganz verduzt:“Lörrach steht unter Schock und rätselt über das Motiv“

Zwei Tage nach dem Amoklauf von Lörrach nimmt das Bild von der Täterin und ihren Motiven langsam Konturen an. Doch so manches bleibt widersprüchlich, und viele der drängenden Fragen sind nach wie vor ungelöst. Sicher ist nach der Obduktion des 44 Jahre alten Vaters von Roman, dass der Schreiner durch zwei Schüsse in Kopf und Hals starb. Der 56-jährige Pfleger, den sie umbrachte, hatte drei Schusswunden und mehrere Messerstiche im Körper. Sabine R. selbst wurde von 17 Polizeikugeln getroffen. All das haben die Obduktionen ergeben.

In Lörrach treibt angesichts dieser grausamen Fakten die Menschen die Frage um, wie es zu dem Amoklauf kommen konnte. Was bewegt ausgerechnet eine Anwältin, eine hübsche Akademikerin mit eigener Kanzlei und schickem Auto, zu solch einer Tat?

Keine Antwort haben die Ermittler auch auf die Frage, warum die Sportschützin, die bis 1996 Mitglied bei einem Schützenverein im nordbadischen Mosbach war, mit einer vergleichsweise kleinen Waffe loszog, einer Walther Longrifle Kaliber 22. Großkalibrigere Waffen ließ sie in der Wohnung zurück. Andererseits war Sabine R. aber offenbar auf große Zerstörung aus: Sie hatte über 300 Schuss Munition dabei.

Das Schwarzwald-Dörfchen Häg-Ehrsberg steht unter Schock. Hier, 30 Kilometer von Lörrach entfernt, lebte der kleine Roman R. mit seinen Eltern. Vor fünf Jahren hatte die Familie dort ein Haus gekauft. Vor einem halben Jahr zerbrach dann die Familie.

Nachbarn mutmaßen, Wolfgang R. habe eine Geliebte gehabt, andere sagen, die neue Frau sei erst nach dem Auszug von Sabine R. in das Leben des Schreiners getreten. Auf jeden Fall hatte Sabine R. Mann, Haus und Kind verloren. Die Wirkung muss traumatisch gewesen sein.

Hier geht es mit den hilflosen Erklärungsversuchen nach dem Motto weiter: „Irgenwie muss doch das Opfer in der Täterin herbei zu spekulieren sein….“

Tja, „Journalisten aus Qualitätsmedien“ haben es schwer heutzutage. Im Lörracher Fall müssen sie sich viel aus den Fingern saugen, um die politische Korrektheit noch zu retten.

Der Amoklauf in Lörrach und ein anderer Blick auf Täterinnen

Sabine Wieczorkowsky, Ausbildungsleiterin und Gewaltberaterin im Forum Intervention

Sabine Wieczorkowsky, Ausbildungsleiterin und Gewaltberaterin im Forum Intervention

Bisher zeichnet die Presse von der Amokläuferin in Lörrach eher  ein verzerrtes Bild von einer Täterin, die doch eigentlich Opfer ist.

Sabine Wieczorkwsky vom Forum Intervention sieht die Täterin aus einer anderen Perspektive. Der „Brigitte“ gab Frau Wieczokowsky ein Interview, das ich hier gefunden habe…

BRIGITTE.de: Was war Ihr erster Gedanke, als Sie von dem Amoklauf hörten?

Sabine Wieczorkowsky: Ich war erschrocken und dachte sofort: Jetzt ist die letzte männliche Bastion gefallen. Bisher kennen wir Amokläufe im deutschsprachigen Raum nur von Männern.

BRIGITTE.de: Es sind häufig Heranwachsende wie Tim K. in Winnenden, die zu Amokläufern werden. Und meistens sind es Außenseiter.

Sabine Wieczorkowsky: Wir wissen, dass die Täterin in Lörrach Rechtsanwältin war, also eine gebildete Frau, eher keine Außenseiterin. Das Ungewöhnliche ist, dass sie nicht nur sich und ihre Familie auslöschen wollte, sondern außerdem in rasender Wut völlig fremde Menschen attackiert hat.

BRIGITTE.de: Sehen Sie Parallelen zu gewalttätigen Frauen, die zu Ihnen in die Beratung kommen?

Sabine Wieczorkowsky: Die wenigsten Menschen können sich Frauen als Täterinnen vorstellen. Es gibt aber sehr viele Frauen, die ihre Kinder oder ihren Mann schlagen. Zu mir kommen Frauen, die zum Teil brutale Gewalt ausgeübt haben – und sich als Opfer fühlen. Das erlebe ich immer wieder. Und sie werden von der Gesellschaft darin bestärkt. Sie werden aus Notwehr zu Täterinnen oder sie wehren sich damit gegen langjährige Gewalt durch den Partner oder die Väter.

