Beim Ausparken wäre das Baby überfahren worden. So weit kam es nicht, trotzdem starb der kleine Junge fünf Tage später, am 21. November 2006, im Krankenhaus Neukölln. Eine Obduktion ergab als Ursache zahlreiche innere Verletzungen infolge vorangegangener massiver Misshandlungen. Der Kleine hieß Santino. Er wurde nur fünf Monate alt.Santinos Tod schien schnell geklärt: Seine Mutter sollte es gewesen sein. Vieles sprach dafür. So hatte sie bei ihrer Festnahme sogar geleugnet, überhaupt ein Baby zu haben. Und sie war geisteskrank, es musste also nicht mal ein Motiv gefunden werden. Von “Todesmutter” und “Folter-Baby” war in Boulevardzeitungen die Rede. Und auch die 22. Große Strafkammer des Landgerichts Berlin kam am 10. Dezember 2007 nach einer umfangreichen Beweisaufnahme zu dem Schluss, dass nur die unter einer schizophrenen Psychose leidende Sabrina R. als Täterin in Frage komme. Die 23-Jährige wurde wegen Schuldunfähigkeit zwar offiziell freigesprochen, von dem Schwurgericht gleichzeitig aber in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Damit schien die traurige Geschichte ihr Ende gefunden zu haben. Doch das war ein Irrtum….
Der heute 24-Jährige und Sabrina R. lernten sich im Dezember 2004 in einem Obdachlosenheim für Alkohol- und Drogenabhängige kennen. Hinter der ein Jahr jüngeren Sabrina R. lag eine turbulente Jugend. Sie nahm schon seit der 7. Klasse Drogen, riss von Zuhause aus und trieb sich auf der Straße herum. 2002 versuchte sie, einen Schlusspunkt zu setzen, hörte mit den Drogen zeitweise auf und absolvierte erfolgreich eine Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe. Es folgte jedoch ein Rückfall, es gab Klinikeinweisungen und wieder das Leben ohne festen Wohnsitz. Eine Zeit lang lebte sie gemeinsam mit Benjamin W. auf der Straße, bis die beiden eine Wohnung in Neukölln bekamen. Später zogen sie nach Reinickendorf.
“Es war keine gute Beziehung”, sagt Sabrina R.s Verteidiger Mirko Röder. “Sie war geprägt von Drogen, Alkohol und Gewalt.”
und so weiter, und so weiter…
Wir halten nochmals die Fakten fest: Ein Säugling wird zuerst brutal misshandelt, anschließend im Winter so vor ein parkendes Fahrzeug gelegt, dass ein Überfahren zumindest wahrscheinlich ist. Hier geht´s weiter…
