Streit über Babyklappen: Kampf ums Kind oder: Gibt es Kinderhandel?

Moysich, 29, stellvertretende Geschäftsführerin, versucht den schweren Vorwurf zu entkräften, der Hamburger Verein SterniPark sei nicht am Wohl der ihm anvertrauten Findelkinder interessiert, sondern handele mit ihnen. Für SterniPark steht viel auf dem Spiel, seit der Hamburger Sozialsenator Dietrich Wersich, CDU, vor dem Jugendausschuss gesagt hat, man habe zwar keinen Hinweis auf Kinderhandel im Rahmen des Projekts Findelbaby, “aber ich kann es auch nicht ausschließen”.

“SterniPark war in der Vergangenheit nicht kooperativ”, sagt die Sprecherin der Sozialbehörde, Jasmin Eisenhut, SPIEGEL ONLINE. “Wir wissen nicht, was mit den Kindern passiert ist, weil wir die Angaben von SterniPark nicht nachvollziehen können. Wir haben auf allen Ebenen nachgefragt, haben versucht, Licht in das Dunkel zu bringen. Es ist uns nicht gelungen.”Auf dem Spiel steht das Vertrauen von Müttern und SpendernZunächst hatte der Verein nur mitgeteilt, wie viele Findelbabys es gab und ob sie zurück zu ihrer Mutter gekommen oder adoptiert worden sind. Nach verschiedenen Nachfragen aus der Bürgerschaft reichte SterniPark nun weitere Informationen nach.Die Sozialbehörde hat inzwischen einen Leitz-Ordner mit Unterlagen der Staatsanwaltschaft Hamburg übergeben, die prüft, ob sie Ermittlungen gegen SterniPark einleitet.Um eine bessere Kontrolle zu ermöglichen, fordert der Senat, dass SterniPark die Findelbabys künftig an dem Tag, an dem sie abgelegt werden, meldet. Die Stadt verweist auf das Bürgerliche Gesetzbuch, wonach ein Kind unverzüglich dem Familiengericht und dem Jugendamt gemeldet werden müsse, damit ein Vormund bestellt werden kann.Außerdem soll eine unabhängige Instanz, beispielsweise das Deutsche Jugendinstitut oder das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht, Einsicht in die Akten des Vereins erhalten, um die noch offenen Fragen zum Verbleib der bisher abgelegten Kinder zu beantworten.Diesen Vorschlag hat SterniPark inzwischen abgelehnt. Der Verein will, dass der frühere Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau Einsicht in die Akten erhält.”Es geht uns nicht vorrangig darum, dass wir die Details über die Mütter erfahren”, erklärt die Sprecherin der Sozialbehörde. “Wir müssen für die Zukunft Verbindlichkeit schaffen.”SterniPark-Vertreterin Moysich ist nicht allein gekommen, um SPIEGEL ONLINE das Konzept von Findelbaby zu erläutern – und die Anschuldigungen der Behörde zu entkräften. Um den Tisch versammelt haben sich auch ihr Vater Jürgen, Geschäftsführer von SterniPark, eine Rechtsanwältin des Vereins und eine PR-Beraterin.Es ist viel über den Verein geschrieben worden in der letzten Zeit, die Artikel waren nicht immer positiv. Jetzt gilt es, das eigene Image ins rechte Licht zu rücken. Es ist der Versuch, öffentliches Vertrauen zurückzugewinnen. Vor allem auch das Vertrauen der Spender, die den Verein in der Vergangenheit üppig bedacht haben.In der Hamburger High Society ist SterniPark beliebt, Dana Schweiger, Frau des Schauspielers Til, engagiert sich ebenso wie Britta Kerner, Ehefrau des Moderators Johannes B., und selbst Bischöfin Maria Jepsen. Ein wahrer Spendenregen ging über dem Verein nieder, allein “Bild” gab 250.000 Euro für den vermeintlich wohltätigen Zweck.

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Es mutet seltsam an: Aber überall dort, wo “Frauen autonom sozial handeln”, gibt es keinerlei Transparenz. Ganz so, als ob per se Alles, was Frauen tun, für die Betroffenen gut sein muss.
Wenn eine Gesellschaft so denkt, so läuft sie Gefahr, dass ein Vertrauensvorschuss  hinterher als Blauäugigkeit enttarnt werden muss.

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Jedes Wegschauen bei gewalttätigen Menschen führt dauerhaft nur zu mehr Opfern. Die stärkste Waffe gegen eine verbreitete Ideologie ist eben die Wahrheit, auch wenn diese für die meisten Menschen noch so unbequem ist...

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