Sabine Wieczorkowsky: Ja, aber wir müssen trotzdem beginnen, da anders drauf zu gucken. Wir müssen lernen zu sagen: Diese Frau hat Schlimmes erlebt, aber wenn sie ihr Kind oder ihren Mann schlägt, ist sie die Täterin. Dafür muss sie auch Verantwortung übernehmen. Ich kann, wenn ich eine Frau mit einem solchen Hintergrund vor mir sitzt, nicht Täterin und Opfer ständig mischen.

BRIGITTE.de: Und was bedeutet das im Fall Sabine R.?

Sabine Wieczorkowsky: Die Amokläuferin ist tot, sie wird uns nicht mehr sagen können, was in ihr vorging. Es wird in der nächsten Zeit viele Erklärungsversuche in den Medien geben. Ich bin gespannt auf die Entschuldigungen, die auf ihre Opferrolle hinweisen werden. Aber mir ist bei Täterinnen grundsätzlich wichtig, dass ich sie zur Verantwortung für ihre Tat ziehe. Das bedeutet, ich nehme diese Frau ernst – und nur dann kann ich mit ihr arbeiten. Das geht nicht, wenn ich sie im Opferstatus belasse.

Amok-Täterin in Lörrach

Bei einer Schießerei in einem Krankenhaus in Lörrach in Baden-Württemberg sind am Sonntag vermutlich vier Menschen ums Leben gekommen. Geschossen habe eine Frau, meldete die Polizei. Die Behörde sprach von einer „Amoklage“. Die Situation war zunächst sehr unübersichtlich. Die Täterin sowie drei weitere Menschen seien tot, sagte ein Polizeisprecher. Offenbar wurde die Amokläuferin von Polizeibeamten erschossen, nachdem sie selbst das Feuer auf die Einsatzkräfte eröffnet habe. Die Polizei betonte, die Lage sei unter Kontrolle. Das Krankenhaus war zunächst nicht zu erreichen. Das Lagezentrum des baden-württembergischen Innenministeriums wollte keine Stellung nehmen und verwies an die Polizei…

Via WELT

und das Abendblatt schreibt:

Als die Feuerwehr endlich in das Haus der Detonation vordringen kann, findet sie dort die Leichen eines Mannes und eines Mädchens. Das Kind soll drei oder vier Jahre alt gewesen sein, der Mann war „mittleren Alters“, sagt später ein Polizeisprecher. Beide sollen durch Schüsse getötet worden sein. Ob es sich bei den Toten um den Ehemann und die Tochter der Amokläuferin handelt, bleibt einstweilen unklar. Die Ermittler gehen aber von einer Beziehungstat aus. Die genauen Hintergründe müssten aber noch geklärt werden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer. Der Bereich um das Krankenhaus im Zentrum der Stadt wird komplett abgeriegelt. Versorgungszelte werden aufgebaut, die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Die Frauen halten offenbar auch in den letzten „reinen Männerbastionen“,  wie Amoktaten, Einzug.

Zeugin im Kinderporno-Prozess befangen…

Grund für den Verhandlungsabbruch war die Äußerung einer Schöffin. Als einer der Verteidiger die Strafkammer in einem Gespräch am Dienstag um eine Aufhebung des Haftbefehls gegen seinen Mandanten bemüht hatte, soll sich die Laienrichterin voreingenommen geäußert haben: „Ja, wo sind wir denn? In einem Pädophilen-Prozess. Die haben Straftaten begangen.“ Der Beklagte befürchtete daraufhin, dass die Schöffin bereits ihr Urteil gefällt hatte, bevor die Beweisaufnahme gegen ihn begonnen hatte. Zudem lege die Äußerung nahe, dass die Schöffin Pädophile strafwürdiger als andere Straftäter ansehe. Nach ausführlicher Beratung gab die Dritte Strafkammer dem Befangenheitsantrag statt.

Strafverteidiger Martin Nitschmann hob im Gespräch mit heise online hervor, dass sein Mandant in der Untersuchungshaft bedroht sei, seit die „Bild“-Zeitung in der vergangenen Woche Bilder von allen neun Angeklagten veröffentlicht und dabei auf jede Unkenntlichmachung verzichtete hatte. Die Angeklagten sitzen bereits seit Ende September 2009 in Haft.

Via Heise-Online