Warum töten Mütter?

Mit dieser Frage beschäftigt sich zur Zeit das kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen.

PR-ONLINE:

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) befragt in den kommenden Wochen 40 Täterinnen nach ihren Beweggründen, wie Institutsdirektor Christian Pfeiffer am Donnerstag auf AP-Anfrage bestätigte. «Wir wollen die Motive der Frauen verstehen», sagte Pfeiffer. Denn dies sei
die Voraussetzung dafür, sinnvolle Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen. Die Öffentlichkeit bewege in einem solchen Fall stets die Frage, warum die Frau keine andere Möglichkeit als die Tötung gesehen habe, erklärte Pfeiffer. «Genau das wollen wir von ihr wissen», sagte er. Der Kriminologe geht davon aus, dass die Frauen vor allem aus Verzweiflung und spontan handelten.

Der Tagesspiegel berichtete hierzu:

Die Untersuchung, die das Bundesfamilienministerium mit 90 000 Euro fördert, soll einen Einblick in die Lebenslage der Frauen zum Zeitpunkt der Tat geben. „Nur auf diese Weise kann man präventive Maßnahmen ableiten“, sagte Institutsdirektor Christian Pfeiffer dem Tagesspiegel. Die Einrichtung hat aus dem ganzen Bundesgebiet Gerichtsakten zur Tötung von Kindern unter sechs Jahren angefordert. Aus ihnen wollen sie 40 Täterinnen für je zwei lange Interviews auswählen.

Was glauben Sie, geneigte Leserin oder geneigter Leser, welche Ergebnisse dieses Studie haben wird?

Bei diesen bereits geschilderten Vorannahmen? Ist das noch neutrale und wissenschaftliche Forschung zu nennen? Oder erfährt der Forscher hier nur genau das, was er nach der eigenen Vorannahme hören will? Sind die Grundannahmen nicht bereits tendenziös zu nennen? Und hätte das Familienministerium eine andere – offene – Forschung überhaupt zugelassen?

Mich plagen arge Zweifel, wenn ich mir gleichzeitig vergegenwärtige, dass ein Gesetzentwurf in der Mache ist, der zwar Männer dämonisiert, Frauen als Täterinnen aber geradezu verleugnet.

  1. Frauen sollen 21-Jährigen niedergestochen haben
  2. Täterinnenberatung
  3. „Gegenüber“: Ehefrau schlägt Ehemann FILM heute ARD 22:45 Uhr

Kommentare

  1. Peter meint:

    interessant zu dem Thema ist auch ein Beitrag von der Alice Schwarzer in der Emma zum Thema Kindstötung

    http://www.emma.de/einsamkeit_der_muetter_2008_5.html

    vor allem der Schluss ist sehr aufschlussreich

    “Ein neuer § 217 muss her, der diese einsamen und verzweifelten Mütter nicht auch noch für Jahrzehnte ins Gefängnis schickt. Das nutzt nämlich niemandem. Es schützt nicht zukünftige ungewollte Neugeborene vor einer solchen Tat. Es schafft kein Unrechtsbewusstsein in der Gesellschaft, das existiert schon. Und vor allem: Es öffnet den Täterinnen nicht die Augen für ihre Tat, denn die verdrängen entweder weiter oder sterben vor ­schlechtem Gewissen, so wie Nadja N. und Sabine S.

    Übrigens: In den meisten Fällen sind die Frauen, die ein Neugeborenes nicht leben lassen, schon Mütter – und fast immer gute Mütter. Doch in der Regel gehen sie dann ins Gefängnis, und ihre Kinder bleiben bei dem Vater zurück. Bei dem Mann, der wegguckt, schweigt, droht. Und in den meisten Fällen auch schlägt.”

Deine Meinung ist uns wichtig