Wie der STERN über Täterinnen berichtet…

lässt sich heute exemplarisch gut nachlesen:

Sie tötete ihr Baby, weil sie ihren Lebensgefährten nicht verlieren wollte: Eine 21-Jährige ist vom Landgericht Rottweil wegen Totschlags zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte heimlich ein Mädchen zur Welt gebracht, das Kind in eine Gefriertruhe gelegt und sterben lassen.

Das Gericht glaubte der Frau nicht, dass sie das Mädchen schon für tot gehalten habe. “Sie haben ganz bewusst niemanden zu Hilfe gerufen. Sie wollten das Kind nicht, und deshalb sollte es tot sein”, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag in seiner Urteilsbegründung. Die 21-Jährige nahm das Urteil mit versteinertem Gesicht auf. Erst als der Richter über die Geburt des Mädchens am 6. Mai 2008 sprach, brach sie in Tränen aus.
Die junge Frau hatte die Tat gestanden, zugleich aber mehrfach beteuert, sie habe das Mädchen nicht umbringen wollen.

Die 21-Jährige sei von dem Mann emotional abhängig gewesen, sagte Stahl. Weil sie als Kind zwischen Mutter, Vater, Stiefvater und schließlich Adoptiveltern immer nur hin- und hergeschoben worden sei, habe sie ein “ungemeines Anlehnungsbedürfnis”. Ein Jahr vor der Tat war die gebürtige Schweizerin zu ihrem Verlobten gezogen. Obwohl der in der Neonazi-Szene verwurzelte Mann sie mehrmals geschlagen hat, verlor die Frau in dem Verfahren kein schlechtes Wort über ihn.

Es ist im Grunde kaum zu fassen, wie imposant parteiisch hier FÜR die Täterin argumentiert wird, und gegen Ende natürlich wieder der “in der Neonazi-Szene verwurzelte Mann” herhalten muss, um das Klischee erneut zu bestätigen, dass einer solchen Tat eine schreckliche Beziehung zu einem gewalttätigen Mann vorausgegangen sein muss.
Die Verurteilte wurde zudem im Artikel mit einem Foto gezeigt, auf dem sie sich selbst das Gesicht mit ihrem Schal verdeckt. Die Bildunterschrift lautet : Angst vor der Wut des Verlobten: Die junge Mutter auf der Angklagebank im Landgericht Rottweil.
Kein Wort zur Tat oder zur Täterin, sondern nur der Opferstatus wird herbeierfunden…

Fragt sich nur, wie es nach Ansicht der Verantwortlichen für diesen Artikel biologisch möglich sein soll, eine junge Mutter zu sein, wenn die Frau sich ihrer Mutterschaft direkt nach der Geburt durch das Töten des Babys entledigt hat…
Auf diese Weise werden schlicht Fakten nach Blödzeitungsmanier solange ideologisch passend umgeschrieben, bis dass sie kaum noch ein Fünkchen Wahrheitsgehalt aufbringen können.

Fazit dieses Machwerks: Männer sind wohl nach Ansicht des STERN an allem schuld, eben auch an den toten Babys, die durch die Hand ihrer “Mütter” ohne jede Tatbeteiligung des Mannes umgebracht wurden.

Solche Taten müssen herhalten, um noch einmal mehr die angeblich überall zu verortende Unterdrückung der Frauen und die Notwendigkeit allumfassender Emanzipation zu rechtfertigen.
Dass aber durch solche Artikel Frauen quasi als infantile Wesen ohne viel eigenes Bewusstsein und ohne jene Verantwortlichkeit für das eigene Handeln dargestellt werden, die von jeher Männern als Tätern direkt zugesprochen wird, spricht jedoch nicht für eine “Frauenfreundlichkeit” der Redaktion.

Eine solch entmündigende Haltung ist zutiefst frauenfeindlich.

  1. Impressum
  2. Gewaltdefinition
  3. Gewaltberatung mit Täterinnen, Fachtagung der Kriminologischen Zentralstelle

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