Gibt es in Österreich keine Jungen, die Opfer von Gewalt sind …?

genderdiedas.jpgSchon wieder über Österreich: (es ist keine Absicht! Aber die Veröffentlichungen, die wir hier kritisch begleiten, häufen sich zur Zeit in Österreich…)

Die Standard.at hat es schon am 02.11. gemeldet, doch ich habe es erst heute gesehen. Anläßlich der “Gender Tage” gab es eine Zementierung von Rollenklischees:

Zitat: Frauenministerin Bures hält einen “partnerschaftlichen, gewaltfreien Umgang miteinander” für “mindestens genauso wichtig wie Mathematik und Geographie”. “Buben und Mädchen müssen von klein auf lernen, dass Gewalt ein schweres Unrecht ist. Dann sind Buben später weniger gefährdet, Täter zu werden. Und Mädchen sind später weniger gefährdet, Opfer zu werden – weil sie gelernt haben, Gewalt nicht zu tolerieren”, so Bures. Die Frauenministerin unterstützt im Rahmen der Gender Tage Mädchen, die im schulischen Bereich Gewalt selbst erfahren haben, oder sich mit diesem Themenbereich präventiv auseinandersetzen wollen.

Und vorher hieß es im Text:

“Mädchen und Burschen sollen sich in unseren Schulen ohne geschlechtsspezifische Einschränkungen voll entfalten”, erklärte Schmied. Dazu wird es eine Fülle von Informationen und Angeboten der beteiligten Ministerien geben. Auf dem “Gender + Bildung”-Portal werden für Lehrerinnen und Lehrer Materialien und Texte, Anregungen und konkrete Beispiele für den Fachunterricht bereitgestellt, so die Ministerin in einer gemeinsamen Aussendung der MinisterInnen. Wichtig sei dabei, die geschlechtsspezifische Sozialisation und deren Auswirkungen in allen Facetten, egal ob es um Ausbildungs- und Berufswahl, Lebensplanung, Freizeitgestaltung oder das eigene Denken und Verhalten geht, in altersadäquater Form bewusst zu machen: “Ein geschlechtsensibler Umgang mit alltäglichen Formen von Gewalt und aggressivem Verhalten, das Wahrnehmen der Zusammenhänge zwischen Gewalt, geschlechtsspezifischer Sozialisation und Männlichkeits- bzw. Weiblichkeitsbildern und das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Prävention und Intervention sollen auch in der Schule zu einem partnerschaftlichen Umgang miteinander führen”, begründet Bildungsministerin Schmied ihr Engagement. “

Dass größtenteils Jungen Opfer von körperlicher Gewalt sind, ist auch in Österreich hinlänglich belegt. Ca. 70% aller jugendlichen Opfer sind männlich – und statistisch ca. 83% der Täter ebenfalls.
So werden Jungen, die Opfer sind, auf ministeriale Anordnung als solche ausgeblendet und auf ihre “potentielle Täterschaft” reduziert. Mädchen generell lernen, dass sie sich als Opfer wehren müssen, und dies unter dem “Schutzmantel” des Wissens, zum “moralisch besseren Geschlecht” zu gehören. Gewalttätige Mädchen werden ebenfalls ausgeblendet, oder die Gewalt wird vorauseilend als Notwehr umgedeutet.

Genau so – also auf die oben beschriebene Weise – werden zukünftige Täter(innen) methodisch und didaktisch produziert. (Jungen müssen schließlich ihr Opfer-Sein veschweigen, bzw. ihnen wird nicht geglaubt und sie werden allein gelassen… und Mädchen werden als die “moralisch Guten” sich selbst die Täterinnenschaft erlauben, weil sie ja nur “zurückschlagen”.)

Inwieweit die Organisator(inn)en in ihrem Land für die 62%ige Zunahme von gewalttätigen Mädchen zwischen 2000 und 2007 auch Verantwortung übernehmen, ist zur Zeit nicht bekannt.

  1. Institutionen
  2. Täterinen.de
  3. Gewaltdefinition

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