In Opinio habe ich heute einen Artikel gefunden, der hier einmal auszugsweise die” andere Seite der Mütterlichkeit” schildert… auch die Kommentare zum Artikel sind deshalb lesenswert.Vollkommen verängstigt und innerlich zitternd vermittelte er dennoch den Anschein innerer Ausgeglichenheit. Damit vermied er zwar nicht immer, dass die Wut der Mutter sich gewaltsam entlud, aber wenn er zu nervös wirkte, hätte dass sofortige und brutale Konsequenzen zur Folge. Er tendierte durchaus zur Eigenwilligkeit. Früher lehnte er sich gegen die Misshandlungen seiner Mutter auf. Seine Aufsässigkeit wurde allerdings derart brutal beantwortet, dass er mit allen Mitteln zu meiden suchte, den Unmut der Mutter auf sich zu ziehen. Er hatte gelernt, dass deren Brutalität scheinbar keine Grenzen kannte.
Mitunter schlug sie ihn mit Gegenständen und sperrte ihn anschließend, ohne ihn essen oder trinken zu lassen, vom Samstagnachmittag, bis zum Montagmorgen, in den winzigen Verschlag unter der Treppe. Da er neben der abgestellten Werkzeugkiste, alten Fliesen, Dachpfannen und einigen Brettern kaum in sein Verlies passte, ließ die Enge des Verschlages nur eine gebückte sitzende Haltung zu. Bereits nach kurzer Zeit begann sein Körper nach Bewegung, oder einer Lageveränderung, zu schreien. Erich weinte möglichst leise vor sich hin. In der Dunkelheit horchte er auf die mitunter an seinem Verlies vorbeiführenden Schritte seiner Mutter.
Da die Luft sehr staubig war, übermannten ihn immer wieder Niesattacken. Er bekämpfte den Niesreiz mit allen Mitteln. Manchmal hielt er sich die Nase zu oder versuchte verzweifelt und mit schierer Willensleistung das Niesen zu unterdrücken. Natürlich dauerte er nicht lange und der Niesreiz brach sich Bahn. Wenn seine Mutter ihn hörte, eilte sie voller Wut heran und schrie meistens vor dem Verschlag: „Ich wollte, dass Du verreckst… wenn Du nicht ruhig bist… mache ich dich kalt“. Wenn Erich dann immer noch niesen musste, riss sie die Türe seines Gefängnisses auf und schlug ihm brutal in das Gesicht oder trat auf ihn ein. Manchmal zerrte sie ihn zornig schreiend “Jetzt reicht es… wer nicht hören will muss fühlen“, an den Haaren heraus.
