Selbstmordattentate im Irak Zahl der Täterinnen steigt – n-tv.de

Selbstmordattentate im Irak

Zahl der Täterinnen steigt

Früher einmal träumte sie davon, Ärztin zu werden. Doch im August nahmen Polizisten die 15-jährige Ranija Ibrahim auf einem belebten Marktplatz der irakischen Stadt Baakuba fest – am Körper trug sie 20 Kilogramm Sprengstoff. Wäre es ihr gelungen, die Bombe zu zünden, hätte nach Angaben von Ermittlern kein Mensch im Umkreis von fünfzig Metern überlebt. Nun gilt Ranija als die jüngste Selbstmordattentäterin, die je im Irak gefasst wurde. Das Mädchen beteuert seine Unschuld: Ihr Mann habe sie belogen und zu der Tat gedrängt, erzählt die Jugendliche. Den Eintritt ins Paradies habe er ihr versprochen.

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Zweifel an Geschichte des missbrauchten Mädchens 

Für die Ermittler zeigt Ranijas Fall, dass sich das Terrornetzwerk Al Kaida angesichts der Aufstandsbekämpfung durch irakische Sicherheitskräfte und US-Truppen auf dem Rückzug befindet. “Al Kaida hat die Fähigkeit verloren, Männer zu rekrutieren, deshalb benutzen sie nun Frauen”, sagt der Polizeichef von Dijala, Abdel Karim Chalaf. Irakischen Angaben zufolge haben sich seit Beginn des Jahres mehr als 30 Frauen als Selbstmordattentäterinnen in die Luft gesprengt, im vergangenen Jahr waren es nur wenige. Laut Chalaf suchen sich die Terroristen unter den Frauen nun “die Jungen, die Zurückgebliebenen und die Armen” heraus.

Eine Beschreibung, die zum Teil auch auf Ranija zutrifft: Als sie elf Jahre alt war, verließ sie die Schule. Drei Jahre später verheiratete ihre mittellose Mutter das Mädchen schließlich an ein Al-Kaida-Mitglied. Vermutlich wusste sie, wem sie ihre minderjährige Tochter zur Frau gab. Sicherheitskräften zufolge soll der Mann für 40 Morde verantwortlich sein, die meisten davon Enthauptungen. Die irakischen Behörden präsentieren die 15-Jährige nun den Medien als Beweis für die Grausamkeit der Terroristen.

Doch hinter vorgehaltener Hand bezweifeln Ermittler die Geschichte des missbrauchten Mädchens, an der auch Ranija festhält. Ihr psychologisches Profil und ihr Werdegang seien typisch für freiwillige Selbstmordattentäter und Extremisten, sagt einer der Ermittler, der seinen Namen nicht nennen will. Zudem sei sie nicht die erste “Märtyrerin” ihrer Familie: Vor Ranija sprengten sich bereits ihr Vater und ihr Bruder in die Luft.

Fazit: Die Geschichten von der weiblichen Täterschaft ähneln sich wohl überall. Auch die Geschichten, die zur Erklärung herangezogen werden

  1. Seminar: Beratung von Frauen und Mädchen als Täterinnen
  2. Im Irak gibt es Grund zum Zweifel an der Friedfertigkeit der Frau…
  3. Amoktäterin verweigerte sich einer Psychotherapie, und der erschossene Krankenpfleger rettete selbstlos andere Menschenleben

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