Wie weit die Vorstellung verbreitet ist, dass es ausschliesslich männliche Täter und weibliche Opferinnen gibt wird sehr deutlich in folgendem Artikel aus den NÜRNBERGER NACHRICHTEN:
Von Partnerinnen gedemütigt
Aber es gibt eben auch die anderen; die Fälle, in denen Männer von ihren Partnerinnen gedemütigt und drangsaliert werden. Wie groß der Kreis der Betroffenen ist, ist unklar. Schätzungen zufolge sollen kaum vorstellbare 13 Prozent aller Männer von häuslicher Gewalt betroffen sein, sagt Ralf Bohnert, Leiter des Krisendienstes Mittelfranken. Andere Schätzungen gehen von fünf bis zehn Prozent aus.
Das Ausmaß ist auch deshalb so schwer auszumachen, weil viele Männer sich nicht trauen, Hilfe zu holen. «Sie haben große Angst, sich an die Polizei zu wenden. Sie haben Angst, nicht ernst genommen zu werden«, sagt Bohnert. Wer einmal einem Beamten gegenüber saß, der sich das Grinsen verkneifen musste, schaltet schnell wieder auf Schweigen um.
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Mit Messer gegen LebensgefährtenIn einem anderen Fall, der am Telefon zur Sprache kam, geht die Schilderung über die psychische Gewalt hinaus. Der Vater des Opfer berichtete, dass sein Sohn von seiner Freundin körperlich angegriffen werde. Der tragische Höhepunkt: Die Frau ging mit dem Messer auf ihren Lebensgefährten los.
Bohnert legte den Vätern ans Herz, dass sie ihre Söhne ermutigen sollten, sich bei Beratungsstellen Hilfe zu holen. Der Krisendienst, der männliche Gewaltopfer betreut, ist unter (0911) 4248550 erreichbar.
Doch bezeichnender Weise gibt auch dieser Artikel das oben genannte Klisschee wieder:
Wenn es um Gewalt in Beziehungen geht, ums Ausnutzen wirtschaftlicher Abhängigkeiten, um Drohungen oder Stalking, dann ist die Rollenzuschreibung klar: Die Frau ist das Opfer, der Mann der Täter. Und in den allermeisten Fällen trifft das auch zu.
Tja, es ist einfach kaum zu glauben…
