Erfurt: Totes Baby in der Tiefkühltruhe – ein Bestattungsritual?
Abendzeitung – Erfurt: Totes Baby in der Tiefkühltruhe – ein Bestattungsritual?
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Für den Münchner Psychiater Professor Michael Soyka ist die Häufung solcher Fälle überraschend. Besonders tragisch: In den seltensten Fälle handelte es sich dabei um psychisch kranke Mütter, die zum Beispiel unter einer Schwangerschaftsdepression leiden.
Viel häufiger seien ungewollte Schwangerschaften oder die Überforderung der Mutter mit der Erziehung oder Pflege des Kindes. Soyka: “Meistens sind es alleinerziehende Mütter, oft aus niedrigem sozialem Niveau”.
Warum viele Mütter ihre toten Kinder in die Tiefkühltruhe stecken, erklärt der Psychiater so: “Es handelt sich um eine Art Bestattungsritual. Die Mutter kann die Illusion haben, das Kind sei nicht ganz weg, noch irgendwie da.”
Komisch, wenn ein Mann einen Menschen umbringt, und ihn einbuddelt, kommt kein Psychiater auf diese Idee. So ist hier wohl wieder die rosarote Brille im Spiel, die auch Psychiater aufsetzen, wenn sie Täterinnen begutachten.
