Buchempfehlung: Yvonne Raub: Amazonismus

Einen besonderen Platz in diesem Blog verdient das Buch „Amazonismus, gewalttätige Mädchen als neue Zielgruppe“ von Yvonne Raub. Aus dem Klappentext:

Die Autorin befasst sich in der vorliegenden Arbeit mit dem hochaktuellen, jedoch noch sehr fragmentarisch beforschten Thema der Mädchengewalt. Sie gibt diesem Phänomen mit „Amazonismus“ einen Namen und beleuchtet Hintergründe, Motive, sowie Erscheinungsformen und Erklärungstheorien. Neben der Vorstellung eines bereits erprobten und bewährten Konzepts der täterInnenorientierten Gewaltberatung macht sie einen Vorschlag für ein handlungsanweisendes Anti-Gewalttraining für Mädchen mit entsprechenden Modulen. Die Autorin spricht sich eindeutig für eine genderorientierte Perspektive aus, ohne die Täterinnen geschlechtsbedingt zu entschuldigen. Dabei stellt sie sich der Frage, wie Modelle für eine Erfolg versprechende Gewaltarbeit mit Mädchen beschaffen sein müssen.

Dieses Buch ist nach meiner persönlichen Ansicht insgesamt „eine Wucht“. Frau Raub hat nicht nur präzise wissenschaftlich recherchiert, weshalb und wie Mädchen als Täterinnen ausgeblendet werden, sie stellt zudem uns Lesern auch Theorien zur Verfügung, wie sich die Täterinnen als solche „selbst ausblenden“.  Der Zusammenhang zwischen dem gesellschaftlich bedingte „Frau=Opfer“ Blickwinkel und einem weiblichen „Gewaltkreislauf“ wird deutlich herausgearbeitet. Zudem legt uns die Autorin dar, wie der Teufelskreis Amazonismus durch gezielte Täterinnen-Arbeit handlungsorientiert durchbrochen werden kann.  Eine unbedingte Lese-Empfehlung für alle Praktiker/innen, die nicht mehr bereit sind, weibliche Gewalttäterschaft zu ignorieren oder zu verniedlichen.

Eine Rezensentin bei Amazon fasst die Einmaligkeit dieses Buches so zuammen:

Empathie lässt sich nicht über Unterwerfung erzielen, sondern nur durch und über Eigenempathie, so eine der zentralen Thesen: Bin ich mit mir gefühlsmäßig im Kontakt und vermag ich mich entsprechend zu artikulieren, dann kann auch der Weg zur Opferempathie und zu gewaltfreien Wegen der Konfliktlösung gebahnt werden.

Das vorliegende Werk ist fundiert, multidimensional und handlungsorientiert und somit ein fantastischer Ausgangspunkt für eine vertiefte, gerne auch kontroverse, fachliche Debatte zur Herausforderung  Amazonismus  und seine weitere Beforschung.

Dem kann ich mich nur anschließen. 

Unbedingt lesen und kaufen!

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