Das in Majdanek eingesetzte weibliche Wachpersonal war zumeist um 1920 geboren, ledig, entstammte überwiegend “einfachen Verhältnissen”. Die Frauen waren zuvor Bewacherinnen im Konzentrationslager Ravensbrück. Die Verfasserin kann in ihrem Buch belegen, dass sich die Aufseherinnen mit ihrer Arbeit im KZ in erheblichem Maß identifiziert haben. Ihre Vorgesetzten sahen sich bezeichnenderweise dazu veranlasst, ihnen zu verbieten, in ihrer Freizeit zum Ausgehkleid ihre Dienststiefel zu tragen. Ob die Aufseherinnen sich für ihren Einsatz im Konzentrationslager Majdanek freiwillig gemeldet haben oder ob sie dorthin versetzt wurden, lässt sich vielfach nicht mehr eindeutig klären. Generell lässt sich jedoch feststellen, dass die Frauen schon bald in die ihnen zugedachte Rolle hineinwuchsen und dass sich ihr Verhalten radikalisierte. Ende 1943 bewachten in Majdanek 19 Aufseherinnen mehr als 7000 weibliche KZ-Häftlinge. Zu ihren Aufgaben gehörten das Abhalten der täglichen Zählappelle, die Überwachung und Disziplinierung der weiblichen Häftlinge in den Arbeitskommandos sowie im Blockbereich. Sie führten auch die “Selektionen” der weiblichen Häftlinge durch. In jedem Fall trugen die SS-Aufseherinnen durch ihren Beitrag objektiv zum Funktionieren des Konzentrations- und Vernichtungslagers in Lublin bei
: Immer nur in Dienststiefeln – Politik – Feuilleton – FAZ.NET
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