Parlamentarische Staatssekretärin Caspers-Merk: Häusliche Gewalt darf kein Tabuthema sein

Besonders betroffen sind Frauen, Kinder, pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung. Verletzungen als Folge von Gewalt sind in den Notaufnahmen und in vielen Arzt­praxen, beispielsweise bei Hausärztinnen und Hausärzten und in der Gynäkologie, Teil des Arbeitsalltags. In Deutschland haben ca. 40 Prozent aller Frauen ab dem 16. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Das ist das erschreckende Ergebnis einer Repräsentativumfrage in Deutschland.

Gewalt ist noch zu oft ein Tabuthema. Die Bekämpfung von häuslicher Gewalt fordert alle Kräfte und stellt auch an das Gesundheitssystem besondere Anforderungen. Ärztinnen und Ärzte Pflegekräfte aber auch andere an der Versorgung beteiligte Berufsgruppen müssen gut darauf vorbereitet sein, die notwendige medizinische und psycho-soziale Unterstützung zu geben.“Einen weitreichenden Überblick über die Situation in Deutschland bietet das neue Themenheft der Gesundheitsberichterstattung des Bundes „Gesundheitliche Folgen von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt“.
Es bietet erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme mit zahlreichen Daten und Fakten zum Thema Gewalt. Die Folgen von körperlicher oder sexueller Gewalterfahrung sind unterschiedlich. Sie reichen von körperlichen Verletzungen, über psychosomatische Beschwerden und psychische Erkrankungen bis hin zum Tod. Auch Suchterkrankungen werden oft durch Gewalterlebnisse verursacht. Der Anteil der Opfer unter Frauen mit Behinderung wird auf ca. 80 Prozent geschätzt. Auch Kinder und ältere oder pflegebedürftige Menschen sind gewaltsamen Übergriffen oftmals hilflos ausgesetzt. Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit belegt, dass 74 Prozent aller suchterkrankten Frauen seelische, körperliche oder sexuelle Gewalterfahrungen gemacht haben. Diese Personengruppen stehen im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung vom Bundesministerium für Gesundheit, der WHO und der Bundesärztekammer in Bonn.

Als eine besondere Form von Gewalt gegen Frauen wird außerdem die weibliche Genitalverstümmlung thematisiert. In Deutschland wie in ganz Europa werden wir in der gesundheitlichen Versorgung zunehmend mit den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung konfrontiert. Auf Initiative von Bundesministerin für Gesundheit Ulla Schmidt und der Bundesärztekammer sind 2006 Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung erarbeitet worden. Die Empfehlungen wurden international in deutscher, englischer und französischer Sprache verbreitet.

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Was im Titel noch geschlechtsneutral daherkommt ist zwar eine gnadenlose Übertreibung (Tabu…?) versteigt sich dann aber völlig und verschweigt zum widerholten Male die bereits hundertfach evaluierte Tatsache, dass eben auch Männer und vor allem Kinder Opfer und Frauen häufig Täterinnen sind…
So langsam frage ich mich, wie lange man eigentlich warten muss, bis Tatsachen eben auch  Staatssekretärinnen zur Kenntnis gelangen…, oder eben nicht länger verschwiegen werden.

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