Die „Brigitte“ ruft dazu auf, Frauen wegzuklicken.

Dass sich Videospiele auf die Seelenbeschaffenheit von potentiell gewalttätigen Menschen auswirken können, ist längst nachgewiesen.
Die Brigitte fordert seit Neuestem Ihre Internetbesucherinnen dazu auf, eine von der Brigitte mit Häme und zahlreichen Falschbeschuldigungen bedachte ehemalige Tagesschausprecherin gegen die von Seiten der Brigitte vergötterte Ikone der Frauenbewegung „wegzuklicken“.

„Ausmachen“, „wegklicken“, „abschiessen“ haben viele Jungs von klein auf in Ballerspielen gelernt. Sie haben sich dafür viel moralisches Geseufze von hauptsächlich weiblichen Erziehungspersonen anhören müssen, und wurden für ihre Schlechtigkeit verachtet. Doch: Die Brigitte hat gelernt. Was für Jungs schlecht ist, und sie schlecht macht, kann für Mädchen und Frauen vielleicht gut sein.
Die Brigitte-Redaktion setzt offenbar auf die nachgewiesenen „Erfolge der systematischen Desensibilisierung“ durch verachtende Hetze in Computerspielen.
Machart:
Zuerst Unwahrheiten über die Meinungsäußerung einer Person verbreiten und diese später als Zielfigur für ein (zugegeben schlecht gemachtes) Ballerspiel benutzen…
Dann ist damit zu rechnen, dass es vielleicht für manche fehlgeleitete Frauen- oder Mädchenseele danach nur ein kleiner Schritt wäre, mit Gegenständen oder Distanzwaffen diese von der Brigitte zum „Wegklicken“ freigegebene Zielperson anzugehen.

Wer meinen Beitrag jetzt unter den Labels: Zynismus, Spinnerei, oder schlechte Glosse einsortiert, liegt leider (nicht ganz) falsch.

Es ist vielmehr der verzweifelte Versuch, durch tiefes interlektuelles Bücken dem im freien Fall herabsinkenden Niveau der Zeitschrift nachkommen zu wollen.

Normalerweise lässt sich über das Thema Täterinnen kaum ein Witz machen. Doch diese weitere redaktionelle Entgleisung gegenüber Eva Hermann in einem bekannten deutschen Verlag musste einmal hier hinein. ich bin weder ein Freund oder Verfechter ihrer Thesen und Ansichten, doch was sich die deutsche Medienlandschaft im letzten Jahr an Hetze gegenüber Abweichlerinnen von der allgemeingültigen feministischen Doktrin erlaubt hat, erinnert an die Hexenjagt im Mittelalter – mit dem Unterschied, dass die offen aggressiv und mörderischer war.

Tatsache ist: es ist ein offenbar dämliches Spiel.
Nun zu mir: Schande auf mein Haupt! Ich gelobe Besserung. Ich verspreche, ab heute zwei Monate nicht mehr – auch nicht durch „Google-Verweise“ – in meinen Recherchen das Portal der „Brigitte“ zu betreten.

Speak Your Mind