Das Abendblatt ist ganz verduzt:“Lörrach steht unter Schock und rätselt über das Motiv“

Zwei Tage nach dem Amoklauf von Lörrach nimmt das Bild von der Täterin und ihren Motiven langsam Konturen an. Doch so manches bleibt widersprüchlich, und viele der drängenden Fragen sind nach wie vor ungelöst. Sicher ist nach der Obduktion des 44 Jahre alten Vaters von Roman, dass der Schreiner durch zwei Schüsse in Kopf und Hals starb. Der 56-jährige Pfleger, den sie umbrachte, hatte drei Schusswunden und mehrere Messerstiche im Körper. Sabine R. selbst wurde von 17 Polizeikugeln getroffen. All das haben die Obduktionen ergeben.

In Lörrach treibt angesichts dieser grausamen Fakten die Menschen die Frage um, wie es zu dem Amoklauf kommen konnte. Was bewegt ausgerechnet eine Anwältin, eine hübsche Akademikerin mit eigener Kanzlei und schickem Auto, zu solch einer Tat?

Keine Antwort haben die Ermittler auch auf die Frage, warum die Sportschützin, die bis 1996 Mitglied bei einem Schützenverein im nordbadischen Mosbach war, mit einer vergleichsweise kleinen Waffe loszog, einer Walther Longrifle Kaliber 22. Großkalibrigere Waffen ließ sie in der Wohnung zurück. Andererseits war Sabine R. aber offenbar auf große Zerstörung aus: Sie hatte über 300 Schuss Munition dabei.

Das Schwarzwald-Dörfchen Häg-Ehrsberg steht unter Schock. Hier, 30 Kilometer von Lörrach entfernt, lebte der kleine Roman R. mit seinen Eltern. Vor fünf Jahren hatte die Familie dort ein Haus gekauft. Vor einem halben Jahr zerbrach dann die Familie.

Nachbarn mutmaßen, Wolfgang R. habe eine Geliebte gehabt, andere sagen, die neue Frau sei erst nach dem Auszug von Sabine R. in das Leben des Schreiners getreten. Auf jeden Fall hatte Sabine R. Mann, Haus und Kind verloren. Die Wirkung muss traumatisch gewesen sein.

Hier geht es mit den hilflosen Erklärungsversuchen nach dem Motto weiter: „Irgenwie muss doch das Opfer in der Täterin herbei zu spekulieren sein….“

Tja, „Journalisten aus Qualitätsmedien“ haben es schwer heutzutage. Im Lörracher Fall müssen sie sich viel aus den Fingern saugen, um die politische Korrektheit noch zu retten.

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